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Der letzte Weltmeister? Traum-Slalom bringt Pinturault Kombi-Gold

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Mit letztem Einsatz zum letzten WM-Gold in der alpinen Kombination: Alexis Pinturault.

(Foto: REUTERS)

Der Franzose Alexis Pinturault ist mutmaßlich letzter Weltmeister in der alpinen Kombination. Nach einer eher schwachen Abfahrt gelingt dem 27-Jährigen ein überragender Slalom. Der reicht dem Favoriten zu Gold. Linus Straßer verpasst derweil nur knapp eine Riesenüberraschung.

Linus Straßer hat seine kleine Medaillenchance in der alpinen Kombination bei der Ski-WM in Are vertan. Der 26 Jahre alte Münchner, der nach einer guten Abfahrt als 29. in aussichtsreicher Position war, belegte beim nicht überraschenden Triumph des Franzosen Alexis Pinturault am Berg Areskutan Gesamtrang fünf. Straßer fehlten 0,34 Sekunden auf Bronze, "das ist bitter", sagte er. "Das ist ein gutes Ergebnis, aber leider keine Medaille. Ich bin trotzdem zufrieden." Allerdings: Im Slalom sei er "von der Einstellung ein bisschen drüber" gewesen. Ein typischer Straßer, der viel kann, oft aber zu viel will - und so häufig scheitert. "Ich wollte alles riskieren, Vollgas geben", sagte er, doch das war das falsche Rezept, im Schlussabschnitt verlor Straßer dadurch die entscheidenden Zehntelsekunden.

Der favorisierte Pinturault, bei Olympia 2018 Zweiter in diesem Wettbewerb, setzte sich nach Platz 24 in der Abfahrt knapp vor Überraschungsmann Stefan Hadalin aus Slowenien (0,24  Sekunden zurück) und dem ebenfalls favorisierten Österreicher Marco Schwarz (0,46) durch. Der 27-jährige Pinturault ließ sich bei seinem starken Slalomdurchgang auch nicht von einer Knieprellung beirren, die er sich am Vormittag in der Abfahrt zugezogen hatte. Er ist der erste Franzose seit Michel Vion (1982), der den Kombi-Titel holt.Olympiasieger Marcel Hirscher aus Österreich hatte auf einen Start verzichtet. Weil die Abfahrtsstrecke windbedingt um fast einen Kilometer stark hatte verkürzt werden müssen, waren die Speed-Spezialisten um den italienischen Super-G-Weltmeister Dominik Paris chancenlos. Zwar wurde auch der Slalom etwas eingedampft, doch blieben die Techniker im Vorteil.

Die Entscheidung könnte die letzte im alpinen Zweikampf bei einer WM gewesen sein. Der Internationale Skiverband (FIS) wird in dieser Woche entscheiden, ob er schon bei den nächsten Titelkämpfen in Cortina d'Ampezzo 2021 stattdessen ein Parallel-Rennen fahren lässt. Der DSV hat die auf der Kippe stehende Disziplin trotz sehr großer Erfolge von Christl Cranz, Katja Seizinger oder aber Maria Höfl-Riesch in der Vergangenheit indes bereits abgeschrieben. "Wir haben eine ganz klare Position: Wir wollen es nicht mehr haben, und wir fördern es auch nicht mehr", sagte Alpinchef Wolfgang Maier. Daran ändert auch Straßers kleiner Erfolg, die beste deutsche Platzierung bei einer Männer-Kombi seit dem fünften Rang von Markus Wasmeier 1989 im amerikanischen Vail ein, sicher nichts.

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Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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