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Jury bestraft Jung nachträglich Totes Pferd trübt deutschen Sieg beim CHIO

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Sandra Auffarth profitierte von der Strafe gegen ihren Mannschaftskollegen.

(Foto: IMAGO/Stefan Lafrentz)

Zunächst ist es ein deutscher Doppelsieg, dann korrigiert die Jury das Ergebnis der Vielseitigkeit beim CHIO. Michael Jung verliert den Sieg nachträglich, Sandra Auffarth rückt auf Platz eins. In den Jubel mischt sich aber der Schreck um das Pferd einer Weltmeisterin.

Der dreimalige Olympiasieger Michael Jung hat durch einen Jury-Entscheid nachträglich seinen Sieg im Vielseitigkeits-Wettbewerb beim CHIO in Aachen verloren. Dennoch gab es durch Sandra Auffarth einen deutschen Erfolg. Die Ex-Weltmeisterin aus Ganderkesee verbesserte sich im Geländeritt auf Viamant Du Matz zunächst auf den zweiten Rang hinter Jung und dessen Toppferd Chipmunk. Nachdem die Richter nach Auswertung von Videos entschieden, dass der Ausnahmereiter ein Hindernis nicht korrekt überwunden hatte und dafür 15 Strafpunkte erhielt, rutschte die 35-Jährige sogar ganz nach vorn.

Dennoch dürfte sich Jung nachdrücklich für eine WM-Nominierung empfohlen haben, ebenso dürfte an Auffarth kein Weg vorbeiführen. Stark zeigte sich auch Sophie Leube, die im westfälischen Hamm einen eigenen Ausbildungsstall betreibt und mit der zwölfjährigen Stute Jadore Moi in dem Weltklassefeld einen hervorragenden sechsten Platz belegte. Anders als üblich endet die Prüfung in Aachen mit dem Geländeritt statt mit dem Springen.

Fest für die WM eingeplant sind auch Olympiasiegerin Julia Krajewski und Europameisterin Ingrid Klimke - die nach einem Vorbeiläufer ihrer Stute Siena just do it das Streichergebnis in der Mannschaftswertung lieferte. Hinter Vorjahressieger Großbritannien wurde Deutschland mit erheblichem Abstand Zweiter, auf Platz drei folgten die Franzosen, die mit vielen jungen Pferden bereits mitten in der Vorbereitung auf Olympia 2024 in Paris sind.

Julia Krajewski, die in Aachen mit ihrem Goldpferd von Tokio antrat, war zufrieden mit ihrer Mandy, obwohl die Stute beim letzten Tiefsprung am Wasser nach dem Einritt ins Stadion fast gestürzt wäre. "Man hat schon gemerkt, dass sie in diesem Jahr noch nicht so oft unterwegs war", sagte Krajewski: "Sie war zwischendurch fast ein bisschen erstaunt über die vielen Zuschauer."

Überschattet wurde der Geländeritt von einer Verletzung des Pferdes Allstar von Weltmeisterin Rosalind Canter (Großbritannien). Der 17-jährige Hengst setzte nach einem Sprung das linke Vorderbein nicht mehr auf. Einen Sturz hatte es nicht gegeben, möglicherweise war Allstar mit voller Wucht mit dem Bein gegen ein Hindernis geprallt. "Das ist ganz schrecklich", sagte Ingrid Klimke am WDR-Mikrofon: "Ich habe sowas selbst mal mit Bobby erlebt, für den Reiter ist das eine Katastrophe."

Allstar wurde mit dem Transporter in die Klinik gebracht, die Veranstaltung war für einige Minuten unterbrochen. Wenig später teilte Turnierdirektor Frank Kempermann mit, dass das Pferd eingeschläfert wurde. "Die Verletzung konnte nicht operiert werden", sagte Kemperman dem WDR: "Die Besitzer haben dann die Entscheidung getroffen." Das sei ein schwerer Schlag für die Reiterei, sagte Kemperman: "Aber es war ein Unfall, der immer passieren kann."

Quelle: ntv.de, tsi/dpa/sid

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