Sport

Keine Ski-WM in Garmisch "Wir wurden abserviert"

Garmisch-Partenkirchen ist mit seiner Bewerbung um die Ausrichtung der alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2009 gescheitert. Der traditionsreiche Wintersportort aus dem Werdenfelser Land musste sich in Miami beim Kongress des Internationalen Skiverbandes (FIS) der Konkurrenz aus Val d'Isre geschlagen geben.

In Garmisch-Partenkirchen wurde die Entscheidung mit Enttäuschung und Verbitterung aufgenommen. "Wir sind abserviert worden. Man muss sich fragen, welche Stellung der deutsche Sport überhaupt noch hat", sagte der für die Kandidatur mitverantwortliche Christian Neureuther.

Das französische Val d'Isre setzte sich auch gegen die anderen Kandidaten aus Schladming (Österreich) und Vail (USA) durch. Es ist damit in fünf Jahren zum ersten Mal Gastgeber der alpinen Titelkämpfe.

Aus schon im ersten Wahlgang

Das Aus für Garmisch-Partenkirchen - Olympia-Ort von 1936 - kam überraschend schon im ersten Wahldurchgang. Mit nur zwei Stimmen lag man hinter Vail (3), Schladming (4) und Val d'Isre (6), das in der zweiten Runde die absolute Mehrheit von 8 Stimmen erhielt. "Das ist sicher bitter. Wir müssen analysieren, woran es gelegen hat", sagte der Alpin-Chef des Deutschen Skiverbandes (DSV), Walter Vogel.

Während die Oberbayern weiter auf die zweite Alpin-WM in Deutschland nach 1978 warten müssen, konnte sich der DSV immerhin über die Vergabe der Skiflug-WM 2008 an Oberstdorf freuen. Die Allgäuer, im kommenden Jahr auch Gastgeber der nordischen Titelkämpfe, waren allerdings einziger Bewerber und standen daher schon vor dem Kongress als Ausrichter praktisch fest. Die nordische WM 2009 findet in Liberec statt. Die Tschechen setzten sich in einer Kampfabstimmung gegen Oslo durch.

Nach vier gescheiterten Versuchen bekam Garmisch-Partenkirchen erneut nicht den Zuschlag für die alpinen Wettkämpfe auf der Kandaharpiste und am Gudiberg. Zuletzt war man vor zehn Jahren beim Kongress in Rio de Janeiro mit seiner Bewerbung für die WM 1999 an Vail gescheitert. Diesmal hatte die Konzentration vor allem auf wirtschaftlichen Argumenten mit Deutschland als wichtigsten Markt für die Ski-Industrie und prominenten WM-Botschaftern wie Ski-Legende Rosi Mittermaier und Weltcup-Jungstar Maria Riesch gelegen.

Quelle: ntv.de