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Triathletin darf nicht nach Rio Laura Lindemann schreibt an Angela Merkel

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Laura Lindemann: Ihr bestes Resultat in diesem Jahr war ein 10. Platz bei der ITU World Triathlon Serie in Yokohama.

Laura Lindemann

Die Aktion ist ungewöhnlich und Laura Lindemann erwartet auch keinen Erfolg. Nach ihrer Nicht-Berücksichtigung für die Olympischen Spiele durch den DOSB hat die Triathletin Briefe an die Kanzlerin und den Innenminister geschrieben. Nur Frustabbau?

Mit Briefen an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Thomas de Mazière hat Triathletin Laura Lindemann auf ihr Olympia-Aus für Rio de Janeiro reagiert. "Ich habe gestern Abend etwas gemacht, was in vielen Augen vielleicht naiv erscheinen mag - ich habe einen Brief an die Bundeskanzlerin und den Bundesinnenminister geschrieben. Auch wenn es wahrscheinlich schon zu spät ist", schrieb die 20 Jahre alte zweimalige Juniorenweltmeisterin.

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Dass sie mit der Aktion etwas bewirken kann, glaubt sie selbst zwar nicht. Es habe ihr aber geholfen, "mit dem Thema abzuschließen - es ist ja nur Sport. auch wenn das aktuell und in der Zukunft ein wichtiger Bestandteil meines Lebens ist".  Lindemann stand auf der Vorschlagsliste für Rio, die die Deutschen Triathlon Union (DTU) dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vorgelegt hatte. Der DOSB entschied sich am Dienstag, nur Anne Haug mit zu den Olympischen Spielen zu nehmen. Sie war die einzige DTU-Sportlerin, die die Qualifikationskritierien erfüllt hatte. 

Rechtsfrieden, aber unsportlich?

Der DTU standen in Rio zwei Startplätze bei den Männern und drei bei den Frauen zu. Neben Lindemann und Haug hatte der Verband Anja Knapp als dritte Frau und bei den Männern Steffen Justus sowie Gregor Buchholz dem DOSB vorgeschlagen. Nach einer erfolgreichen Klage von Rebecca Robisch beim Deutschen Sportgericht gegen ihre Nicht-Berücksichtigung durch die DTU, wurde die Liste um Robisch und Hanna Philippin erweitert.

Vor der Klage war der DTU signalisiert worden, dass ihre Vorschläge vom DOSB angenommen würden. Nach dem Urteil wollte die Dachorganisation offensichtlich nicht entscheiden, wer von den Frauen neben Haug nach Rio fahren darf. "Der DOSB (Sportdeutschland) hat sich in unserem Fall gegen den Sport und für seinen Rechtsfrieden entschieden und ich finde das falsch!", kritisierte Lindemann. Robisch hat derweil bei tri-mag.de angekündigt, gegen die DOSB-Entscheidung gerichtlich vorzugehen.

Lindemann und Robisch zählen zu den deutschen Triathleten, die am Wochenende auf der siebten von neun Stationen der WM-Serie in Hamburg starten. Anne Haug fehlt. Sie bereitet sich weiter im Höhentrainingslager in St. Moritz vor.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa