Sport

Trotz Pleitenserie Zach bleibt optimistisch

Für den achtmaligen deutschen Eishockeymeister Kölner Haie war im Jahr 2004 in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) kein Kraut gewachsen gegen die Eisbären Berlin. Die Rheinländer kassierten auch im vierten Anlauf eine 1:3-Niederlage und mussten Spitzenreiter Nürnberg Ice Tigers nach dessen 4:2 über die Kassel Huskies am 32. Spieltag auf fünf Zähler davonziehen lassen.

"Wir sollten diese Negativserie gegen Berlin nicht zu ernst nehmen. Die haben in diesem Jahr immer sehr, sehr stark gegen uns gespielt, vor allem Torhüter Oliver Jonas", sagte Kölns Trainer Hans Zach. Dennoch scheint der psychologische Vorteil im Falle eines erneuten Aufeinandertreffens beider Klubs in den Playoffs zurzeit auf Seiten der Eisbären zu liegen. "Sieg und Niederlage liegen bei großen Mannschaften immer dicht beieinander. Da ist alles möglich", wehrt der frühere Bundestrainer ab.

Er sei stolz auf seine Rumpftruppe, die im zum fünften Mal in dieser Saison ausverkauften Wellblechpalast auf eine Handvoll Leistungsträger verzichten musste und nur mit drei Reihen antrat. Neben dem langzeitverletzten Kapitän Brad Schlegel standen die Center Tino Boos und Jeremy Adduono nicht zur Verfügung. Zu allem Überfluss brach der dritte Center Dave McLlwain im zweiten Abschnitt einen Zeh und musste ins Krankenhaus. Wie lange er fehlt, ist noch ungewiss.

Berlins Trainer Pierre Page zollte dem Spiel der Gäste gebührenden Respekt. Typisches Hans-Zach-Eishockey hätte er gesehen - intensiv, defensiv, aggressiv. "Das hatte heute Playoff-Charakter", schwärmte der Kanadier, der sich wegen der Tabellenkonstellation über einen Sieg im "Sechs-Punkte-Spiel" freute. Zudem beflügelte die Intensität des Spiel endlich einmal NHL-Legionär Erik Cole im Berliner Dress, der bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Cole erzielte das vorentscheidende 2:1 im zweiten Abschnitt nach toller Einzelleistung. "Er ist eben ein Playoff-Spieler", stellte Page zufrieden fest.

In Nürnberg nahm man die Niederlage der Haie wahrscheinlich mit Genugtuung zur Kenntnis. Trainer Greg Poss, der seit 1. Oktober in Personalunion auch die deutsche Nationalmannschaft leitet, bilanzierte ein "sehr gutes Jahr 2004" für die Ice Tigers. Nicht nur die momentane sportliche Situation rechtfertigt die Charakterisierung. Die insgesamt positive Entwicklung bei den Franken, die mit vielen jungen deutschen Spielern den Umbruch gewagt und erfolgreich vollzogen haben, macht in Nürnberg derzeit Appetit auf mehr.

(von Marcel Grzanna, sid)

Quelle: ntv.de