Sport

Das Ende einer Handball-Ära Heiner Brand wirft das Handtuch

24622886.jpg

Nationaltrainer Heiner Brand verabschiedet sich.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Ära geht zu Ende: Heiner Brand will nicht mehr als Handball-Nationaltrainer arbeiten. Ende Juni stellt der 58-Jährige seinen Posten zur Verfügung und so die Weichen für einen Neuanfang. Während Wegbegleiter Brands Abschied bedauern, werden Nachfolgekandidaten heiß diskutiert.

"Das kann passieren, es gibt eine Tendenz", antwortete Horst Bredemeier, Vize-Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), auf die Frage, ob Heiner Brand als Handball-Nationaltrainer zurücktreten werde. Über jene Tendenz herrscht nun Klarheit: Nach übereinstimmenden Informationen der Nachrichtenagenturen dpa und sid sowie der "Bild"-Zeitung, wird Brand auf einer Pressekonferenz am Mittwoch seinen Rücktritt erklären und Ende Juni sein Amt zur Verfügung stellen. Mit einer erfolgreichen EM-Qualifikation kann er sich zuvor noch einen würdigen Abschied verschaffen. Drei Punkte sind aus den beiden noch ausstehenden Spielen nötig, um das Ticket für die EM 2012 in Serbien zu lösen.

Brands zukunft noch ungewiss

24550178.jpg

Gilt als heißer Kandidat auf die Brand-Nachfolge: Dagur Sigurdsson.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Ende der Ära Brand hatte sich in den vergangenen Monaten bereits angedeutet. Nach dem elften Platz bei der Weltmeisterschaft in Schweden, hatte sich der 58-Jährige eigentlich schon zum Rücktritt entschieden. Durch das einstimmige Votum des DHB-Präsidiums und der Spitzen der Bundesliga sei er aber vom Weitermachen überzeugt worden, erklärte Brand. Aussichtsreichster Kandidate auf die Brand-Nachfolge ist laut "Sport Bild" derzeit der bisherige Assistenztrainer Martin Heuberger. Neben dem 46-jährigen sind auch der schwedische Nationaltrainer Staffan Olsson, Dagur Sigurdsson  von den Füchsen Berlin und Velimir Petkovic (Frisch Auf Göppingen) im Gespräch. 

Ob Brand künftig wie gewünscht eine Position beim DHB bekleiden wird, ist noch offen. Langjährige Begleiter können sich den deutschen Handball ohne Brand jedenfalls nicht vorstellen. "Ich hoffe, dass er in irgendeiner Funktion erhalten bleibt. So eine Persönlichkeit nicht weiter zu beschäftigen, wäre der falsche Weg", sagte Ex-Nationalspieler Christian Schwarzer dem SID. Markus Baur bringt es auf den Punkt: "Er ist das Gesicht des deutschen Handballs."

Olympia-Qualifikation ist in Gefahr

11433018.jpg

Als Kapitän wurde Markus Baur 2007 Weltmeister unter Brand.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Schwarzer und Baur stehen für Brands erfolgreichste Jahre als Nationaltrainer, die mit dem Gewinn des Weltmeistertitels 2007 im eigenen Land gekrönt wurden. Der EM-Titel 2004, Olympia-Silber 2004 in Athen und die Vize-Weltmeisterschaft 2003 fielen ebenfalls in diese Zeit. Doch nach dem WM-Sieg von 2007 blieben die großen Erfolge aus. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking scheiterte die DHB-Auswahl bereits in der Vorrunde, die Qualifikation für die Sommerspiele 2012 in London ist stark gefährdet.

Während seiner gesamten Amtszeit lag Brand im Clinch mit den Vereinen der Handball-Bundesliga, deren Unterstützung er stets bemängelte. Vehement forderte er mehr Einsatzzeiten für junge deutsche Spieler - besonders bei den Spitzenklubs. Bisher vergeblich. Für die Zeit nach seinem Rücktritt hatte Brand bereits im März einen großen Rundumschlag angekündigt, der nun ohne ihn stattfinden muss.

Quelle: ntv.de, dpa/sid