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Nur remis gegen Bochum Dortmund enttäuscht

Ausgerechnet die Kellerkinder vom VfL Bochum haben Borussia Dortmund den erhofften Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verwehrt. Durch das 1:1 (1:1)-Unentschieden im Revierderby am Freitagabend schafften die Bochumer ein kleines Erfolgserlebnis im Abstiegskampf und beendeten vorerst die nach dem 0:6-Debakel gegen Werder Bremen entbrannte Diskussion um die Zukunft von Trainer Marcel Koller. Die enttäuschenden Dortmunder vergaben zum vierten Mal in dieser Saison die Chance, erstmals nach vier Jahren zumindest für eine Nacht wieder auf den ersten Rang zu klettern. "Es ist unglaublich. Ich würde es gerne erklären können. Wir sind immer nervöser geworden", sagte BvB-Trainer Bert van Marwijk nach der schwächsten Heimvorstellung der Saison.

Theofanis Gekas (30. Minute) brachte den weiter auf dem letzten Platz liegenden VfL Bochum in Führung. Ebi Smolarek (35.) gelang mit seinem dritten Saisontor nur noch der Ausgleich für den von seinen Fans nach dem Spiel mit lauten Pfiffen bedachten BvB. "Wir haben alle nicht die nötige Leistung gebracht und müssen uns alle an die Nase packen. Die Mannschaft verkrampft, wenn die Chance nach oben da ist", sagte Torwart Roman Weidenfeller. "Von außen kommt jetzt sowieso Unruhe. Wir müssen als Mannschaft jetzt stark sein", sagte Kapitän Christian Wörns.

Van Marwijk setzte auf die Mannschaft, die fünf Tage zuvor in Cottbus (3:2) gewinnen konnte. Seine Spieler rechtfertigten das Vertrauen aber diesmal nicht. Bei Bochum rückte nach der Bremen-Pleite Oliver Schröder für David Pallas auf die rechte Abwehrseite. Im Tor musste Koller den verletzten Peter Skov-Jensen durch Alexander Bade ersetzen. "Wir haben ein bärenstarkes Spiel gemacht. Nach dem letzten Spiel war das ein moralischer Sieg. Wir wissen, dass wir die Klasse für die erste Liga haben", sagte Bade.

Zur Überraschung der 75.100 Zuschauer in Dortmund erwischten die Bochumer den deutlich besseren Start und zeigten mit großer Lauf- und Zweikampfstärke die von Koller geforderten Tugenden. Gerade Gekas (2./9.) sorgte für Gefahr im Dortmunder Strafraum. Mit klaren Feldvorteilen dominierte der VfL weiter das Geschehen und ließ die Bremen-Pleite schnell vergessen. Die Dortmunder mussten sich schon nach 20 Minuten erste Pfiffe der eigenen Fans anhören.

Gerechte Konsequenz war die Bochumer Führung durch Gekas, der einen der vielen Fehler des Doppeltorschützen aus dem Cottbus-Spiel, Markus Brenzska, konsequent ausnutzte und nach einem Solo vollendete. Erst danach schaltete Dortmund den Vorwärtsgang ein. Der immerhin emsigen Alexander Frei spielte Smolarek frei, dem der schmeichelhafte Ausgleich gelang. "Es ist enttäuschend. Ich kann es mir nicht erklären. Wir können glücklich sein, dass es unentschieden steht ", sagte der verletzte Dortmunder Nationalspieler Sebastian Kehl zur Halbzeit.

Die von Kehl erhoffte Besserung ließ auch in der zweiten Halbzeit auf sich warten. Bochum schaltete nach zwei Chancen des Brasilianers Fabio Junior (47./50.) deutlich zurück und konzentrierte sich auf Ergebnissicherung. Den Dortmundern fehlten die spielerischen Mittel, um gegen den Aufsteiger entscheidend Druck ausüben zu können. Auch die Einwechslung des zuletzt verletzten Nelson Valdez als drittem Stürmer nutzte nichts.

Quelle: ntv.de