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Champions League-Finale Merk pfeift in Old Trafford

Wenigstens ein deutscher Aktiver ist beim diesjährigen Champions League-Finale im Stadion Old Trafford von Manchester dabei. Dr. Markus Merk aus Kaiserslautern wurde von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) mit der Leitung der Partie zwischen Juventus Turin und dem AC Mailand.

Der letzte deutsche Unparteiische, der ein Champions League-Finale gepfiffen hatte, war 1998 Helmut Krug aus Gelsenkirchen. Heiner Müller und Christian Schräer werden als Schiedsrichter-Assistenten fungieren. Vierter Offizieller wird Wolfgang Stark sein.

Für Merk ist es bereits das zweite Europacup-Endspiel, das er pfeifen darf. 1997 war er bereits beim Finale im Europapokal der Pokalsieger zwischen dem FC Paris St. Germain und dem FC Barcelona (0:1) im Einsatz. Bisher leitete der Mediziner 32 A-Länderspiele, 55 Europapokal-Spiele und 220 Bundesliga-Partien. Am Samstag brachte er ohne Probleme das Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg und Bayer Leverkusen (0:1) über die Bühne.

1984 begann die Schiri-Karriere des Markus Merk. Schon vier Jahre später hatte der Pfälzer den Sprung in die Bundesliga geschafft. Zu den Höhepunkten in seiner Laufbahn zählte der Einsatz bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona, bei der Euro 2000 in Belgien und den Niederlanden und bei der WM 2002 in Südkorea und Japan. Bei der EM 2000 war Merk der Referee des Eröffnungsspiels und des brisanten Halbfinales zwischen den Niederlanden und Italien.

„Ein Spiel zu leiten, ist wie ein Schachspiel, man muss den richtigen Zug zum richtigen Moment setzen“, erläuterte Merk seine Schiri-Philosophie. In Deutschland wurde er dreimal (1995, 1996 und 2000) zum Unparteiischen des Jahres gekürt.

Der Zahnarzt, Hobby-Triathlet und Wasalauf-Teilnehmer ist zudem seit mehr als zehn Jahren im Süden Indiens als „Entwicklungshelfer“ in seiner Freizeit im Einsatz. Der 41-Jährige leistet in Indien zahnärztliche Grundversorgung, die von ihm initiierte Indienhilfe Kaiserslautern e.V. baut Waisenhäuser und Schulen. Darüber hinaus hilft dieser gemeinnützige Verein bei einem landwirtschaftlichen Projekt. „Beruf und Indien, das rundet alles ab. Es sind gerade die Wechselspiele und Doppelpässe, die mir Kraft geben“, sagte Merk.

Quelle: ntv.de