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Ski nordisch Erstes Gold für Estland

Beim großen Absage-Festival von Lahti reichten Andrus Veerpalu 1,40 Meter Vorsprung zum großen Glück. In einem packenden Finale verwies der Este den Norweger Frode Estil nach 30 Kilometern in der Klassischen Technik um zwei Zehntelsekunden auf den zweiten Platz und erkämpfte zugleich den ersten Titel für sein Land bei nordischen Ski-Weltmeisterschaften.

Allerdings "glänzte" ein großer Teil der Weltelite durch Abwesenheit. Von der sogenannten Roten Gruppe der weltbesten 30 traten nur zehn an, von letztlich 72 gemeldeten Startern (95 am Samstag beim Jagdrennen) nur 62. Doppel-Weltmeister Per Elofsson (Schweden) verzichtete ebenso auf einen Einsatz wie Weltcup-Gesamtsieger Johann Mühlegg (Spanien) oder Titelverteidiger Mika Myllylä (Finnland).

"Das Rennen passt überhaupt nicht in den WM-Plan. Wer am Mittwoch im Sprint rennen will, kann nicht zwei Tage vorher über 30 km gehen", wetterte der deutsche Coach Jochen Behle, der nur den am Ende auf dem guten Platz 20 eingekommenen Oberhofer Jens Filbrich abkommandierte. "Mit meiner Leistung bin ich zufrieden. Es war schon ein komisches Gefühl, als einziger Deutscher zu starten. Ich hatte vier Wachser für mich alleine und durfte jede Menge Interviews geben. Mir hat es Spaß gemacht ", meinte Filbrich.

Ursprünglich war der 30-km-Lauf als Massenstart im WM-Plan verankert. Auf massiven Druck der Gastgeber hin (Sportwart Detlef Braun: "Der Kirvesniemi sollte Gold gewinnen und der wollte keinen Massenstart") wurde diese Entscheidung des Internationalen Skiverbandes (FIS) mit der offiziellen Begründung gekippt, dass die Strecken in Lahti zu eng dafür seien. Der 42-jährige Harri Kirvesniemi belegte Rang acht und war damit Bester einer schwachen finnischen Mannschaft.

Der durch den Dopingfall um Teamgefährte Jari Isometsä (Disqualifikation wegen des Gebrauchs eines verbotenen Blutplasma-Expanders) ins Zwielicht geratene Top-Favorit und Nationalheld Mika Myllylä begründete seinen Startverzicht vor der Minuskulisse von etwa 5.000 Zuschauern mit einer Erkrankung der Atemwege.

Quelle: n-tv.de