Fußball-WM 2019

Nordkorea muss schon einpacken Geheimfavorit erleidet Blitz-K.o.

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Enttäuschung im Fanblock: die Anhänger von Nordkoreas Fußballfrauen dürfen nur noch bei einem WM-Spiel eifrig Fähnchen schwenken.

(Foto: dpa)

Blitzschlag, Führer-Anstecker und Sichtschutzblende: Der skurrile Auftritt Nordkoreas bei der Frauen-WM hat häufig für Kopfschütteln gesorgt. Nach der Pleite gegen Schweden ist das Abenteuer Deutschland schon wieder beendet. Gegen Kolumbien soll nun wenigstens noch ein Tor her.

Ungeduscht und mit hängenden Köpfen trotteten die Nationalspielerinnen aus Nordkorea nach dem vorzeitigen WM-K.o. in Richtung Mannschaftsbus. Viele trugen das verschwitzte Trikot noch am Körper, für ein Interview blieb - wieder einmal - niemand stehen.

Das 0:1 (0:0) gegen Schweden war die zweite Pleite im zweiten Vorrundenspiel. Und erneut blieben die Koreanerinnen ihrer geheimnisvollen Linie treu, möglichst wenig Emotionen zu zeigen. Als die Schwedinnen mit einem Tänzchen den Viertelfinal-Einzug bejubelten, tauschten die Asiatinnen lediglich enttäuschte Blicke aus. Ein paar von ihnen hatten die Hände in die Hüften gestemmt. Mehr nicht.

Wenig reden, viel verbergen

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"Uns hat in der zweiten Halbzeit die Energie gefehlt": Nationaltrainer Kim Kwang Min erklärte die Niederlage gegen Schweden diesmal ganz normal.

(Foto: dapd)

"Uns hat in der zweiten Halbzeit die Energie gefehlt", sagte Nationaltrainer Kim Kwang Min. Den angeblichen Blitzschlag bemühte er diesmal nicht als Ausrede. Auf den Vorfall in der WM-Vorbereitung angesprochen, bei dem sich einige Spielerinnen offenbar während eines Gewitters verletzt hatten, verdunkelte sich seine Miene. "Darüber möchte ich nicht mehr sprechen."

Wenig reden, viel verbergen - so lautete die WM-Devise des Teams aus dem Diktatoren-Staat. Fast keine Interviews, geheime Testspiele, Sichtschutzblenden um das Trainingsgelände. Nur die Verbundenheit zum Regime in Pjöngjang, die wurde pflichtbewusst zur Schau gestellt. Gegen Schweden trug Kim eine Anstecknadel mit dem Konterfei des verstorbenen Ex-Führers Kim Il-Sung am Anzug.

Wenigstens ein Tor zum Abschied

Vor Turnierbeginn wurde Nordkorea als Geheimfavorit gehandelt - vor allem wohl deshalb, weil das Team keiner so wirklich einschätzen konnte. In der schweren Gruppe C boten sie trotz aller Skurrilität ansprechende Leistungen gegen Olympiasieger USA und Schweden. Trainer Kim verabschiedete sich bereits höflich vom deutschen Publikum. "Die Spiele sind sehr gut vorbereitet, die Atmosphäre in den Stadien ist toll. Man merkt, dass die Deutschen eine Leidenschaft für Fußball haben."

Vor der Heimreise soll im letzten WM-Auftritt am Mittwoch gegen Kolumbien nun wenigstens das erste Tor gelingen. Danach wird sich der Vize-Asienmeister wieder größtenteils von der restlichen Welt abschotten und seinen Fokus auf die nächste WM in Kanada legen. "Meine jungen Spielerinnen haben hier viel gelernt. In vier Jahren werden wir der Welt ein stärkeres Team präsentieren", sagte Kim.

Quelle: ntv.de, Daniel Gäb, sid

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