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Boxüberraschungen Ullrich top - Lang flop

Alexander Petkovic hat seine WM-Chance verpasst, Daisy Lang ist als Weltmeisterin entthront - nur ausgerechnet der als Drückeberger gescholtene Thomas Ulrich sorgte für einen Lichtblick beim Hamburger Universum-Boxstall. Dabei hatte der Berliner seinen Kampf am Samstag beim internationalen Box-Abend in Bayreuth ursprünglich abgesagt, weil er Gegner Carl Handy (USA) nicht akzeptieren wollte. Erst am vergangenen Mittwoch entschloss sich der Halbschwergewichtler, doch in den Ring zu steigen.

Sein Sieg nach Punkten über acht Runden gegen Handy war deutlich, aber glanzlos. "Ich habe mit dem Chef gesprochen, danach war klar, dass ich boxen muss, dass ich Kämpfe brauche", verriet der 28-Jährige, der nun auf eine Chance als WM-Herausforderer hoffen darf.

"Wir werden einen passenden Kampf für ihn finden. Er steht in der Welt- und Europarangliste weit oben", schlug Promoter Klaus-Peter Kohl nach den Differenzen der vergangenen Wochen versöhnliche Töne an.

"Wenn es noch einmal irgendwelche Probleme gibt, werden wir darüber reden", betonte Ulrich, der sich um Zukunft um ein besseres Klima mit seinem Arbeitgeber bemühen möchte. Nicht gelten lassen wollte er den zuletzt oft geäußerten Vorwurf, er sei nervenschwach und habe deshalb den Kampf in Bayreuth zunächst abgesagt: "Das stimmt nicht. Ich arbeite sehr professionell und hart."

Die erste Chance auf einen Weltmeistergürtel hat der Münchner Petkovic vergeben. Der bereits 36 Jahre alte Champion Johnny Nelson aus England verteidigte seinen Titel im Cruisergewicht nach WBO-Version somit zum elften Mal. Bei seinem Punktsieg wies Nelson seinen 13 Jahre jüngeren Herausforderung deutlich in die Schranken: Er agierte cleverer und profitierte von seiner größeren Erfahrung. Und - anders als von Petkovic erwartet - zeigte der Brite auch keine konditionellen Defizite. "Ich dachte, Nelson würde ein wenig abbauen, aber das hat er nicht", gestand der gebürtige Jugoslawe ein.

Neben Petkovics Niederlage schmerzte vor allem das Abschneiden von Daisy Lang (Düsseldorf), die als Favoritin in ihren Kampf ging und überraschend scheiterte. Die Verteidigung ihres WM-Titels im Junior-Bantamgewicht nach WIBF-Version gegen die bulgarische Europameisterin Galina Iwanowa schien reine Formsache, doch dann wurde sie klar mit 0:3-Punktrichterstimmen geschlagen. Nach der Pleite versuchte sie, ihre Enttäuschung zu verbergen. "Niederlagen machen stark. Ich will nun meine beiden anderen Titel verteidigen."

Quelle: n-tv.de