Sport

Müßiggang ist Trainer des Jahres DOSB zeichnet Weizsäcker aus

Richard von Weizsäcker bekommt eine Ehrenmedaille, Uwe Müßiggang, Chefcoach der Biathlete, ist der Trainer des Jahres und Thomas Bach bleibt mit überwältigender Mehrheit weiterhin Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes: Die Mitgliederversammlung des DOSB in München wird zum Wohlfühlfest.

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Richard von Weizsäcker und Thomas Bach.

(Foto: dpa)

Der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in München die Ehrenmedaille erhalten. Sie ist die höchste Auszeichnung dieser Dachorganisation mit ihren rund 27,5 Millionen Mitgliedern.

Der 90-jährige von Weizsäcker, der in München auf eigenen Wunsch als Persönliches Mitglied des DOSB ausschied, meinte in seiner kurzen Ansprache, als Thomas Bach ihn damals gefragt habe, ob er Mitglied werden wolle, habe er das schöner als jede Auszeichnung empfunden. Er sei dem Sport schon immer sehr verbunden gewesen, in der Jugend als Leichtathlet und Hockeyspieler. Ab dem 65. Lebensjahr habe er dann zehnmal das deutsche Sportabzeichen abgelegt, "aber mit 85 habe ich aufgehört."

Die Mitglieder wählten zudem Thomas Bach für vier weitere Jahre zum Präsidenten des Sportbundes. Ohne Gegenkandidat erhielt Bach von 392 gültigen Stimmen 360 Ja-Stimmen bei 20 Nein-Stimmen bei 12 Enthaltungen. "Ich nehme diese Wahl mit großer Freude und Dankbarkeit an", sagte der 56 Jahre alte Jurist aus Tauberbischofsheim. Nach der Fusion von Deutschem Sportbund und Nationalem Olympischen Komitee hat sich der neue Dachverband unter Bachs Führung zu einem in Politik und Gesellschaft respektierten Interessenvertreter des deutschen Sports entwickelt.

Chefcoach der Biathleten ausgezeichnet

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79 internationale Medaillen mit den deutschen Biathletinnen: Uwe Müßiggang.

(Foto: dpa)

Zuvor wurde Uwe Müßiggang als Deutschlands Trainer des Jahres 2010 geehrt. Der 59 Jahre alte Sachse, seit Saisonbeginn Chefcoach der Biathleten, ist damit Nachfolger von Kim Raisner, die als Bundestrainerin im Modernen Fünfkampf 2009 ausgezeichnet worden war. In ihrer Laudatio auf den früheren Coach meinte die zurückgetretene Staffel-Weltmeisterin und Olympiadritte Simone Hauswald: "Uwe war mit uns Frauen über 20 Jahre so erfolgreich, dass kein anderer sportlicher Leiter in Deutschland diese Auszeichnung mehr verdient hätte. Er gewann mit seinen Biathletinnen bei Olympia acht Gold-, elf Silber- und sechs Bronzemedaillen, bei Weltmeisterschaften sogar 24-mal Gold, 18-mal Silber und 12-mal Bronze. Das sind zusammen 79 internationale Medaillen. Dazu kommen vier Siege im Gesamt-Weltcup. Dass er 20 Jahre mit uns Frauen überlebt hat, war nicht nur alles Glück und Zufall."

Uwe Müßiggangs Weg als Trainer war zu DDR-Zeiten jäh unterbrochen worden. Wegen eines Fluchtversuchs seines Bruders saß er ein Jahr im Gefängnis, arbeitete nach dem Berufsverbot als Gärtner und Gabelstaplerfahrer. Nach der Ausreise 1984 wirkte er als Sportlehrer in Berchtesgaden und seit 1988 für den Deutschen Skiverband DSV.

Quelle: ntv.de, sid/dpa