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1. Fußball-Bundesliga Schafstall ersetzt Zumdick

Der VfL Bochum hat Trainer Ralf Zumdick entlassen und verordnet sich und seinen Fans im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga eine "Schocktherapie". Dem eher besonnenen Zumdick folgt der "harte Hund" Rolf Schafstall. Der 63-Jährige Ex-Coach der Westfalen kehrt neun Jahre nach seinem letzten Bundesliga-Engagement bei Fortuna Düsseldorf in die höchste deutsche Spielklasse zurück und soll den Tabellenletzten in alt bewährter Manier vor dem vierten Abstieg seit 1993 bewahren.

"Das gesamte Präsidium hat beschlossen, im Interesse des VfL die Verantwortlichkeiten zu ändern. Rolf Schafstall hat eine innere Bindung zum VfL und kennt die Mannschaft genau", sagte Präsident Werner Altegoer, der sich noch am Samstag nach dem 1:3 beim Hamburger SV, der siebten Auswärtsniederlage in Folge, für Zumdick eingesetzt hatte.

"Ich liebe solche Aufträge, es konnte für mich nie schwer genug sein. Trotzdem habe ich es immer geschafft. Ich mache den Job trotzdem nicht, um mich zu profilieren, sondern um mit dem VfL die Klasse zu erhalten", sagte Schafstall, der einen Vertrag bis zum Saisonende erhält und am Samstag beim Auswärtsspiel in Wolfsburg erstmals auf der Bank sitzen wird.

Schafstall hatte zwischen 1981 und 1986 als Cheftrainer die Bochumer zu "Unabsteigbaren" gemacht. Danach konnte der gelernte Anstreicher bei zahlreichen anderen Engagements aber nur selten wieder an seine Erfolge in Bochum anknüpfen und geriet sogar ins gesellschaftliche Abseits. 1990 wurde er als "Wiederholungstäter" mit Alkohol am Steuer erwischt und zu vier Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt.

Letzter seiner bislang zwölf Vereine war der Regionalligist Dynamo Dresden. Dort lieferte der Fußball-Lehrer Schafstall im März 1999 die letzte Kostprobe seines aufbrausenden Temperaments. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel " ließ er sich unter anderem zu folgenden Aussagen hinreißen: "Ich komme in die Kabine - da steht keiner auf, da hört keiner zu - kein Anstand. Lauter Ossis." Schafstall wurde nach nur 57 Tagen gefeuert, entschuldigte sich allerdings später für seine Aussagen.

Quelle: n-tv.de

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