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Armstrong & Doping (Folge 2437) Tour-Blutwerte anomal

Der renommierte dänische Blutforscher Jakob Mörkebjerg hat die Blutwerte von Lance Armstrong bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt als "unnormal" bezeichnet und den siebenmaligen Tour-de-France-Sieger damit indirekt des Blutdopings verdächtigt.

Lance Armstrong ist zum vierten Mal Vater geworden.Sowohl die Anzahl roter Blutkörperchen, als auch der Hämatokrit- und der Hämoglobinwert Arsmtrongs seien im Vergleich der ersten mit der letzten Etappe der "Grande Boucle" relativ konstant geblieben, erklärte Mörkebjerg - ein höchst verdächtiger Befund.

"Aus unserer Forschung wissen wir, dass diese Blutwerte unter großer Anstrengung - wie bei der Tour de France der Fall - markant fallen. Aber das ist bei Armstrong nicht so", sagte Mörkebjerg dem dänischen Radio DR. Damit sei nicht erwiesen, dass sich der Texaner einer Blutdoping-Kur unterzogen habe, "aber das könnte eine Erklärung sein. Eine andere Ursache wäre Diarrhö oder Dehydrierung."

Anomale Entwicklung

Das Bild, das die Werte des diesjährigen Tour-Dritten zeigten, "stehe dem entgegen, was wir normal sehen müssten", ergänzte der dänische Spezialist. Armstrong veröffentlicht seine Werte auf der Internetseite seiner Krebs-Stiftung (Livestrong). Dort könnte man auch sehen, dass Armstrongs Blutwerte beim Giro d'Italia den von Mörkebjerg erwarteten Verlauf genommen haben. "Aber bei der Tour de France sind sie nicht gefallen", betonte Mörkebjerg, der in Kopenhagen an der Universitätsklinik Bispebjerg Hospital forscht.

Related contentArmstrong sieht sich Zeit seiner Karriere Dopingverdächtigungen ausgesetzt, hat aber stets geleugnet, unerlaubte Mittel gebraucht zu haben. 2005 hatte die L'Equipe Armstrong in sechs Fällen Epo-Doping vorgeworfen und sich dabei auf die Auswertung tiefgefrorener Proben von 1999 berufen. Da keine B-Proben der untersuchten B-Proben mehr existierten, blieben die Enthüllungen für Armstrong folgenlos.

Lächerliche Mutmaßungen

Bei der zurückliegenden Tour wurde er mehrfach ohne positiven Befund getestet. Vor der Frankreich-Rundfahrt hatte er jedoch bei einem unangekündigten Dopingtest den Kontrolleur lange warten lassen und damit gegen die WADA-Regeln verstoßen. Dennoch hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur ebenso wie der Tourveranstalter ASO von Sanktionen abgesehen.

Spektakuläre Comebacks im SportÜber die fortwährenden Mutmaßungen, wonach er sich doch verbotener Substanzen bediene, sagt Armstrong selbst: "Das ist lächerlich. Genug ist genug. Wir sind als Team schon lange zusammen und hatten nie einen positiven Test."

Quelle: n-tv.de, sid

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