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Beide Ferraris ausgeschieden Räikkönen siegt in Sao Paulo

WM-Spitzenreiter Kimi Räikkönen aus Finnland hat in einem chaotischen Rennen bei Dauerregen den Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo gewonnen.

Der McLaren-Mercedes-Pilot wurde nach 53 von 71 Runden zum Sieger erklärt, weil eine Runde später das Rennen wegen zwei schwerer Unfälle von Mark Webber und Fernando Alonso abgebrochen wurde.

Zweiter wurde der Italiener Giancarlo Fisichella im Jordan, der sich für ein paar Minuten schon als Sieger gefühlt hatte, weil die 54. Runde nicht mehr in die Wertung genommen wurde. Platz drei belegte trotz des Unfalls Alonso.

Die Mini-Krise des Weltmeisters Michael Schumacher, der noch nie so schlecht in eine Saison gestartet war, hat sich auch in Sao Paolo fortgesetzt. Nach einem Dreher in der 26. Runde, der eindeutig sein Fehler war, ist er vorzeitig ausgeschieden. Der Ferrari-Star lag zu diesem Zeitpunkt auf dem dritten Platz.

Pechvogel des Rennens war jedoch Schumachers Teamkollege und Lokalmatador Rubens Barrichello. Er rollte in Führung liegend in der 46. Runde zur Enttäuschung seiner Landsleute von der Strecke.

Das Rennen war geprägt von starken Regenfällen. Die Strecke stand schon vor dem Start unter Wasser. Auch das Pressezentrum wurde überschwemmt, weil ein heftiger Schauer einen Teil des Dachs zerstört hatte. Der Beginn des Grand Prix wurde um 15 Minuten verschoben.

Aus Sicherheitsgründen starteten die Fahrer hinter dem Safety Car, dem sie die ersten sieben Runden vorsichtig hinterher fuhren. Nach einem Unfall des britischen Neulings Ralph Firman, an dessen Jordan sich in der 18. Runde das Vorderrad gelöst hatte, musste das Safety Car ein zweites Mal ausrücken.

Im Vorfeld des Grand Prix in Sao Paulo war starke Kritik am neuen Reglement der Formel 1 laut geworden. Dieses verbietet den Einsatz von mehr als einem Paar Regenreifen pro Rennen. Unter den Fahrern machte eine Unterschriftenliste die Runde, mit der beim Automobil-Weltverband FIA wegen des starken Regens ein Verzicht auf das erste Qualifikationstraining durchgesetzt werden sollte.

Die vorübergehende Verbesserung der Wetter-Bedingungen verhinderte in Sao Paulo zunächst einen denkbaren Fahrer-Streik, aber selbst Formel-1-Boss Bernie Ecclestone plant schon die Evolution der Revolution.

"Das Reglement ist falsch. Man braucht bei solchen Bedingungen einfach einen zweiten Regenreifen, um sicher fahren zu können", erklärte auch Sauber-Pilot Nick Heidfeld. Als einer von wenigen der 20 Formel-1-Fahrer verweigerte er trotzdem seine Unterschrift unter das Fahrer-Protestschreiben: "Ich hätte es drauf ankommen lassen und wäre mit 30 über die Piste gefahren. Da hätten alle gesehen, dass das keine gute Show ist."

Michael und Ralf Schumacher sowie Heinz-Harald Frentzen gehörten dagegen zu den Unterzeichnern der Liste

Quelle: ntv.de