Sport

Zwei Teams in einer Hand Red Bull übernimmt Minardi

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat das italienische Minardi-Team gekauft und damit für ein Novum in der Formel 1 gesorgt. Erstmals in der Geschichte der Königsklasse ist damit eine Person oder ein Unternehmen im Besitz von zwei Teams. Erst vor Beginn dieser Saison hatte der Energiedrink-Milliardär aus Österreich das Jaguar-Team von Ford übernommen und in Red Bull Racing umbenannt.

Ab dem 1. November hat er dann auch die Kontrolle über Minardi, das er vom Australier Paul Stoddart übernimmt. Dieser Rennstall soll als "Rookie-Team" geführt werden, um talentierten Nachwuchsfahrern ein Cockpit zu bieten.

Beide Rennställe sollen unabhängig voneinander geführt werden und zueinander im Wettbewerb stehen, hieß es am Samstag in Spa in einer Presseerklärung. Der Kaufpreis soll zwischen 50 und 70 Millionen Euro liegen. Über Fahrer, die Teamleitung oder den künftigen Namen des Rennstalls wurde noch nicht entschieden.

"Wir haben mehr Fahrer als Cockpits und hatten deshalb nur zwei Möglichkeiten: Entweder zu versuchen, Plätze für unsere Talente in anderen Teams zu finden oder die Zahl unserer eigenen Cockpits zu vergrößern. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden, weil wir dann die Kontrolle haben", erklärte Mateschitz.

Red Bull hat zurzeit unter anderem den Österreicher Christian Klien, den Italiener Vitantonio Liuzzi und den US-Amerikaner Scott Speed unter Vertrag, für die im bisherigen Team neben dem Schotten David Coulthard nur ein Platz gewesen wäre.

Red Bull erklärte zudem, dass das neue Team in der Lage sei, sich weitgehend selbstständig zu finanzieren. Zudem habe man zukünftig in Fragen der Formel-1-Politik ein zweites Stimmrecht. Mateschitz deutet an, dass Minardi bald als viertes Team nach Ferrari, Red Bull und Jordan dem Vorschlag des Automobil-Weltverbandes FIA über ein neues "Concorde Agreement" in der Formel 1 ab 2008 zustimmen wird. Ein komplett amerikanisches Team, seit langem ein Traum von Mateschitz, werde Minardi aber in absehbarer Zeit nicht werden. Dafür bräuchte man neben zwei Fahrern einen Chassis-Bauer und vor allem einen Motorenpartner aus den USA.

Der Verkauf von Minardi, mit 337 Rennen ohne Sieg das erfolgloseste Team der Formel 1, bedeutet den Abschied von Stoddart, der den Rennstall 2001 vor der Pleite gerettet hatte. "Persönlich bin ich ein wenig traurig, einen Sport zu verlassen, den ich liebe", meinte Stoddart. Er sei aber zufrieden, einen Käufer gefunden zu haben, der den Fortbestand des Teams garantiere und sogar bessere Zukunftsaussichten biete.

Quelle: ntv.de