Sport

DHB-Team mit dem Rücken zur Wand Island-Gala folgt Ungarn-Albtraum

2vrw2524.jpg6774366838743414507.jpg

Die Helden verlassen geschlagen das Feld.

(Foto: dpa)

Die deutschen Handballer fahren bei der WM ihre dritte Niederlage ein. Gegen Norwegen geht es an diesem Dienstag um Alles oder Nichts im Kampf um einen Platz für die Olympia-Qualifikation.

Die deutschen Handballer haben auf dem Weg zur angestrebten Olympia-Qualifikation einen herben Rückschlag erlitten. Mit ihrer schlechtesten Torwurf-Quote des WM-Turniers verlor der Weltmeister von 2007 in Jönköping sein zweites Spiel der Hauptrunde gegen Ungarn mit 25:27 (12:10). Durch die dritte Niederlage im siebten Spiel ist zudem der Traum vom Halbfinale endgültig geplatzt.

2vrw3450.jpg1993733569380917764.jpg

Die Fans, wie hier im Kölner Hauptbahnhof, können auch nicht helfen.

(Foto: dpa)

Im letzten Hauptrundenspiel an diesem Dienstag (16.15 Uhr) gegen Norwegen steht die deutsche Mannschaft mit dem Rücken zur Wand, und muss gewinnen, um noch ein Qualifikations-Turnier für die Olympischen Spiele 2012 erreichen zu können. Vor rund 2500 Zuschauern warf Lars Kaufmann (5) die meisten Tore für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

Zuvor hatte Spanien als erste Mannschaft der deutschen Gruppe durch einen 32:24 (20:10)-Sieg gegen den Olympia-Zweiten das Halbfinale erreicht. Mit sieben Punkten ist der Weltmeister von 2005 nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen.

Die Ungarn hatten zum zweiten Hauptrundenspiel Rückraumspieler Carlos Perez nachnominiert. Der gebürtige Kubaner war bislang noch nicht zum Einsatz gekommen, weil dessen Club MKB Veszprem mit Ungarn Verband eine Abmachung getroffen hat, nach der der 39-Jährige maximal vier WM-Spiel bestreiten darf. "Das wird unsere Einstellung auf das Spiel nicht ändern", sagte Bundestrainer Heiner Brand.

Ungarn stapeln tief

Ungarns Trainer Lajos Mocsai hatte der DHB-Auswahl die Favoritenrolle zugesprochen. "Die deutsche ist eine gute Mannschaft. Wir versuchen ein gutes Spiel zu liefern. Aber Deutschland ist der Favorit in diesem Spiel", meinte der frühere Bundesliga-Trainer des TBV Lemgo und des TuS N-Lübbecke.

Zunächst aber von der Souveränität im deutschen Spiel wie gegen Island nicht viel zu sehen. Gleich reihenweise vergaben Kapitän Hens und seine Mitspieler selbst beste Torchancen. Die Ungarn konterten und die deutsche Mannschaft lief einem 1:4-Rückstand (7.) hinterher. Nach einer Auszeit aber kam das DHB-Team konzentrierter aufs Parkett zurück und drehte die Partie mit sechs Treffern hintereinander zum 7:4 (13.).

2vrw3347.jpg8759295546816115785.jpg

Der Trainer agiert auch gerne mal am Nebenschauplatz.

(Foto: dpa)

Allerdings leistete sich der Weltmeister von 2007 im Angriff weiterhin zu viele technische Fehler und schwache Würfe, so dass Ungarn trotz des starken Torhüters Johannes Bitter zum 8:8 (23.) ausgleichen konnte. Im Anschluss sogte Lars Kaufmann mit zwei Treffern wieder eine Zwei-Tore-Führung, die das DHB-Team bis zum 12:10-Pausenstand verteidigte.

Auch im zweiten Durchgang wurde es nicht besser. Ein ums andere Mal verwarfen die deutschen Spieler selbst beste Möglichkeiten. Beim 14:14 (39.) war der Vorsprung wieder aufgebraucht und beim 17:19 (45.) verspielt. Vom angekündigten Tempo- und Spaß-Handball war weiterhin nichts zu sehen. Doch über den Kampf fand die Mannschaft ins Spiel zurück, aber nicht mehr zum Sieg.

Quelle: ntv.de, Martin Kloth, dpa