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Die Crew um Wolfgang Hoppe (hier 1997 in St. Moritz) fuhr ebenfalls in den Bobs aus Dresden.
Die Crew um Wolfgang Hoppe (hier 1997 in St. Moritz) fuhr ebenfalls in den Bobs aus Dresden.(Foto: picture-alliance / dpa)
Sonntag, 29. Dezember 2013

Schluss nach fast vier Jahrzehnten: Dresdener Bobbau-Tradition endet

Mit Bobs aus Dresden haben Wintersportler über Jahre bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften Medaillen geholt. Auch nach der Wende tüftelten die Experten weiter erfolgreich an den Sportgeräten. Doch damit ist es nun vorbei.

Ende einer Ära: In Dresden stellt die Bobmanufaktur im neuen Jahr ihre Produktion ein. Die Geschäftsführerin der Dresdner Sportgeräte GmbH, Karola Bräuer, habe das Gewerbe zum 31. Januar abgemeldet, berichtet die "Sächsischen Zeitung". Zur Begründung verwies sie auf die schlechte Auftragslage. Unter anderem sei ein ursprünglich auf 14 Bobs lautender Auftrag aus Lettland während der Verhandlungen auf drei Sportgeräte zusammengeschrumpft. Diese sollen nun bei den Winterspielen in Sotschi an den Start gehen.

Geschäftsführerin Karola Bräuer und Mechaniker Lutz Riethig prüfen den Steuermechanismus eines Bobs. (Fotos aus dem Jahr 1995)
Geschäftsführerin Karola Bräuer und Mechaniker Lutz Riethig prüfen den Steuermechanismus eines Bobs. (Fotos aus dem Jahr 1995)(Foto: picture-alliance / dpa)

Das Unternehmen fertigt auf dem Gelände der einstigen Flugzeugwerft Dresden-Klotzsche. Zuletzt seien noch zwei Mitarbeiter beschäftigt gewesen.

Goldene Vergangenheit

Laut dem Bericht wurden in den Werken seit 1976 Bobs für DDR-Sportler gebaut. Mit ihnen erfuhren die Crews insgesamt nach Unternehmensangaben 13 Gold-, 15 Silber- und 10 Bronzemedaillen bei Olympia und Weltmeisterschaften. Zu den Erfolgspiloten zählten unter anderen Wolfgang Hoppe oder Harald Czudaj.

Noch 1992 bauten acht Mitarbeiter jeweils 20 Zweier- und Viererbobs für bis zu 40.000 D-Mark. Für den deutschen Bob- und Schlittensportverband übernahm dann allerdings das Berliner Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) die Produktion von Bobs und Kufen. Bereits 1995 stand die Bob-Manufaktur kurz vor dem Aus. Stephan Weber aus dem Erzgebirge kaufte das Unternehmen und setzte fortan auf Kunden aus aller Welt. Seit 1990 bauten die Dresdner 303 Zweier- und Viererbobs für Kunden aus 38 Nationen.

Quelle: n-tv.de