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Dienstältester Zweitliga-Coach Trainer Schädlich tritt zurück

Mit dem überraschenden Rücktritt hat Gerd Schädlich selbst den Schlusspunkt hinter seine große Trainer-Karriere beim Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue gesetzt. Nach mehr als acht Jahren Amtszeit verlässt der 54-Jährige als dienstältester Zweitliga-Coach die "Veilchen", die nach der jüngsten 0:5-Pleite in München auf einem Abstiegsplatz überwintern. Bis zum 30. Dezember soll ein Nachfolger gefunden sein.

"Ich musste ein Zeichen setzen. Die Lage ist mit 16 Punkten und einem Heimspiel mehr in der Rückrunde noch nicht aussichtslos", begründete Schädlich seinen Schritt. "Der i-Punkt war der Offenbarungseid des 0:5 am Sonntag in München, aber in den letzten Wochen hatte sich schon einiges aufgebaut."

Am Montagmorgen informierte der kantige Trainer-Routinier Aues Vizepräsidenten Bertram Höfer darüber, dass er seinen bis Juni 2009 laufenden Vertrag nicht erfüllt und stattdessen zum 1. Januar 2008 seinen Posten zur Verfügung stellt. In der Heimat der Schwibbögen und Räuchermännchen war danach der Weihnachtsfrieden endgültig dahin.

"Ich fühle mich nicht verraten. Es war ein sauberer Schritt. Gerd Schädlich hat die Verantwortung übernommen. Respekt - auch für die jahrelange Leistung hier", sagte Uwe Leonhardt. Der zunächst auch zu den Überraschten zählende Vereinspräsident kündigte einen neuen Mann auf der Trainerbank "bis zum 30. Dezember an. Wir sind im Präsidium schon zehn Namen durchgegangen und werden in den nächsten Tagen die entsprechenden Verhandlungen führen".

Die Anforderungen an den Nachfolger seien klar: "Wir wollen noch 24 Punkte holen und brauchen einen Mann mit Lebenserfahrung, der sportlich schon etwas erreicht hat." Der in Cottbus beurlaubte Petrik Sander steht laut Leonhardt nicht auf der Liste. Schädlich soll vom Vereinsboss ein Angebot zur weiteren Mitarbeit in Aue erhalten.

Seine Spieler hatte Schädlich bereits am Vormittag vor dem letzten Training des Jahres informiert und dann unter Leitung von Co-Trainer Holger Erler zum Auslaufen in den Erzgebirgs-Wald geschickt. "Die Entscheidung des Trainers kommt für uns überraschend", meinte "Urgestein" Marco Kurth, der seit sieben Jahren in Aue unter Schädlich spielte. "Aber wir haben eben zu wenig Punkte. Es wird schwer, in der Winterpause neue Spieler zu finden, die uns sofort weiterhelfen."

Wo der Coach, der die Erzgebirgler 2003 in die 2. Bundesliga führte und seitdem das Team aus der kleinsten Zweitliga-Stadt eindrucksvoll im Unterhaus etablierte, zum Trainingsauftakt am 3. Januar ist, weiß er nicht: "Ich gehe jetzt erst einmal in Urlaub. Über die Zukunft habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich muss erst einmal die Gegenwart verarbeiten."

Quelle: n-tv.de, von Olaf Morgenstern, sid