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Formel 1 Großer Preis von Deutschland

Der Hockenheimring präsentiert sich in einem ganz neuen Gewand. Zweieinhalb Wochen vor dem Start zum Großen Preis von Deutschland ist der umgebaute „Hockenheimring Baden-Württemberg“ eingeweiht worden.

Bisher war die Rennstrecke in der Kurpfalz, mit 6,825 km Länge, der zweitlängste und zweitschnellste Kurs in der Formel 1. Nach der Verkürzung der Strecke auf 4,5 km wird eher Abtrieb als Highspeed gefragt sein, denn die kilometerlangen Geraden durch den Wald wurden zu Gunsten einer zuschauerfreundlichen Streckenführung gekappt. Damit wird Hockenheim von einer schnellen Rennstrecke zu einer mittelschnellen Strecke. Die Fans können sich in Zukunft über 67 anstatt von 45 Umläufe freuen.

Das Design des neuen Hockenheimrings stammt von dem deutschen Architekten Hermann Tilke. Häufigere Überholmöglichkeiten, bessere Sitzverhältnisse und mehr Einblick auf die Strecke, waren die Hauptanliegen bei dem Entwurf. „Am wichtigsten ist mir aber, dass die Fahrer die neue Strecke mögen“, so der Hobby-Rennfahrer.

Die neue Piste bietet zukünftig 17 Kurven. Sieben davon im Motodrom bleiben unverändert. Nach der Start –und Zielpassage biegen die Fahrer durch die leicht veränderte Nordkurve in eine rund 500 Meter lange Gerade ein. Darauf folgt eine Rechts-Links-Kurvenkombination, an die sich eine leicht gebogene „Linkskurve“ anschließt – sie soll Geschwindigkeiten bis zu 310 km/h ermöglichen.

In der darauffolgenden Haarnadel sollen maximal 70km/h möglich sein - das garantiert spannende Ausbremsmanöver. Nach dieser Enge kehrt die Strecke wieder auf die bestehende Trasse des Hockenheimrings zurück.

Es entsteht eine Art zweites „Motodrom“ mit zwei neuen temporären Tribünen und der Mercedes-Tribüne. Die Mercedes Tribüne hat eine Kapazität von 6.500 Zuschauern und wird rechtzeitig zum Grand Prix von Deutschland fertig gestellt. Wer hier einen Sitzplatz erringen kann, sieht zwei km des 4,5 km langen Rings direkt ein. Gegenüber wird eine große Videowand aufgebaut und eine Bühne hinter den Zuschauerrängen verspricht weitere Attraktionen.

Ursprünglich wurde der Hockenheimring 1932 als Teststrecke für Mercedes-Benz gebaut, später kam dann der Stadionteil mit dem Motodrom dazu.

Die Fahrer des großen Preises von Deutschland sind zwar gespannt auf die neue Strecke, konnten die Trasse im Vorfeld aber nicht testen. Es wird also nicht leicht für Teams und Fahrer, bis zu Beginn des 300 km langen Rennens konkurrenzfähige Fahrwerke und Aerodynamic-Set-ups zu erarbeiten und den optimalen Reifentyp herauszusuchen.

Gerhard Stratthaus (CDU) ist von dem 62 Mio. Euro teuren Bau begeistert: „Die Stadt, die Region und das Land bewahren sich mit dem Ausbau einen wertvollen Werbeträger“, ist der Finanzminister von Baden-Württemberg überzeugt.

Länge: 4,5 km

Runden: 67 Distanz 301,5 km

Streckendebüt: 02. 08. 1970 mit einer Länge von 6,789 km

Vorjahrespodest: 1. Ralf Schumacher (Williams-BMW) 2. Rubens Barrichello (Ferrari) 3. Jacques Villeneuve (BAR-Honda)

Vorjahres-Pole: Juan-Pablo Montoya (Williams-BMW)

Quelle: n-tv.de