Sport
Sonntag, 21. November 2004

Kassel und Hannover reagieren: Zwei DEL-Trainer gefeuert

An einem turbulenten Wochenende mit zwei Trainerwechseln in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben zumindest die Hannover Scorpions ihre sportliche Talfahrt gestoppt. Einen Tag nach der Beurlaubung von Gunnar Leidborg feierte der Tabellen- Vorletzte einen 4:3-Heimsieg nach Penaltyschießen über die Krefeld Pinguine und zeigte sich motivierter und spielfreudiger als zuletzt.

Bei Schlusslicht Kassel Huskies gab Trainer Mike McParland vor dem Heimspiel gegen die Kölner Haie am Sonntagabend auf. Nachfolger Milan Mokros sah trotz einer Steigerung eine knappe 1:2-Niederlage gegen den Pokalsieger, der seine Spitzenposition dank Patzern der Verfolger ausbaute. Der ERC Ingolstadt präsentierte sich nach seinem 5:0 über Kassel bei Neuling EHC Wolfsburg lustlos und verlor unerwartet klar 1:4, die Berliner Eisbären unterlagen nach zuletzt fünf Siegen 2:4 bei den Augsburger Panthern. Tabellen-Dritter vor Berlin sind nun die Nürnberg Ice Tigers dank des 5:3 über die Hamburg Freezers.

In der erst seit zwei Monaten laufenden DEL-Saison mussten sich mittlerweile schon vier der 14 Trainer vorzeitig verabschieden. Als erste Clubs hatten die DEG Metro Stars und Krefeld neue Übungsleiter verpflichtet. In Hannover wird künftig zum insgesamt dritten Mal Kevin Gaudet an der Bande stehen.

Der 41 Jahre alte Gaudet weilte am Sonntag zwar schon in der TUI- Arena von Hannover, wird aber erst am Dienstag im Pokal-Viertelfinale in Köln seinen Einstand geben. Gegen Krefeld war der bisherige Assistent Jari Pasanen verantwortlich und musste zusehen, wie die Scorpions nach zuletzt acht Heimniederlagen einen 3:0-Vorsprung durch Alexander Serikow (5./26.) und Jason Cipolla (21.) verspielten. Nach dem Ausgleich durch Rob Guillet (29./37.) und Alexander Seliwanow (47.) sorgte Andreas Morczinietz im Penaltyschießen für das Happyend.

Dies blieb den Kassel Huskies nach dem Abschied von McParland versagt. Der 46 Jahre alte Kanadier hatte erst am 27. Januar diesen Jahres Axel Kammerer abgelöst. "Zum ersten Mal in 17 Jahren als Trainer bin ich in dieser Lage, dass ich aufgebe", erklärte McParland enttäuscht. "Aber die Zeit ist uns weg gelaufen, und die Mannschaft braucht jetzt unbedingt einen Kick." Zumindest unterstützten die anfangs noch pfeifenden Huskies-Fans wieder ihr wesentlich engagierteres Team, das durch Christian Laflamme (12.) sogar in Führung ging. Doch Eduard Lewandowski (24.) in Unterzahl und Ex- Huskie Tino Boos (32.) drehten die Partie für Köln und bescherten Trainer Hans Zach an alter Wirkungsstätte den erhofften Erfolg.

Im Tabellen-Keller verschaffte sich Iserlohn nach vier Niederlagen mit einem überraschenden 3:0 gegen Mannheim ebenso wie Wolfsburg Luft auf die letzten Plätze. Die beiden schwächsten Clubs spielen nach der Vorrunde den DEL-Absteiger aus. Immer besser in Schwung kommen die Frankfurt Lions, der schwach gestartete Meister feierte beim 7:3 in Düsseldorf den siebten Sieg in den vergangenen acht Spielen.

Quelle: n-tv.de