Sport
Freitag, 17. Oktober 2003

Verfahren vor Einstellung: "MV" muss zahlen

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat am Freitag bestätigt, dass das Verfahren wegen Steuerhinterziehung gegen den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder, eingestellt werden soll. Wegen des "verhältnismäßig geringen Gewichts der Vorwürfe" gegen den früheren ehrenamtlichen Präsidenten des VfB Stuttgart will die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht gegen Mayer-Vorfelder die Zahlung einer Geldauflage von 10.000 Euro beantragen. Einer Beendigung des Verfahrens müssten Mayer-Vorfelder und das Gericht allerdings zustimmen.

Die Ermittlungsverfahren gegen den 70 Jahre alten ehemaligen baden-württembergischen Finanzminister und weitere frühere Führungskräfte des VfB wegen des Verdachts der Untreue seien bereits eingestellt, hieß es. Auch in den Ermittlungen gegen den CDU-Politiker wegen Betrugs seien keine strafbaren Handlungen nachgewiesen worden.

Ein Sprecher des DFB-Chefs lehnte eine Stellungnahme zum Steuerverfahren ab. Er sagte am Freitag: "Herr Mayer-Vorfelder wird eine Entscheidung treffen, ob dem Verfahrensvorschlag der Staatsanwaltschaft zugestimmt werden kann." Das Ende der Ermittlungen wegen Untreue und Betrugs "nehmen wir zur Kenntnis." Die Staatsanwaltschaft wirft "MV" vor, seine Einkommenssteuerklärung aus dem Jahr 1999 verspätet abgegeben sowie seine Umsatzsteuererklärung für das Jahr 2000 zunächst unvollständig und dann nachträglich berichtigt eingereicht zu haben.

Der Verdacht der Untreue sei entstanden, weil Mayer-Vorfelder vom VfB Stuttgart 1997 ein Darlehen erhalten habe. Zudem habe er 1999 rückwirkend eine "Aufwandsentschädigung" in annähernd gleicher Höhe bekommen, die mit der Darlehensforderung verrechnet worden sei, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Bei der Aufwandsentschädigung soll es sich um insgesamt 332.000 Euro für die Jahre 1998 und 1999 handeln. In dieser Sache sei auch gegen sechs Mitglieder des VfB Vorstands und des Aufsichtsrats aus dieser Zeit ermittelt worden.

Dabei handelt es sich nach Angaben der Stuttgarter Staatsanwaltschaft um die zwei früheren Vorstände Fritz Ulrich Schäfer und Heinrich Hubert Schäfer sowie die damaligen Mitglieder des Finanz- und Personalausschusses des Aufsichtsrats Manfred Haas, Heinz Bandke, Roland Schmid und Rolf Köpf. Den Beschuldigten sei kein "vorsätzlich treuwidriges Verhalten" nachzuweisen gewesen. Die Vereinssatzung gestatte es, "auf Grund besonderer Umstände eine angemessene Vergütung auch für nicht hauptamtlich tätige Vorstandsmitglieder festzusetzen".

Die Zahlungen des Vereins hatte Mayer-Vorfelder nicht mit dem Übergangsgeld verrechnen lassen, das er nach seinem Ausscheiden als baden-württembergischer Finanzminister Ende 1998 drei Monate lang erhielt. Dies hatte ihm den Vorwurf des Betrugs eingebracht. "Die Ermittlungen ergaben keinen Nachweis strafbarer Handlungen", schreibt die Staatsanwaltschaft. Dem CDU-Politiker sei nicht nachzuweisen gewesen, dass er die Aufwandsentschädigung des VfB dem Landesamt für Besoldung und Versorgung vorsätzlich nicht gemeldet habe, um eine Rückforderung des Übergangsgeldes zu vermeiden.







DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder hat die direkte Qualifikation der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die WM-Endrunde 2002 in Südkorea und Japan bereits abgehakt. "Ich bin Realist, Platz eins in unserer Gruppe ist nicht mehr drin", sagte Mayer-Vorfelder in Leipzig.

Das Szenario einer verpassten WM-Teilnahme will "MV" aber weit von sich schieben. Er sei davon überzeugt, "dass wir es schaffen. Egal, ob es dann gegen die Ukraine oder Weißrussland geht", meinte der DFB-Boss.

Allerdings werden wohl die Griechen mit Otto Rehhagel keine Hilfeleistung mehr geben können. Die 1:5-Packung der Griechen beim Einstand von Rehhagel in Finnland gäbe keinen Anlass, irgendwie noch auf eine positive Wende im Kampf um Platz eins zu hoffen.

Die Hellenen müssten am 6. Oktober in Newcastle gegen die Engländer eine Riesenüberraschung schaffen, um den gegen Finnland antretenden deutschen Kickers noch Platz eins zu ermöglichen. Oder aber der deutschen Auswahl müsste ein Kantersieg gegen die Finnen gelingen, um das Fußball-Mutterland bei Punktgleichheit auf Grund der besseren Tordifferenz noch zu überflügeln.

Quelle: n-tv.de