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Halbherziges Dementi "Nichts unterschrieben"

Fußball-Nationalspieler Michael Ballack hat dementiert, dass er sich mit dem FC Chelsea über einen Wechsel nach der Fußball-Weltmeisterschaft einig ist. Es sei nichts unterschrieben und er sei auch nicht in London gewesen, ließ der Kapitän am Dienstag nach der Ankunft der deutschen Nationalmannschaft in Italien über den DFB ausrichten. Ballacks Berater Michael Becker bezeichnete einen Bericht der Londoner Tageszeitung "Daily Mail" als "Spekulation", bestätigte aber eine Anfrage von Chelsea zu Jahresbeginn.

Das Boulevardblatt hatte berichtet, dass Ballack ab der kommenden Saison beim englischen Fußball-Meister spielen wird. Der 29 Jahre alte Nationalspieler von Bayern München habe sich mit Chelsea auf einen hoch dotierten Vierjahresvertrag geeinigt und den Kontrakt bereits unterzeichnet. Die Zeitung berief sich in ihrem Bericht auf anonyme Quellen beim Tabellenführer der Premier League.

Der englischen Zeitung zufolge soll Ballacks wöchentliches Gehalt rund 177.500 Euro betragen, was einem Jahressalär von 9,23 Millionen Euro entspricht. Damit wäre Ballack einer der bestbezahlten Fußballer auf dem Globus. Von Bayern München hieß es am Dienstagmorgen dazu, man wisse nichts von einem möglichen Wechsel. "Wir wissen davon nichts. Vielleicht ist es eine Zeitungsente, wie so viele in den letzten Tagen", sagte Vereinssprecher Markus Hörwick. Allerdings müsse Ballack den FC Bayern nicht fragen, bevor er eine Einigung mit einem anderen Verein über einen Wechsel erzielen könne. Hörwick: "Er muss uns über seine Verhandlungen nicht informieren." Manager Uli Hoeneß hatte zuletzt gesagt, er hoffe weiter, dass Ballack bei Bayern bleibt. "Wir werden jede Entscheidung, die er fällt, akzeptieren", erklärte der 54-Jährige.

Ballacks Berater Michael Becker dementierte die jüngsten Meldungen aus England. "Das wird allmählich langweilig und ermüdend", sagte der in Luxemburg ansässige Rechtsanwalt gegenüber dem "Spiegel" und fügte hinzu: "Ich kann nur sagen, dass Michael nirgendwo unterschrieben hat." Chelseas Pressesprecher Simon Greenberg wollte zu den Wechselgerüchten ebenfalls keine Stellung nehmen: "Wir kommentieren so etwas grundsätzlich nicht", sagte Greenberg, "vergangene Woche war es David Beckham, jetzt Michael Ballack, unsere Zeitungen spekulieren ständig."

Spekuliert war zuvor wochenlang Über einen möglichen Wechsel von Ballack, dessen Vertrag bei den Bayern am Saisonende ausläuft, zum spanischen Renommier-Klub Real Madrid. Ebenfalls war ein Wechsel von Ballack zu Inter Mailand und Manchester United im Gespräch, der englische Meister des russischen Öl-Milliardärs Roman Abramovic war nach eigenen Angaben bereits im Dezember aus dem Transferpoker ausgestiegen. Ein Angebot über einen mit angeblich 36 Millionen Euro dotierten Vierjahresvertrag hatte Bayern München im November zurückgezogen, nachdem Ballack eine Frist verstreichen ließ.

Weiter hieß es in dem Bericht, Ballack habe sich gemeinsam mit seinem Berater im Januar mit Vertretern des FC Chelsea in London getroffen und dabei auch mit Jose Mourinho gesprochen. Der Trainer sei nun nach Deutschland gereist, um Ballacks Vertragsunterschrift perfekt zu machen.

Der Portugiese hatte sich dem Bericht zufolge für den Deutschen ausgesprochen, nachdem es bei Chelsea Überlegungen gegeben hatte, den ein Jahr älteren englischen Nationalmannschafts-Kapitän David Beckham von Real Madrid zurück auf die Insel zu holen. Für Beckham wäre zudem jedoch eine Ablöse fällig geworden, da der 30-Jährige bei den Königlichen noch bis 2009 unter Vertrag steht.

Quelle: ntv.de