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Tour de France / 2. Etappe Wieder ein australischer Sieg

Baden Cooke hat Erik Zabel auf der zweiten Etappe der 90. Tour de France den 33. Geburtstag verdorben und am dritten Tag der "Großen Schleife" den zweiten australischen Sieg perfekt gemacht. Im Schlussspurt des Teilstücks durch die Champagne musste sich Zabel mit dem vierten Platz begnügen.

Cooke setzte sich nach 204,5 km und 5:06:33 Stunden in Sedan vor dem Franzosen Jean-Pierre Nazon und Estlands Zeitfahrmeister Jaan Kirsipuu durch. Olympiasieger Jan Ullrich und Vorjahressieger Lance Armstrong erreichten mit dem Hauptfeld das Ziel.

McGee weiter in Gelb

Das Gelbe Trikot des Spitzenreiters in der Gesamtwertung verteidigte Prologsieger Bradley McGee erfolgreich, im Grünen Trikot des Punktbesten blieb sein australischer Landsmann Robbie McEwen. Seine Führung in der Bergwertung konnte der Franzose Christophe Mengin geringfügig ausbauen. Ullrich fiel um einen Rang auf den fünften Platz zurück, hat aber wie der vor ihm liegenden Spanier Haimar Zubeldia sechs Sekunden Rückstand. Armstrong ist elf Sekunden zurück 11.

"Ich hatte Glück, dass ich das richtige Hinterrad erwischt hatte. Aber ich habe mich in der Schlussphase auch richtig gut gefühlt", sagte Cooke. Zabel räumte derweil eigene Fehler ein: "Ich bin ein Risiko eingegangen, und das war falsch. 300 Meter vor dem Ziel hatte ich das Vorderrad frei und hätte lossprinten sollen. Heute darf man nichts mehr auf die leichte Schulter nehmen. Die Spitze ist größer geworden, jede Mannschaft hat einen guten Sprinter dabei und die Jungen mausern sich."

Glückloser Ausreißer

Bis zum Finale am Rand der Ardennen hatte es noch nach einem Überraschungserfolg durch den französischen Ausreißer Frederic Finot ausgesehen, der dem Ziel nahe der belgischen Grenze allein entgegengefahren war. Nach 195 km langer Flucht wurde der 26-jährige Franzose, der vor den letzten 25 Kilometern noch rund vier Minuten Vorsprung hatte, eingeholt. Sein Fluchtgefährte Lilian Legou hatte nach 175 km abreißen lassen müssen.

Wieder Stürze

Auch die in La Ferte-sous-Jouarre 40 km östlich von Paris gestartete Etappe wurde von mehreren Stürzen überschattet, die allerdings nicht so gravierende Folgen hatten wie am Sonntag. Glück hatte Jegou. Der Teamkollege des Berliners Jens Voigt beim französischen Rennstall Credit Agricole stürzte über das Kamerakabel eines TV-Motorrades und hatte Glück, dass der Fahrer eines nachfolgenden Begleitfahrzeuges blitzartig reagierte und ausweichen konnte. Sturzopfer wurden auch die "Gerolsteiner" Olaf Pollack und Uwe Peschel sowie Fabrizio Guidi von Ullrichs Bianchi-Team.

Kämpferherz Hamilton

Als Folge der Unfälle vom Sonntag wurden am Montagmorgen die ersten Ausfälle gemeldet. Während CSC-Kapitän Tyler Hamilton trotz eines Schlüsselbeinbruchs antrat, gaben die Rabobank-Profis Levy Leipheimer und Marc Lotz auf. Kapitän Leipheimer hatte einen Beckenbruch, Lotz eine Augenhöhlenfraktur erlitten. Nur fünf Teams waren nicht in den Sturz verwickelt, darunter auch Bianchi. Durch den Ausstieg der beiden Teamkollegen des Hannoveraners Grischa Niermann sind noch 196 Fahrer im Rennen.

Die dritte Etappe führt am Dienstag von Charleville-Meziers über 167 km nach Saint-Dizier. Obwohl die Strecke nur eine Bergwertung der vierten Kategorie gleich zu Beginn des Teilstücks aufweist, geht es fast ständig auf und ab, sodass es schwierig sein dürfte, das Feld zusammenzuhalten. Bei den vielen kurzen Anstiegen sind immer wieder bis zu 100 Höhenmeter zu überwinden.

Quelle: n-tv.de

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