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Gewichtheber-WM in Kanada Doping-Skandal der Bulgaren

Die Weltmeisterschaften der Gewichtheber werden bereits vor dem offiziellen Beginn am Samstag von einem Doping-Skandal um bulgarische Stars überschattet. Olympiasieger Galabin Bojewski, Welt- und Europameister Zlatan Wanew und der Olympia-Zweite Georgi Markow wurden vom Exekutivkomitee des Weltverbandes IWF von der WM ausgeschlossen und müssen mit einer zweijährigen Sperre rechnen.

Das Trio hatte bei einer unangemeldeten Kontrolle einer schwedischen Gruppe der Welt-Antidopingagentur Wada in Bulgarien offenbar identische Fremdurin-Proben abgegeben. Die Proben waren im Kölner Antidoping-Labor ausgewertet worden. "Die Ermittlungen in dem Fall sind noch nicht abgeschlossen. Aber eine Manipulation durch die Athleten ist augenscheinlich. Die Exekutive hat sofort gehandelt, aber über weiterführende Strafmaßnahmen ist noch nicht entschieden", erklärte Claus Umbach, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (BVDG) und Mitglied der IWF-Exekutive, dem Sport-Informations-Dienst.

Laut Umbach wird die bulgarische Mannschaft nicht komplett von den Welttitelkämpfen ausgeschlossen, muss aber mit einer Bestrafung rechnen. Laut IWF-Regeln können Verbände, aus denen Athleten wegen Dopingvergehen gesperrt worden sind, nur durch Zahlung einer Strafe von 50.000 Dollar eine einjährige Sperre von allen internationalen Wettbewerben umgehen.

Bojewski und Markow zählten in den letzten Jahren zu den herausragenden Gewichthebern. In Sydney holte sich Bojewski vor Markow Gold in der 69-kg-Klasse, war dort 2002 Weltmeister und holte zweimal EM-Gold (2002 und 2003). Markow ist mittlerweile Weltranglisten-Erster der 77-kg-Klasse und holte dort die gleichen Titel wie Bojewski. Die Bulgaren wurden mittlerweile aus den Startlisten gestrichen und sind gar nicht nach Kanada gereist.

Bulgarien hatte bereits in Sydney für den bislang größten Doping-Skandal im Gewichtheben gesorgt. Damals waren insgesamt drei Medaillengewinner, darunter die zuvor als erste Olympiasiegerin der Gewichtheber-Geschichte gekürte Isabella Dragnewa als Doping-Sünder enttarnt worden. Bulgariens langjähriger Cheftrainer Iwan Abadschijew hatte damals alle Schuld auf sich genommen. Das Team wurde inklusive aller Betreuer für ein Jahr gesperrt.

Quelle: n-tv.de