Knapper Sieg in Spiel vierSchlaflose Lakers stehen kurz vor dem Titel

Die Los Angeles Lakers können am Wochenende den Titel in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA holen - und damit eine lange Durststrecke beenden. Ihrem Superstar bereitet das Finale derweil schlaflose Nächte. Sagt er.
Die Los Angeles Lakers um Basketball-Superstar LeBron James stehen vor dem ersten Titelgewinn in der nordamerikanischen Profiliga NBA seit zehn Jahren. In der Nacht zum Mittwoch siegte der Favorit im vierten Spiel der Finalserie gegen die Miami Heat mit 102:96. Damit führen die Lakers im Modus best-of-seven mit 3:1 und können ihre insgesamt 17. NBA-Meisterschaft im fünften Duell am Samstag (3 Uhr/DAZN) perfekt machen.
Insgesamt neun Führungswechsel, nie mehr als ein einstelliger Vorsprung für eine Mannschaft, umkämpfte Korberfolge auf beiden Seiten des Parketts - es war bis in die letzten Sekunden ein finalwürdiger Basketball-Krimi. Bester Scorer in einer von der Defensive geprägten Partie war James mit 28 Punkten, zwölf Rebounds und acht Assists, sein kongenialer Partner Anthony Davis legte in der Bubble in Orlando/Florida 22 Zähler auf - und war in der Schlussminute der entscheidende Akteur: Erst versenkte der Center einen Dreier, dann blockte er einen Korbleger von Miamis Ausnahmespieler Jimmy Butler.
Butler, der die Serie im vierten Aufeinandertreffen mit 40 Punkten beim erstem Sieg der Heat wieder spannend gemacht hatte, kam diesmal ebenfalls auf 22 Punkte. "Beide Teams wussten um die Situation. Jeder hat um jeden Ball gekämpft", sagte James. "Wir können uns mit einem Tag mehr Pause nun erholen. Aber ich werde weiter arbeiten, ich werde weiter nicht schlafen, bis es vorbei ist." Heat-Trainer Erik Spoelstra musste nach der Partie eingestehen: "Am Ende gab es einige Momente der Wahrheit. Wahrscheinlich ist das Fazit, dass sie diese Momente der Wahrheit gewonnen haben". Nach der Pleite zwei Tage zuvor und Kritik an zu viel Selbstsicherheit des Favoriten zeigten die beiden Führungsspieler der Lakers wieder all ihre Fähigkeiten. Das Duo James und Davis machte den Unterschied in den Momenten der Wahrheit.
Sollten die Lakers am Samstag triumphieren, wäre es ihr erster NBA-Titel seit 2010. Danach hatte es eine lange Durststrecke gegeben, seit 2013 konnte das prestigeträchtige Team bis zur laufenden Saison nicht mehr die Play-offs erreichen. 2018 holten die Lakers den heute 35-jährigen James von den Cleveland Cavaliers, um das Erbe der mittlerweile verstorbenen Vereinsikone Kobe Bryant anzutreten. Das Team war als klarer Favorit in die Finalserie gegangen, Gegner Miami hatte seine Conference nur als Fünfter abgeschlossen und hat mit Verletzungsproblemen zu kämpfen.