Sport

Stasi-Verstrickung Oberhofer Wettkampfleiter geht

Nach wochenlangen öffentlichen Diskussionen ist Karl-Heinz Wolf wegen Stasi-Verstrickungen als Wettkampfleiter der Biathlon-WM im Februar in Oberhof zurückgetreten. Mit diesem Schritt wolle Wolf Schaden von den Titelkämpfen abwenden, begründete OK-Chef Ralf Luther gegenüber dem MDR dessen Entscheidung.

Wolf habe zudem an die ehrenamtlichen Helfer des Championates appelliert, weiter zur Verfügung zu stehen. Er sei damit einverstanden, dass die Vorwürfe gegen ihn von der Stasi-Kommission des Deutschen Sportbundes geklärt würden.

"Wir haben die Zusage, dass dies möglichst schnell geschieht und wir in den kommenden zwei Wochen Klarheit haben", erklärte Heinz Billino, der Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Skiverbandes. Wolf soll während seiner Zeit als Cheftrainer des Armeesportklubs Oberhof als "IM Ernst" intime Einschätzungen von Sportlern geliefert haben. Stasi-Opfer hatten deshalb bereits Demonstrationen bei der WM angekündigt.

Wolf war Anfang der 90er Jahre wegen der IM-Tätigkeit bei der Bundeswehr nicht weiter beschäftigt worden. Seitdem arbeitet er beim WSV Oberhof. Bei seiner Einstellung hatte der frühere WSV-Präsident Peter H. Leibold die Stasi-Tätigkeit Wolfs als nicht so schwer wiegend eingeschätzt. Bei der WM sollte er wie bei den Weltcups der vergangenen Jahre ehrenamtlich als Wettkampfleiter arbeiten.

Der MDR hatte am Sonntag berichtet, dass neben der Thüringer Landesregierung auch WM-Sponsoren schnellste Aufarbeitung des Falles fordern. Dem DSV waren nach Aussage Billinos bisher keine derartigen Forderungen der Sponsoren bekannt.

Quelle: ntv.de