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Wahl zum IOC-Vorsitz Rogge setzt sich durch

Der Belgier Jacques Rogge ist in Moskau zum neuen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewählt worden. Der Chirurg löst damit den Katalanen Juan Antonio Samaranch an der Spitze der größten internationalen Sportorganisation ab.

1980 war Samaranch ebenfalls in der russischen Hauptstadt zum siebten Präsidenten gekürt worden.

Rogge ist der achte Präsident in der 107-jährigen Geschichte des IOC. Samaranch scheidet nach 21-Jahren aus dem Amt. Für acht Jahre wurde der dreimalige Olympiateilnehmer im Segeln gewählt, eine Verlängerung seiner Amtszeit ist nach den geltenden IOC-Statuten für maximal vier Jahre möglich.

Der Genter setzte sich gegen den Kanadier Richard Pound, den Südkoreaner Un Yong Kim und den Ungarn Pal Schmitt durch. Die Amerikanerin Anita Defrantz schied im ersten Wahlgang aus.

Die Präsidentenwahl galt als Richtungsentscheidung, da Samaranchs Nachfolger die Olympische Bewegung zu Beginn des neuen Jahrtausends entscheidend mitprägen wird. Mit Rogge setzte sich der Wunschkandidat des ehemaligen Franco-Sympathisanten durch.

Zunächst wurden die neuen Mitglieder des IOC gewählt. Mit dem ehemaligen Schweizer Bundespräsidenten Adolf Ogi wurde erstmals ein Kandidat abgelehnt. Der Politiker und Sportfunktionär erhielt nicht die erforderliche Mehrheit der Stimmen.

Juan Antonio Samaranch jun., der Sohn des IOC-Präsidenten, gehört hingegen zu den künftigen IOC-Mitgliedern. Zudem wurden gewählt: Els van Breda Vriesman (Niederlande), Randhir Singh (Indien), Timothy Tsun Ting Fok (China/Hongkong), John Dowling Coates (Australien) und Issa Hayatou (Kamerun).

Das IOC hatte am Freitag die Olympischen Spiele 2008 an das von Samaranch favorisierte Peking vergeben und sich damit über Bedenken von Menschenrechtsorganisationen hinweggesetzt.

Das 15-köpfige Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist nach der Session ebenso wieder komplett. Die 112. Vertreter der IOC-Vollversammlung wählten Witali Smirnow zum vierten Vizepräsidenten. Der Russe nimmt den Platz ein, den die turnusgemäß nach vier Jahren ausgeschiedene Amerikanerin Anita Defrantz freigemacht hat.

Zu neuen Mitgliedern der Exekutive wurden der Grieche Lambis Nikolaou, der dem Führungsgremium damit auch während der Olympischen Spiele 2004 in Athen angehören wird, und Toni Khoury aus dem Libanon gewählt. Sie nehmen die Plätze des neuen Präsidenten Rogge sowie des unterlegenen Südkoreaners Un Yong Kim ein.

Quelle: n-tv.de

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