Sport

Barrichello schuld Schumi zittert vor Finale

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher zittert vor dem Saisonfinale in Sao Paulo der Winterpause entgegen, und schuld daran ist sein Teamkollege Rubens Barrichello. "Ich hatte solche Temperaturen nicht erwartet. Rubens hat gesagt, bringt nur kurze Hosen und T-Shirts mit, es sind 30 bis 35 Grad angesagt. Das habe ich dann auch getan", sagte der bei lediglich 15 Grad frierende Ferrari-Star vor dem Großen Preis von Brasilien.

Abgesehen vom Wetter herrscht bei dem 35-jährigen Schumacher Vorfreude auf das letzte Rennen des Jahres, bei dem er auf einer anspruchsvollen Strecke, die er sehr mag, und vor euphorischen Fans seine Rekordsaison mit dem 14. Sieg angemessen abschließen möchte. "Es wird aber kein Spaziergang. Brasilien ist immer ein Pflaster für sich", meinte Schumacher, der sich in Sao Paulo bisher meistens hervorragend aus der Affäre gezogen hat. Vier Siege, zwei zweite und vier dritte Plätze stehen für ihn zu Buche, lediglich im letzten Jahr leistete er sich im Regen einen Ausrutscher.

Dagegen ist die Bilanz seines Teamkollegen Barrichello in der Heimat erschreckend. Einen magereren vierten Platz holte Rubinho auf der Strecke, auf der er als kleiner Junge nur einen Steinwurf vom Haus seiner Oma entfernt mit dem Formel-1-Bazillus infiziert wurde. Insgesamt zehnmal fiel er bei elf Anläufen aus.

Auf Schumachers kollegiale Schützenhilfe sollte sich Barrichello auf der Jagd nach seinem großen Traum nicht verlassen. "Rubens ist sehr motiviert, deshalb wird es für mich schwer, ihn hier zu schlagen", sagt der siebenmalige Weltmeister: "Aber ich werde es sicher versuchen."

Mit bislang 146 WM-Punkten und 13 Saisonsiegen hat Schumacher die ohnehin von ihm selbst gehaltenen Bestmarken in neue Dimensionen geschoben. In die Winterpause, in der er wie gewohnt die meiste Zeit in Norwegen ausspannen und seine Akkus für die kommende Saison aufladen wird, würde er aber gerne noch einen weiteren Erfolg mitnehmen.

Vorwürfe, dass Ferrari mit bislang 15 Siegen in 17 Rennen die Königsklasse langweilig mache, wies der Kerpener zurück: "Das sagen meistens Leute, die uns nicht mögen. Für unsere Fans ist es nicht langweilig, und davon gibt es viele."

Zu den ernsthaften Konkurrenten in Sao Paulo zählt der Champion neben den Silberpfeilen von McLaren-Mercedes, bei denen der Schotte David Coulthard am Sonntag möglicherweise den letzten Grand Prix seiner Karriere fährt, auch seinen Bruder Ralf bei dessen letztem Rennen für BMW-Williams vor dem Wechsel zu Toyota: "Ralf ist in Suzuka ein starkes Rennen gefahren, deshalb zähle ich ihn auch hier zum Favoritenkreis."

Ralf Schumacher selbst hofft auf ein gutes Resultat und einen versöhnlichen Abschluss nach sechs Jahren in Weiß-Blau. "Ich hoffe, dass es hier nochmal passt. Unser Auto war in Schanghai und Suzuka gut, deshalb gehe ich nicht davon aus, dass es hier schlecht sein wird", sagte "Schumi II".

Quelle: n-tv.de