Sport

Wahl zum IOC-Vorsitz Rogge Topfavorit

Der Belgier Jacques Rogge (59) und der Kanadier Richard Pound (59) werden nach dem 50.000-US-Dollar-Angebot des Südkoreaners Un Yong Kim (70) an die IOC-Mitglieder das Rennen um die Präsidentschaft bei der Wahl durch die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Moskau unter sich ausmachen.

Die Amerikanerin Anita Defrantz (48) und der Ungar Pal Schmitt (59) sind nach Expertenmeinungen chancenlos.

Kim hatte den IOC-Offiziellen offenbar eine Aufwandsentschädigung für ihre Tätigkeit angeboten, bisher bekleiden alle Mitglieder Ehrenämter. Kim bestritt die Vorwürfe vehement.

Das Stimmungsbild im Komitee lasse darauf schließen, dass Rogge sich bei der Wahl klar gegen seine vier Mitbewerber durchsetzen werde.

Der 80-jährige Spanier Samaranch hat 21 Jahre lang an der Spitze des IOC gestanden. Die Wahl gilt als Richtungsentscheidung, da der neue Präsident die Entwicklung der Olympischen Bewegung zu Beginn des neuen Jahrtausends entscheidend mitprägen wird.

Rogge gilt im IOC und bei Beobachtern als Wunschnachfolger Samaranchs. Rogge sagte, er sei Pragmatiker und wolle sich vor der Wahl nicht zu seinen Erfolgsaussichten äußern: "Nicht die Presse und die öffentliche Meinung wählen, sondern die IOC-Mitglieder", sagte der frühere Rugby-Spieler, der 1968, 1972 und 1976 als Segler für sein Land an Olympischen Spielen teilnahm.

Er hatte nach seinem Eintritt in das IOC vor zehn Jahren schnell im Komitee Karriere als Funktionär gemacht.

Wahlberechtigt bei der Entscheidung sind die Mitglieder des IOC. IOC-Mitglieder aus den Ländern der Kandidaten dürfen nicht wählen. Sollte kein Kandidat in der ersten Runde die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten, wird im zweiten Wahlgang der Kandidat mit den wenigsten Stimmen ausgeschlossen. Diese Prozedur kann sich in weiteren Wahlgängen bis zum Endergebnis wiederholen.

Wegen einer Mandatszeitbegrenzung wird der Nachfolger Samaranchs das IOC nicht ähnlich lang leiten können wie der Katalane

Der neue Präsident wird auf acht Jahre gewählt, wobei er nur ein Mal für eine maximal vierjährige Amtszeit wiedergewählt werden kann.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema