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ATP-Turnier Federer fordert Coria

Der große Turnierfavorit Roger Federer hat sich auf dem Weg zum angestrebten zweiten Hamburg-Titel nach 2002 auch vom ehemaligen Weltranglisten-Ersten Lleyton Hewitt nicht aufhalten lassen und fordert nun am Sonntag im Endspiel Titelverteidiger Guillermo Coria (Argentinien). Der topgesetzte Schweizer "fegte" den Australier im ersten Halbfinale des Masters-Turniers am Rothenbaum mit 6:0, 6:4 vom Centre Court und fügte Hewitt damit eine der klarsten Niederlagen seiner Karriere zu.

Federer steht damit nach seinem Triumph in Indian vor zwei Monaten zum zweiten Mal in diesem Jahr im Endspiel eines Masters. Coria zog durch seinen hart erkämpften 3:6, 6:1, 6:4-Erfolg über den Kroaten Ivan Ljubicic sogar schon in sein drittes Masters-Finale in diesem Jahr ein. Der Weltranglisten-Dritte blieb bereits im 31. Sandplatzmatch in Folge ungeschlagen. Vor drei Wochen hatte er im Endspiel von Monte Carlo Rainer Schüttler glatt bezwungen, musste seitdem aber wegen Bauchmuskelbeschwerden pausieren.

"Das Match zwischen dem Titelverteidiger und der Nummer eins der Welt ist für einen Chairman natürlich ein Traum, besser geht es nicht", sagte Turnier-Repräsentant Boris Becker. Obwohl Federer in dieser Hamburger Woche fast unbezwingbar scheint, erwartet Becker eine enge und harte Auseinandersetzung, die zudem über drei Gewinnsätze ausgetragen wird: "Coria strotzt genauso vor Selbstsicherheit wie Federer, das kann ein echtes Highlight werden." Erstaunlicherweise haben beide noch nie auf der ATP-Tour gegneinander gespielt. Nur im Finale des bedeutendsten Juniorenturniers, der Orange Bowl in Miami, standen sie sich vor sechs Jahren schon einmal auf einem Hartplatz gegenüber - Federer gewann.

Dennoch hat der Schweizer großen Respekt vor dem kleinen Südamerikaner: "Er hat auf Sand riesiges Selbstvertrauen. Das wird eine ganz schwierige Partie." Coria zeigte auch gegen den aufschlagstarken Ljubicic großen Siegeswillen und drehte die spannende Partie nach Schwierigkeiten im ersten Satz noch um.

Bereits zum dritten Mal in Hamburg musste er über drei Sätze gehen. Federer brauchte dagegen nur in seinem ersten Turniermatch gegen den Argentinier Gaston Gaudio die volle Distanz. In zuvor zehn Partien zwischen Federer und Hewitt war der Australier sieben Mal als Sieger vom Platz gegangen. Am Rothenbaum standen sich beide allerdings erstmals auf dem langsamen Sandbelag gegenüber. Der 22 Jahre alte Weltranglisten-Erste aus dem Baseler Land präsentierte den rund 10.000 Zuschauern dabei vor allem im ersten Satz perfektes Tennis. "Ich habe das richtige Feeling für das Spiel auf Sand bekommen", erklärte Federer, "trotzdem bin ich überrascht, dass ich so klar domniniert habe. Es war eines meiner besten Spiele auf Sandplatz."

Quelle: ntv.de