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1. Fußball-Bundesliga Hertha versagt in Freiburg

Abder Ramdane lässt den SC Freiburg weiter vom internationalen Geschäft träumen, für Hertha BSC Berlin rückt dagegen die anvisierte Champions-League-Teilnahme in weite Ferne. In der 80. Minute gelang dem Franzosen nach einer Einzelleistung der Siegtreffer zum 1:0 (0:0) gegen die Berliner, die im dritten Anlauf erstmals im Breisgau verloren und zugleich ihre fünfte Auswärtsniederlage in Folge kassierten.

Während Freiburg durch den achten Saison-Heimsieg nur noch einen Punkt hinter den Uefa-Cup-Plätzen liegt, verpasste Hertha den Sprung auf den dritten Platz.

Vor 25.000 Zuschauern im ausverkauften Dreisamstadion entwickelte sich von Beginn an ein Schlagabtausch, in dessen Verlauf sich die Freiburger als die technisch bessere Mannschaft erwiesen. Doch bei den Breisgauern, die auf Zoubaier Baya, Adel Sellimi (beide im Länderspieleinsatz für Tunesien) sowie die Verletzten Sebastian Kehl und Alexander Iaschwili verzichten mussten, fehlten insbesondere im Mittelfeld die zündenden Ideen.

Auch der erstmals von Beginn an spielende Ibrahim Tanko konnte nach seiner mehrmonatigen Dopingsperre kaum Akzente setzten. Dagegen gefiel auf Seiten der Berliner der emsige Alex Alves. Der 26-jährige Brasilianer vergab zwar zwei Chancen (9./27.), kurbelte das Angriffsspiel der Gäste aber immer wieder an.

Nationalspieler Sebastian Deisler blieb dagegen blass. Alves war auch Ausgangspunkt der besten Hertha-Gelegenheit, bei der jedoch Michael Hartmann (25.) aus kürzester Distanz am glänzend disponierten Freiburger Keeper Richard Golz scheiterte. Sein Gegenüber Gabor Kiraly war längst nicht so sicher und hätte den Gastgebern durch eine unterlaufene Flanke fast die zu diesem Zeitpunkt unverdiente Führung ermöglicht, doch Levan Kobiaschwili (29.) konnte die „Vorlage" nicht verwerten.

Hertha hatte in der 51. Minute Glück, als Eyjölfur Sverrisson Tanko elfmeterreif foulte. Auch in der Folge kam Freiburg besser ins Spiel, doch die Erlösung folgte erst in der 80. Minute durch Ramdane.

Im zweiten Spiel des Abends hat die SpVgg Unterhaching einen weiteren kleinen Schritt Richtung Klassenerhalt geschafft. Werder entfernte sich dabei maßgeblich von den Uefa-Cup-Hoffnungen.

Eine Woche nach dem 3:2-Erfolg gegen 1860 München erkämpften die Gäste ein hoch verdientes 0:0 bei Werder. Dabei konnten die Hanseaten wieder nicht überzeugen. In dieser Verfassung hat die Mannschaft von der Weser keine Chance, sich für den Uefa-Pokal zu qualifizieren.

Vor 29.810 Zuschauern, die schon zur Halbzeit mit Pfiffen nicht geizten, war die Mannschaft von Trainer Lorenz-Günther Köstner einem dreifachen Punktgewinn sogar deutlich näher als die Platzherren.

Verständlicherweise agierte Unterhaching aus einer verstärkten Hintermannschaft heraus, versteckte sich aber keineswegs und kam zu klareren Torgelegenheiten als die Norddeutschen.

Schon vor der Pause scheiterten Miroslav Spizak in der neunten und Altin Rraklli in der 16. Minute knapp, in der 71. Minute hatte erneut Spizak den Sieg auf dem Fuß, fand jedoch in Bremens Torhüter Frank Rost seinen Meister.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Werder-Fans längst in das Lager der Unterhachinger übergeschwenkt und feuerten die nach wie vor abstiegsbedrohten Gäste geradezu frenetisch an.

Insbesondere das Bremer Sturmduo mit Claudio Pizarro und Ailton enttäuschte auf der ganzen Linie. Da den Platzherren der kopfballstarke Nationalspieler Marco Bode wegen Verletzung fehlte, hatten die Gäste im eigenen Strafraum eine klare Lufthoheit und konnten so die schwachen Flanken der Bremer immer wieder recht problemlos abfangen. Zudem hatte Unterhachings Abwehrchef Alexander Strehmel einen guten Tag erwischt und konnte mit bemerkenswertem Stellungsspiel glänzen.

HSV schafft Klassenerhalt - Zweikampf um den Titel

Das Titelrennen in der Fußball-Bundesliga ist zu einem Zweikampf zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern München geworden. Tabellenführer Schalke gewann am 32. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg mit 2:1 und behauptete dank der besseren Tordifferenz die Spitze vor dem Rekordmeister aus München, der mit dem 1:0 bei Bayer Leverkusen einen seiner Verfolger abschüttelte.

Als erster Absteiger steht der VfL Bochum nach dem 0:3 bei Eintracht Frankfurt fest. Energie Cottbus muss nach dem 0:1 im Ost-Derby beim FC Hansa Rostock weiter zittern. Der TSV 1860 München besiegte den 1. FC Köln 3:1.

Ein Doppelschlag durch das 21. Saisontor von Ebbe Sand (31.) und Emile Mpenza (33.) brachte Schalke vor 55.000 Zuschauern im Parkstadion auf die Siegerstraße. Bis dahin mussten sich die „Königsblauen“ allerdings bei ihrem Torhüter Oliver Reck bedanken, der gleich mehrere hochkarätige Möglichkeiten der Wolfsburger zunichte machte.

Nachdem Andrzej Juskowiak in der 89. Minute das Anschlusstor gelungen war, hatte Schalke erneut bange Momente zu überstehen. Vier Tage nach ihrem Champions-League-Triumph in Madrid blieben die Münchner Bayern in der BayArena den Nachweis ihrer Klasse schuldig. In einer zerfahrenen Partie scheiterten die überlegenen Leverkusener an ihrer Abschlussschwäche und wurden dafür drei Minuten vor dem Ende durch das Kopfball-Tor von Roque Santa Cruz zum 0:1 bestraft. Die beste Gelegenheit für die Elf von Trainer Berti Vogts, die ihre Titelträume endgültig begraben muss, hatte Ulf Kirsten in der 3. Minute vergeben.

Durch einen Freistoßtreffer von Rene Rydlewicz (9.) zum 1:0 gegen Energie Cottbus brachte sich Hansa Rostock zwei Runden vor Ende der Saison endgültig in Sicherheit.

Den möglichen Ausgleich für den Tabellen-16. aus der Lausitz vergab Torhüter Tomislav Piplica, der mit einem Foulelfmeter an seinem Gegenüber Martin Pieckenhagen scheiterte (45.). Nach der 19. Saisonniederlage bleibt Cottbus auf einem Abstiegsrang. Mit dem 3:0 gegen den Tabellennachbarn aus Bochum nahm Eintracht Frankfurt die letzte Chance wahr, vielleicht doch noch dem Abstieg zu entgehen. Nachdem Horst Heldt mit einem Foulelfmeter an VfL-Keeper Rein van Duijnhoven (51.) gescheitert war, brachte Branco die Hessen zwei Minuten später in Führung. Chen Yang (82.) und Christoph Preuß (84.) rundeten den Erfolg ab. Branco (69.) und der Bochumer Yildiray Bastürk (80.) sahen jeweils Gelb-Rot. Mit der Niederlage im Waldstadion ist der vierte Abstieg des VfL aus dem Oberhaus nach 1993, 1995 und 1999 besiegelt.

Mit dem 3:1 gegen den 1. FC Köln festigte 1860 München seine Position im Mittelfeld. Paul Agostino (81.) und Thomas Häßler (83.) schossen in der Schlussphase den Sieg für die „Löwen“ heraus. Die Führung für die „Geißbock“-Elf durch Christian Timm (11.) hatte Martin Max bereits eine Minute später ausgeglichen.

HSV schafft den Klassenerhalt

Roy Präger sicherte im Abendspiel dem Hamburger SV vorzeitig den Klassenerhalt und Silvio Adzic lässt den 1. FC Kaiserslautern weiter vom Uefa-Cup träumen. Nachdem Präger die Gastgeber in der 20. Minute mit seinem fünften Saisontreffer 1:0 in Führung geschossen hatte, gelang dem eingewechselten Adzic mit seinem ersten Bundesligatreffer in der 84. Minute der Ausgleich zum 1:1-(0:1)-Endstand.

er FCK bleibt durch das Remis auch zwei Spieltage vor dem Saisonende auf einem Uefa-Cup-Platz. Der HSV beendete dagegen nach dem zehnten Spiel in Folge ohne Niederlage das Zittern im Abstiegskampf. Eine Qualifikation für den UI-Cup bleibt für die zuletzt abstiegsbedrohten Hamburger allerdings in weiter Ferne. Getrübt wurde die Freude über den Klassenerhalt allerdings durch einen unberechtigten Platzverweis gegen Sergej Barbarez (16.).

Dortmund gelingt kein Sieg gegen Stuttgart

Borussia Dortmund muss den Traum von der deutschen Fußball-Meisterschaft nach einer peinlichen Heimvorstellung gegen den Abstiegskandidaten aus Stuttgart begraben. Trotz einer klaren Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit kam der Tabellendritte der Bundesliga über ein enttäuschendes 0:0 nicht hinaus und muss nun sogar um die Qualifikation für die Champions League bangen.

Vor 67.000 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Westfalenstadion spielte der BVB zwar in den zweiten 45 Minuten auf ein Tor, doch am Ende jubelte der in fremden Stadien weiter sieglose VfB über seinen zwar erst sechsten, aber im Kampf um den Klassenverbleib ungemein wertvollen Auswärtspunkt.

Bei den Schwaben hatte Trainer Felix Magath Mannschaftskapitän Zvonimir Soldo als Sonderbewacher für Tomas Rosicky aufgeboten. Diese Maßnahme erwies sich als wirkungsvoll, denn die enge Manndeckung behagte dem zuletzt überragenden Spielmacher gar nicht. Es fehlte an zündenden Ideen, zudem unterliefen dem Tschechen ungewohnt viele Fehlpässe.

Dementsprechend kam das BVB-Offensivspiel, das auch durch das beherzte, aber nicht immer faire Eingreifen der VfB-Viererkette wirkungsvoll unterbunden wurde, nie richtig auf Touren. Chancen blieben Mangelware: Der aufgerückte Stuttgarter Marcelo Bordon (4.) traf nach Balakows Freistoß freistehend das Leder nicht. Auf der Gegenseite verpassten nach zwei der wenigen konstruktiven Angriffe Lars Ricken (15./Außennetz) und Fredi Bobic (39./42.), der zwei Mal per Kopf an Keeper Timo Hildebrand scheiterte, die Führung.

Riesenglück hatten die Gäste allerdings in der 25. Minute, als Todt Nationalspieler Jörg Heinrich im Strafraum foulte, Schiedsrichter Alfons Berg (Konz) den Borussen aber den fälligen Elfmeter verwehrte.

Nach dem Wechsel setzte sich für die nun gehörig auf das Tempo drückenden Westfalen das Geduldsspiel fort, aber gegen die Abwehrwand des Gegners gab es kein Durchkommen. Jürgen Kohler (57.) und Bobic (64.) hatten gegen den nun praktisch nur noch verteidigenden VfB das sicher erlösende 1:0 auf dem Kopf, doch der Ball fand einfach nicht den Weg ins gegnerische Gehäuse.

Heinrich sowie die Stuttgarter Todt und Thiam sahen jeweils ihre fünfte Gelbe Karte und fehlen ihren Clubs im nächsten Punktspiel am vorletzten Liga-Spieltag.

Quelle: ntv.de