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"Das hat nichts mit Fußball zu tun" Zwei Schiedsrichter unter Druck

Ein hilfloser "Kartenspieler" und ein frecher Tor-Dieb: Am achten Tag der Fußball-WM geraten die Schiedsrichter mächtig ins Kreuzfeuer der Kritik. "Diese Leistungen sind ein Witz, das macht doch keinen Sinn", schimpft Bastian Schweinsteiger. "Für mich ist das lächerlich. Das zerstört den Fußball."

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Koman Coulibaly erwischte auch keinen Glanztag.

(Foto: REUTERS)

Am Freitag wurde zunächst der Spanier Alberto Undiano nach seiner "Ampelkarte" für Miroslav Klose (37.) im WM-Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Serbien (0:1) harsch kritisiert, ehe Koman Coulibaly aus Mali beim Spiel der USA gegen Slowenien (2:2) mit einem schier unglaublichen Torklau noch einen draufsetzte und das Fass zum Überlaufen brachte.

"Das hatte teilweise nichts mit Fußball zu tun. Das ist mir zuviel vonseiten der Schiedsrichter", sagte ZDF-Experte Oliver Kahn, nachdem die WM-Referees durch ihre schwache Leistung einmal mehr massiven Einfluss auf die Ergebnisse der Spiele genommen hatten: "Das Tor der USA hätte zählen müssen. Da war nichts Regelwidriges zu sehen."

Hilflos und untauglich

Zuvor hatte Bundesliga-Referee Knut Kircher die Leistung des Iberers Undiano im Spiel der DFB-Auswahl gegen die Serben als absolut WM-untauglich bezeichnet. "Für mich war er ein Kartenspieler ohne Persönlichkeit. Er machte einen hilflosen Eindruck", sagte der Unparteiische aus Rottenburg den Stuttgarter Nachrichten.

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Alberto Undiano zeigte Härte.

(Foto: AP)

Undiano hatte in der Partei acht Gelbe Karten gezückt, zudem Nationalstürmer Miroslav Klose bereits in der 37. Minute mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt. "Wer nach 30 Minuten schon sechs Gelbe Karten gezeigt hat, der hat nicht kapiert, dass eine Verwarnung auch Wirkung zeigen muss. Natürlich gab es das eine oder andere taktische Foul, aber die Zahl der Gelben Karten steht in keinem Verhältnis zur Härte der Partie", sagte Kircher.

Ampelkarte war spielentscheidend

Der Spanier habe laut Kircher "null Körpersprache" in Richtung der Spieler gezeigt: "Es gab keine Gesten, Blicke, Ermahnungen, letzte Ermahnungen." Zudem sei die Gelb-Rote-Karte für Klose völlig unverhältnismäßig gewesen. "Die erste Gelbe Karte muss ein Schiedsrichter, der als Persönlichkeit auftritt, nicht geben - da hätte eine scharfe Ermahnung gereicht", sagte Kircher: "Und die zweite Gelbe Karte war keine. Das ist ein stinknormales Beinstellen im Mittelfeld gewesen. Der Schiedsrichter hat vergessen, dass es ein WM-Spiel war, kein Freundschaftsspiel."

Für Kahn war die "Ampelkarte" für Klose bei der Niederlage gegen die Serben absolut spielentscheidend. "Durch die Rote Karte haben die Serben Aufwind bekommen", äußerte Kahn, nachdem nur eine Minute später der Gegentreffer durch Milan Jovanovic gefallen war. ZDF-Experte Urs Meier sagte mit Blick auf Kartenspieler Undiano: "Das NBA-Finale war gestern Nacht. Fußball ist kein körperloses Spiel." Und auch Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf zeigte kein Verständnis für die Flut von Gelben und Roten Karten bei der WM: "Das ist vollkommen unnötig".

Quelle: ntv.de, sid