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WM-Nachlese Ullrich träumt weiter vom Titel

Acht Wochen harte, gezielte Vorbereitung mit rund viertausend zusätzlichen Kilometern waren nicht genug. Jan Ullrich hat seinen Traum vom Regenbogentrikot des Straßenweltmeisters nicht erfüllen können. Kein Deutscher hat seit Rudi Altig 1966 den begehrtesten Titel im Radsport, abgesehen vom Sieg bei der Tour de France, gewonnen.

Jan Ullrich haderte mit dem Schicksal: "Ich war davon ausgegangen, dass das Rennen in der zweiten Hälfte doch viel schwerer verläuft, so aber waren bis zum Schluss zu viele an meinem Hinterrad." Dem als Favoriten gestarteten Merdinger blieb nur ein für ihn enttäuschender 13. Rang und das Gold im Zeitfahren als schwacher Trost: "Das Straßenrennen bleibt für mich die Königsdisziplin. Ich möchte diesen Titel unbedingt auch einmal gewinnen", bekannte der Olympiasieger.

Doch diese Chance winkt im nächsten Jahr eher Erik Zabel. "Ich bin seit März immer voll gefahren und wollte hier ja eigentlich gar nicht zur WM antreten. Der fünfte Platz ist mehr, als ich erwarten konnte." Die WM 2002 findet im belgischen Zolder statt. Auf einem Kurs, der dem Sprinter aus Unna liegen sollte.

So manchem Außenseiter fiel in des der WM-Titel nahezu in den Schoß, wie im Vorjahr dem Letten Romans Vainsteins. Nicht aber Oscar Freire, der in Lissabon sein Gold von 1999 bestätigt hat. Damals gewann er als Unbekannter, nun hatten ihn etliche auf der Rechnung.

Auch Erik Zabel hat einmal mehr überrascht. Wer schon Mitte März bei Mailand-San Remo triumphiert, braucht sich sieben Monate danach eines fünften Platzes nicht zu schämen, zumal wenn er nur als "Wasserträger" für seinen Kapitän angereist ist. Er steht zu Recht an der Spitze der Weltrangliste.

Quelle: ntv.de