Sport

EuGH gibt Klage statt Erfolg für russischen Profi

Das höchste Gericht der Europäischen Union (EU) hat das Tor für die Beschäftigung von Fußballern aus Nicht-EU-Ländern weit geöffnet. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) gab am Dienstag einer Klage des russischen Fußballprofis Igor Simutenkow Recht, der sich auf ein zwischen der EU und Russland geschlossenes Partnerschaftsabkommen berufen hatte. Unter Hinweis auf dieses Abkommen hatte Simutenkow gegen eine Regelung des spanischen Fußballverbandes geklagt, wonach Spieler aus Nicht-EU-Ländern nur begrenzt aufgestellt werden dürfen.

Das EU-Gericht erklärte diese Beschränkung für unrechtmäßig, weil sie dem Diskriminierungsverbot widerspreche, das in dem Partnerschaftsabkommen ausdrücklich enthalten sei. Deswegen müssten Spieler aus Russland ebenso behandelt werden wie Kicker aus EU-Staaten. Die EU hat nicht nur mit Russland, sondern mit einer Reihe anderer Staaten ähnliche Vereinbarungen unterzeichnet. Dazu gehören unter anderem 77 Entwicklungsländer Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP-Staaten).

Das 1994 geschlossene Partnerschaftsabkommen mit Russland verbietet nach Ansicht des EuGH "in einer klaren, genauen und nicht an Bedingungen geknüpften Formulierung", legal in der EU beschäftigte russische Arbeitnehmer "hinsichtlich der Arbeitsbedingungen, der Entlohnung oder der Entlassung" gegenüber den Bürgern der EU-Staaten zu benachteiligen. Aus diesem Grund entschieden die Richter, dass sich Simutenkow auch als Einzelner an das Gericht wenden durfte.

Der Russe, der inzwischen beim US-Verein Kansas City Wizards tätig ist, war beim spanischen Verein Deportivo Tenerife angestellt und hatte vom spanischen Fußballverband eine Lizenz für nicht der EU angehörende Spieler bekommen. Nach der Regelung des spanischen Verbandes durften die Vereine nur eine begrenzte Zahl von Spielern aufstellen, die aus Nicht-EU-Ländern kommen. Simutenkow beantragte unter Berufung auf das Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Russland die Umwandlung seiner Lizenz in eine Lizenz für EU-Spieler. Dies wurde vom spanischen Fußballverband abgelehnt.

In der Begründung des EU-Urteils heißt es, das durch das Partnerschaftsabkommen verbriefte Recht auf Gleichbehandlung stehe der auf die Staatsangehörigkeit gestützten Begrenzung durch den spanischen Verband entgegen. Es handele sich auch nicht um eine Regelung für Länderspiele, sondern für Vereins-Begegnungen. Dies betreffe "den Kern der von Profispielern ausgeübten Tätigkeit". "Eine solche Begrenzung ist daher nicht durch sportliche Erwägungen gerechtfertigt."

Quelle: ntv.de

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