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Finanzkrise bei 1860 Hoeneß macht sich Sorgen

Der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München macht sich auf Grund der Liquiditätsprobleme von Zweitligist 1860 München Sorgen um die Finanzierung der Münchner WM-Arena - und damit auch um seine eigene Zukunft. "Dann wird man als Partner schon nervös", gestand Manager Uli Hoeneß in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, nachdem die Verantwortlichen des FC Bayern im Februar erfahren hatten, dass sich die vertraglich vereinbarten Zahlungen der Sechziger verzögern würden.

Um die Finanzierung der neuen Arena zu gewährleisten, werden pro Saison 40 Heimspiele mit einem Schnitt von 40.000 Zuschauern benötigt. Laut Hoeneß sind die "Löwen" mit einem "siebenstelligen Betrag" gegenüber der von beiden Münchner Vereinen zu gleichen Teilen getragenen Stadion GmbH im Verzug. Der Zweitligist lockte bislang rund 40.700 Zuschauer im Schnitt in das neue Stadion, hat aber erhebliche Probleme, unter anderem die vorab bezahlten so genannten "Business Seats" weiterzuverkaufen.

Angst vor Abwärts-Spirale

Sollte 1860 München seinen Verpflichtungen nicht nachkommen können, würde der FC Bayern einspringen. "Wenn alle Stricke reißen, werden wir 1860 helfen", versprach Hoeneß. "Im schlimmsten Falle", sagte Bayern-Geschäftsführer Karl Hopfner der SZ, "könnte 1860 Anteile der Arena anbieten, Bayern hätte dann ein Vorkaufsrecht."

Hoeneß befürchtet bei anhaltenden Problemen des Lokalrivalen allerdings auch massive Auswirkungen auf seinen Klub. Sollte 1860 die Anteile an der Allianz-Arena nicht zurückkaufen können, wofür eine Frist von zwei Jahren bestünde, drohe eine "Spirale", sagte der Manager: Die Bayern könnten das Stadion nicht alleine stemmen und müssten "Abstriche bei der Mannschaft machen", wenn sie Zahlungen der "Löwen" tragen müssten.

Am Ende der Spirale ginge womöglich "die Champions League flöten und wir erreichen nur den Uefa-Cup", woraus wieder Millionen verloren gingen. "Jetzt profitieren wir vom Stadion. An dem Tag, andem wir die Arena alleine betreiben, wäre es umgekehrt", sagte Hoeneß.

Knackpunkt Business-Seats

Im Verkauf der Business-Seats auf Seiten der Sechziger sieht Hoeneß den "Knackpunkt": "Wir haben 1700 von den 2100 Business-Seats für die ganze Saison verkauft, den Rest verkaufen wir fast vollständig als Tages-Tickets." Hopfner nannte als Grund des mangelnden Absatzes der Business-Seats auch die Vorgehensweise des Lokalrivalen: "Unser Prospekt hat vier Seiten, der Bestellschein ist eine Seite lang. Bei 1860 bekommen sie ein 16-seitiges Formular. Da verliert ja jeder die Lust."

Hoeneß empfahl den "Löwen", die Altlasten aus der Ära Wildmoser "gründlich aufzuarbeiten" und bezeichnete Präsident Karl Auer und Manager Stefan Reuter als "seriöse und korrekte Geschäftsleute", die das bewerkstelligen könnten. Die Bayern "zählen darauf, dass sich bei 1860 die Strukturen ändern und nachhaltig verbessern", der Verein brauche ähnlich wie bei Bayern einen "Aufsichtsrat, der alle erforderlichen Kontrollrechte hat", um "Strukturen zu schaffen, die nicht auf einzelne Personen zugeschnitten sind."

Der Strukturwandel werde sich für den TSV 1860 bezahlt machen, glaubt Hoeneß. "Dann gehört 1860 in 20 Jahren die Hälfte eines abbezahlten Stadions. Ein Geschenk, das 200 Millionen Euro Wert ist."

Quelle: n-tv.de