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Herausforderer greift nach der Trophäe Neuseeland hat die Hand am Cup

Team New Zealand steht kurz vor dem Triumph.

Team New Zealand steht kurz vor dem Triumph.

(Foto: REUTERS)

Das Team New Zealand steht vor dem Gewinn des America's Cup. Mit deutlich geringerem Budget lassen seine Segler dem Titelverteidiger aus den USA kaum eine Chance. Die ersten Rennen sind beinahe demütigend. Allerdings fangen sich die US-Amerikaner.

Neuseeland steht vor dem Gewinn des America's Cup. Den Herausforderern fehlen nach einem Segelkrimi in den Rennen neun und zehn nur noch zwei Siege. Zuletzt hatten sich Oracle Team USA und das Team New Zealand einen erbitterten Zweikampf auf Augenhöhe geliefert. Allerdings liegen die Neuseeländer mit 7:1 in Führung - und könnten am heutigen Dienstag den Gesamtsieg perfekt machen.

Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg auf dem Kurs vor San Francisco zwischen Golden Gate Bridge und Alcatraz eröffneten die bislang enttäuschenden US-Amerikaner den Wettfahrttag. Taktiker Sir Ben Ainslie, mit vier Goldmedaillen erfolgreichster Olympia-Segler der Geschichte, hat den Titelverteidiger wieder auf Kurs gebracht. "Ich kann aufrichtig bestätigen, dass ich noch nie so viel Spaß beim Segeln hatte. Zu sehen, wie diese beiden Teams die Boote in den Griff kriegen und zu was sie imstande sind, zeigt die neue Realität und die Spannung. Es ist eine unglaubliche Serie", sagte der Brite Ainslie.

US-Team mit dreimal so hohem Budget

Banger Moment für den Herausforderer.

Banger Moment für den Herausforderer.

(Foto: picture alliance / dpa)

Doch die Kiwis konterten in Rennen zehn. Das Team um Skipper und Steuermann Dean Barker gewann nach erneut schwachem Start den Sprint zur ersten Wendemarke hauchdünn und nutzte den Vorteil zum Sieg. Mit 16 Sekunden Vorsprung sicherten sich die Neuseeländer den siebten Siegpunkt. Jetzt benötigen sie nur noch zwei Zähler, um den Cup-Verteidigern die wichtigste Trophäe des internationalen Segelsports zu entreißen. "Wer den heutigen Segeltag nicht genossen hat oder spektakulär fand, der sollte sich einer anderen Sportart zuwenden", sagte Barker im Anschluss.

Für die Neuseeländer wäre es nach 1995 und 2000 der dritte Triumph im America's Cup. Dies wäre vor allem beeindruckend, da die Amerikaner vor allem in den ersten Wettfahrten trotz ihres dreimal so großen Budgets kein Mittel gegen die Herausforderer, die über rund 60 Millionen Euro verfügen, gefunden hatten.

Zwischenzeitlich hatten die Amerikaner sogar eine Auszeit genommen, um wieder  auf Kurs zu kommen. Immerhin wurden auf den 22 Meter langen AC72-Katamaranen bislang Geschwindigkeiten von bis zu von 46 Knoten (85 km/h) erreicht. Im Vorausscheid hatten die Neuseeländer sogar die 47-Knoten-Marke überschritten. Nicht erst bei diesen Geschwindigkeiten heben sich die Katamarane aus dem Wasser und scheinen zu fliegen.

Bange Augenblicke nach verpatztem Manöver

Das Objekt der Begierde.jpg

Das Objekt der Begierde.

(Foto: REUTERS)

In der neunten Wettfahrt am Wochenende stand bei einem verpatzten Manöver der neuseeländischen Herausforderer das 260 Quadratmeter große steife Segel kurze Zeit wie eine Wand im Wind und riss die High-Tech-Yacht einseitig in die Höhe. Für etwa fünf Sekunden ragte der rechte Rumpf etwa 15 Meter in den Himmel, bevor er sich wieder senkte und unsanft auf dem Wasser aufschlug. Das weckte erneut Erinnerungen an den 9. Mai, als der britische Olympiasieger Andrew Simpson bei Bruch und Kenterung des schwedischen Katamarans "Artemis" sein Leben verloren.

Der America's Cup wurde 1851 vor der englischen Isle of Wight ausgesegelt. Damit  gilt der 17 Kilogramm schwere Pokal - "The Auld Mug" - als älteste Trophäe der Sport-Welt. Seinen Namen erhielt der Cup erst später nach seinem ersten Gewinner, der Yacht "America". Und seit den Anfangstagen ist die wichtigste Regel unverändert: Der Sieger darf nicht nur den nächsten Cup ausrichten, sondern steht automatisch auch im Finale - alle anderen Teams müssen zuvor den Herausforderer ermitteln.

Sieger bestimmt Austragungsort

132 Jahre lang blieb der Cup in den Händen des New York Yacht Club, erst 1983 siegte die Australia II. 2003 gewann die Schweizer Alinghi und holte den Wettbewerb erstmals seit 1851 zurück nach Europa. Ausgetragen wird der America's Cup in unregelmäßigen Abständen, zuletzt 2000, 2003, 2007, 2010 und nun 2013.

Beim Stand von 1:7 steht das US-Team des milliardenschweren Rennstallbesitzers Larry Ellison mit dem Rücken zur Wand. Gewinner des 34. Cup-Duells ist in der Best-of-17-Serie das Team, das sich zuerst neun Siege sichern kann. Die US-Crew hat nunmehr dreimal gewonnen. Weil die Amerikaner aber vor dem Rennen wegen der Manipulation ihres Bootes mit zwei Strafpunkten sowie Einzelsperren und einer 250.000-US-Dollar-Geldbuße belegt worden sind, steht nur ein positiver Zähler zu Buche. Das Match wird am heutigen Dienstag mit den Wettfahrten elf und zwölf fortgesetzt.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP

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