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Klatschen, jubeln, schreien Nordkorea kauft sich rote Fans

Man kann Nordkoreas Alleinherrscher eine Menge vorwerfen – Einfallslosigkeit gehört definitiv nicht dazu. Der rote Fanblock im Johannesburger Ellis Park war nicht nur die große Attraktion beim WM-Spiel Nordkoreas gegen Brasilien, er war zudem nicht echt - nur eine weitere Krieglist von Kim.

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Kims gekaufte Fans klatschten auch, wenn es gar nichts zu beklatschen gab.

(Foto: AP)

Erinnern Sie sich an das Auftaktspiel der Brasilianer? Dieses Spiel, wo der Rekordweltmeister gegen die Nobodys aus Nordkorea nur mit großer Mühe einen Sieg landete? Und erinnern Sie sich auch noch an die große Gruppe rot gekleideter Fans im Ellis Park von Johannesburg? Etwa 50 Personen im gewohnt nordkoreanischen Einheitslook, allesamt Männer mittleren Alters hatten sich auf der Haupttribüne versammelt. An ihrer Seite ein finster dreinblickender Animateur. Sie erinnern sich?  

Dieser Mann jedenfalls forderte seine Truppe immer wieder auf, jubelnd aufzuspringen, obwohl sich auf dem Feld noch überhaupt nichts tat. Das war schon recht merkwürdig. Alle hatten diese Nordkorea-Fähnchen, Mützen und roten Shirts mit Aufschrift "1966 again" - wohl in Anspielung auf das 1:0 gegen Italien bei der WM 1966 in England. Und dann diese Holzplatten, die beim Zusammenschlagen einen Riesenlärm verursachten. Sie erinnern sich?

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Fortsetzung folgt: Angeblich wurden 1000 "Schauspieler-Fans" eingekauft.

(Foto: AP)

Wie schon mein geschätzter Kollege Neidhard in seinem WM-Wunschkonzert konstatiert hat, setzt der Nordkoreaner an sich auch beim Fußball gerne auf Kriegslist. Auch die rote Fan-Attraktion soll nur ein Trick des diktatorisch regierten Landes gewesen sein.

Medienberichten zufolge hat das Sportkomitee Nordkoreas über eine Sportmanagement-Agentur gut 1000 chinesische Schauspieler engagiert, damit diese für die sichtbare Unterstützung im Stadion sorgen. Das Nachbarland habe die Reise, die Tickets und die Trikots der Fangruppe finanziert, heißt es aus Peking. Da die Ausreise aus dem hermetisch abgeriegelten Land nur sehr wenigen Nordkoreanern erlaubt ist, klingt diese Nachricht durchaus glaubhaft.

Quelle: ntv.de

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