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IOC stehen viele Wahlkämpfe bevor Rogge ist mit sich zufrieden

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Freut sich schon auf seine Nachfolge-Kandidaten (und Kandidatinnen?): Jacques Rogge.

(Foto: AP)

Die 123. Vollversammlung in Südafrika war für IOC-Präsident Rogge eine "Super-Session". Nun freut er sich auf die Bewerbungen für die Sommerolympiade 2020 und das Gerangel um seine Nachfolge - hier ist der deutsche Thomas Bach derzeit Favorit. Die scharfe Kritik von Franz Beckenbauer an der Vergabe der Winterspiele 2018 weist er zurück.

Das IOC geht gestärkt in die Zukunft: Eine erfolgreiche Programmpolitik, ein verschärfter Anti-Doping-Kampf, eine prall gefüllte Kasse und ein spannendes Bewerbungsrennen um die Sommerspiele 2020 sowie um seine Nachfolge - IOC-Präsident Jacques Rogge zog nach der ein hochzufriedenes Fazit. "Es war eine Super-Session", bilanzierte der Belgier in Durban.

Rogge begründete noch einmal die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 an Pyeongchang mit der Eroberung neuer Märkte. Die Südkoreaner seien für "ihre Geduld, Beharrlichkeit und das Konzept neue Horizonte" belohnt worden.

"München verraten"

Die harsche Kritik der deutschen Fußball-Legende Franz Beckenbauer, der als Glücksbringer und Last-Minute-Stimmenfänger vergeblich für die Münchner Bewerbung gekämpft hatte, wies Rogge zurück: "Franz ist ein guter Freund. Man konnte keine Freudensprünge von ihm erwarten. Aber am Ende des Spiels ist immer der Schiedsrichter schuld", meinte der 69 Jahre alte Belgier. Beckenbauer hatte nach dem 25:63-Stimmendebakel vor allem gegen die Zerrissenheit der europäischen IOC-Mitglieder gewettert: "Ich klage an: Die europäischen Mitglieder des IOC haben München verraten." Es würden allein Eigeninteressen regieren. Das sei furchtbar, so der "Kaiser".

Rogge betonte erneut, Pyeongchangs Sieg sei kein Trend. "Die erste Bedingung ist Qualität. Das nächste Mal könnten wir mit den Olympischen Spielen auch wieder in ein sogenanntes traditionelles Land gehen", erklärte der Ober-Olympier. Er freute sich zudem über 594,6 Millionen Dollar auf dem IOC-Festgeldkonto, das Verbot von Injektionsnadeln bei den Olympischen Spielen 2012 in London und zwölf neue Disziplinen bei den Winterspielen 2014 in Sotschi.

"Vergnügen" am Kampf um die Nachfolge

Auch der Bieter-Wettbewerb um die Sommerspiele 2020 und der Wahlkampf um Rogges Nachfolge nehmen immer mehr Fahrt auf. Nur Rom hat sich bisher offiziell als Kandidat für das olympische Sommerspektakel in neun Jahren beworben. Von Madrid, Istanbul, Tokio liegen Absichtserklärungen vor, New York soll ebenfalls Interesse bekundet haben.

Gelassen beobachtet Rogge die taktischen Spielchen möglicher Präsidentschaftskandidaten. "Ich werde mit großem Vergnügen und Interesse aus der ersten Reihe zuschauen, mich nicht einmischen", sagte er. Derzeit gebe es "mindestens ein halbes Dutzend" geeigneter Kandidaten. Für IOC-Finanzchef Richard Carrion, selbst ein Anwärter, ist Thomas Bach Favorit auf das höchste Amt der Ringe-Organisation. "Kein Zweifel, im Moment ist er der stärkste Kandidat, das sagt jeder", sagte Carrion. Der neue IOC-Präsident wird im September 2013 in Buenos Aires gewählt.

Alte und neue Gesichter

Gunilla Lindberg kehrte unterdessen in die Exekutive der Ringe-Organisation zurück. Die 64 Jahre alte Schwedin, von 2000 bis 2004 schon einmal in der Exekutive, nimmt den Platz des Norwegers Gerhard Heiberg ein, dessen achtjährige Amtszeit endet. Lindberg ist seit 1996 im IOC und war zuletzt Vorsitzende der Evaluierungskommission für die Winterspiele 2018. Verabschiedet wurde der an Parkinson erkrankte IOC-Generaldirektor Urs Lacotte (Schweiz), der von 2003 bis März 2011 die rechte Hand von Rogge war. Nachfolger von Lacotte ist Rogges belgischer Landsmann Christophe de Kepper, der bereits seit April im Amt ist.

Das IOC vergrößerte sich zudem am Schlusstag von 110 auf 113 Mitglieder. Jose Perurena Lopez (Spanien), Gerardo Werthein (Argentinien) und Barbara Kendall (Neuseeland) wurden neu aufgenommen. Sie gehörten seit April bereits provisorisch dazu. Ende des Jahres werden vier Mitglieder turnusgemäß ausscheiden. Deutsche IOC-Angehörige bleiben Vizepräsident Thomas Bach und Claudia Bokel. Ehrenmitglied ohne Stimmrecht ist Walther Tröger.

Quelle: ntv.de, dpa/sid