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Ende der Torflaute Makaay trifft wieder

Als Roy Makaay nach 1.124 Minuten seine Torflaute endlich beendet hatte, machte sich sogar Oliver Kahn auf den weiten Weg über das Spielfeld, um dem Stürmer zu gratulieren. Der kollektive Glückwunsch aller Kollegen an den 70 Tage erfolglosen Stürmer war deutliches Zeichen der Erleichterung, aber auch des vorangegangenen Mitgefühls mit dem Niederländer. "Das war wie eine Erlösung. Es war wichtig für uns, denn wir brauchen seine Tore", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach Makaays Treffer zum 3:1 für den FC Bayern München im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga am Samstag gegen Werder Bremen.

Nach außen hatte sich Makaay auch in seiner größten Krise seit dem Wechsel von Deportivo La Coruna zum FCBayern vor gut zwei Jahren gewohnt cool gezeigt. Doch die Durststrecke hatte das Selbstvertrauen des 30-Jährigen angekratzt. Mit versteinerter Miene war er noch am Mittwoch nach dem 1:2 bei Juventus Turin - dem zwölften Spiel in Serie ohne eigenes Tor - wortlos davon gestapft. Jetzt stellte er sich wieder lächelnd den Reportern. "Ich bin sehr froh. Ich wusste, die Tore kommen schon wieder. Der Ball wollte zuletzt einfach nicht rein", sagte er. Und fügte trotzig an: "Jetzt braucht keiner mehr die Minuten zu zählen."

Stattdessen sollen für Europas Torjäger des Jahres 2003 wieder Treffer gezählt werden. 51 Tore in 68 Bundesliga-Spielen für den FC Bayern lautete die eindrucksvolle Bilanz, bevor Makaay nach dem 3:0 gegen Hertha BSC am 27. August plötzlich ohne ersichtlichen Grund das Glück verlassen hatte. Seine bis zu diesem Zeitpunkt in drei Partien erzielten sechs Saisontore hatten schon Vergleiche mit Gerd Müllers 40-Tore-Rekord aus der Spielzeit 1971/72 aufkommen lassen.

"Damit muss ich leben"

Danach folgte die Flaute, durch die Makaay sogar seinen Platz im Kader der niederländischen Nationalmannschaft verlor. "Damit muss ich leben, doch ich will mich in das Team zurückkämpfen", sagte er. Dass nach zehn Wochen der Flaute auch aus der Bayern-Führungsriege öffentliche Kritik laut geworden war, hat Makaay verziehen. "Das ist doch normal, wenn der Erfolg nicht da ist. Von Leuten wie Herrn Rummenigge oder Herrn Hoeneß nimmt man Kritik an", sagte Makaay.

Bayern-Boss Rummenigge fühlte sich in seiner Linie bestätigt: Mehr Kampfgeist hatte er vom mit knapp 20 Millionen Euro teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte gefordert und das ersehnte Makaay-Tor schon am Mittwochabend unter hohem Wetteinsatz prophezeit. Nur Manager Uli Hoeneß wollte nicht zu viel Aufheben um das Happy End machen. "Mir wäre es lieber gewesen, er hätte kein Tor geschossen und die anderen dafür drei mehr."

Arne Richter, dpa

Quelle: n-tv.de