Dienstag, 17. März 2020Der Sport-Tag

Heute mit Anja Rau, Till Erdenberger & Torben Siemer
22:30 Uhr

Werder-Profi Toprak hat sich doch schwerer verletzt

Auch, wenn gerade ohnehin nicht gespielt wird - diese Verletzung schränkt auch den "normalen" Alltag genug ein: Fußball-Profi Ömer Toprak von Werder Bremen hat sich vor zwei Wochen im DFB-Pokal-Spiel bei Eintracht Frankfurt doch schwerer verletzt als zunächst kommuniziert. Neben der bereits bekannten Riss-Quetschwunde an der Wade sei bei dem 30 Jahre alten Abwehrspieler in der vergangenen Woche auch eine Verletzung am Syndesmoseband festgestellt worden, teilten die Bremer am Dienstag mit. Aktuell muss Toprak einen Spezialschuh tragen. Toprak hatte sich die Verletzung bei einem Foul des Frankfurter Spielers Filip Kostic zugezogen. Der Serbe sah dafür die Rote Karte.

22:05 Uhr

Positiver Test: DHB-Team muss offenbar in Quarantäne

Die gesamte Handball-Nationalmannschaft soll wegen eines mit dem Coronavirus infizierten Nationalspielers unter Quarantäne gestellt werden. Kreisläufer Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen ist nach dpa-Informationen positiv auf das Virus getestet worden. Da die DHB-Auswahl sich noch in der vergangenen Woche inklusive Kohlbacher zu einem Lehrgang in Aschersleben getroffen hatte, empfahl Mannschaftsarzt Kurt Steuer eine zweiwöchige häusliche Quarantäne für das komplette Team inklusive der Betreuer um den neuen Bundestrainer Alfred Gislason. Der 24-jährige Kohlbacher ist bereits der zweite Profi der Rhein-Neckar Löwen, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Zuvor war es bereits beim dänischen Nationalspieler Mads Mensah festgestellt worden. Es sind die ersten beiden bekannten Fälle von mit dem Coronavirus infizierten Bundesliga-Profis.

21:51 Uhr

Sommermärchen-Zahlung bleibt wohl unverurteilt

Das Schweizer Bundesstrafgericht gerät im Kampf gegen die drohende Verjährung beim Sommermärchen-Prozess offenbar hoffnungslos ins Hintertreffen. Das Gericht in Bellinzona teilte am Dienstag mit, dass aufgrund der "außerordentlichen Lage vor dem Hintergrund des Coronavirus" das Verfahren um ungeklärte Millionenzahlungen vor der Fußball-WM 2006 bis mindestens zum 20. April unterbrochen sei. Bis zum 27. April muss allerdings ein erstinstanzliches Urteil vorliegen, ansonsten tritt die Verjährung der Angelegenheit in Kraft. Der Prozess gegen die früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger (74) und Wolfgang Niersbach (69) sowie Horst R. Schmidt (78), früherer Schatzmeister und Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und Ex-Fifa-Generalsekretär Urs Linsi (Schweiz/70) war von Beginn an äußerst schleppend verlaufen.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) hatte das Verfahren am 6. November 2015 eröffnet. Sie wirft dem Quartett vor, über den eigentlichen Zweck einer Zahlung aus dem Jahr 2005 in Höhe von 6,7 Millionen Euro vom DFB an den Weltverband Fifa getäuscht zu haben.

21:14 Uhr

Das Geld wird knapp: Kurzarbeit bei Fußball-Drittligist

imago46878582h.jpg

Keine Zuschauer, keine Einnahmen.

imago images/Christoph Worsch

Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena führt wegen der Aussetzung des Spielbetriebs bis mindestens zum 30. April im Zuge der Coronavirus-Krise Kurzarbeit ein. Dem Tabellenletzten der Liga fehlen pro Heimspiel Einnahmen in Höhe von 100.000 Euro, so dass sich der Verein dazu gezwungen sieht, Maßnahmen zu ergreifen. "Wir haben die Mitarbeiter gestern informiert, dass wir das Thema Kurzarbeit angehen müssen und werden. Am heutigen Dienstag gab es dazu die entsprechenden Informationen an die Spieler, Trainer und Mitarbeiter der Geschäftsstelle, die alle großes Verständnis für die besondere wirtschaftliche Herausforderung, der wir uns als Klub gegenübersehen, signalisiert haben. Das Kurzarbeitergeld wurde heute beantragt", sagte Geschäftsführer Chris Förster. Ab sofort haben Geschäftsstelle, Fanshop und Ticketcenter als Maßnahme für die Öffentlichkeit geschlossen.

20:37 Uhr

DFL-Chef Seifert findet Gehaltsverzicht-Vorschlag "nachvollziehbar"

In der Debatte um die finanziellen Folgen der Coronavirus-Krise im Fußball hat es nach Angaben von DFL-Chef Christian Seifert Gespräche zwischen Spielern und Vereinen über einen Gehaltsverzicht gegeben. "Was Markus Söder gesagt hat, ist das, was viele Menschen denken", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga in einem Live-Interview der "Bild"-Zeitung. Er wisse "von Klubs, die längst mit ihren Spielern darüber sprechen und vielleicht schon umgesetzt haben. Aber klar, die Forderung ist nachvollziehbar. Viele Akteure müssen ihren Beitrag leisten." Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU) hatte zuvor die Profis dazu aufgerufen, auf Millionen zu verzichten, um ihren Vereinen in der Corona-Krise zu helfen.

Die Bundesliga unterbricht ihren Spielbetrieb aufgrund der Coronavirus-Krise bis mindestens 2. April. "Wir sind ganz weit davon entfernt, über eine Fortführung der Liga nachzudenken", sagte Seifert nun. "Wir haben etwas Planungssicherheit. Wir könnten theoretisch nun bis in den Juli hinein planen. Theoretisch haben wir neue Spielräume gewonnen." Die Bekämpfung des Virus habe nun Priorität, sagte der DFL-Boss.

19:37 Uhr

Barcelona bittet ter Stegen wohl um Unterschrift

Die gezwungenermaßen spielfreie Zeit lässt sich auch dazu nutzen, langfristige Pläne zu schmieden. Der spanische Meister FC Barcelona will den 2022 auslaufenden Vertrag mit Fußball-Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen vorzeitig um drei Jahre verlängern. Das berichtet die Sporttageszeitung Marca. Demnach habe der Verein entsprechende Gespräche mit ter Stegens Berater begonnen. Der 27-Jährige war 2014 von Borussia Mönchengladbach zu den Katalanen gewechselt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist ter Stegen inzwischen die unumstrittene Nummer eins.

18:35 Uhr

Formel-1-Chef sagt "Sorry"

Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey hat sich in einem offenen Brief an die Fans gewandt und sich für die kurzfristige Absage des Saisonauftakts in Melbourne entschuldigt. Das Gleiche gilt für die Anhänger, die von den Verschiebungen der Rennen in Bahrain, Vietnam und China betroffen sind. "Unsere Priorität haben die Gesundheit und die Sicherheit der Fans, Teams und Organisationen der Formel 1 genauso wie der Gesellschaft insgesamt", schrieb Carey auf der Homepage der Motorsport-Königsklasse. Der Grand Prix in Melbourne war erst kurz vor dem ersten Freien Training abgesagt worden, nachdem ein positiver Coronavirus-Fall im McLaren Team vorgelegen hatte. Mittlerweile ist auch ein Mitarbeiter von Reifenhersteller Pirelli positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Eine Antwort auf die Frage nach dem Saisonstart oder -verlauf gab Carey in seinem Schreiben nicht. Die Meisterschaft solle so früh wie möglich beginnen, wenn es für alle wieder sicher sei, schrieb er. Gerechnet wird mittlerweile mit einem Saisonbeginn Anfang Juni in Baku.

17:22 Uhr

Chris Reed stirbt im Alter von 30 Jahren

imago32491382h.jpg

imago/AFLOSPORT

imago32491382h.jpg

Reed mit seiner Partnerin Kana Muramoto bei Olympia 2018.

(Foto: imago/AFLOSPORT)

Der japanische Eistänzer Chris Reed ist im Alter von 30 Jahren an einer Herzattacke gestorben. Dies teilte der nationale Eislauf-Verband mit. Der dreimalige Olympia-Teilnehmer hielt sich in Detroit auf. Reed startete mit seiner Schwester Cathy bei den Winterspielen 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi. Sie erreichten den 17. beziehungsweise 21. Platz. Bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang wurde er 15. mit seiner Partnerin Kana Muramoto. Reed war der Sohn eines Amerikaners und einer japanischen Mutter. Er beendete seine Karriere Ende 2019.

16:59 Uhr

Verband bittet Fifa wegen Coronakrise um Transfer-Sperre

imago40740492h.jpg

Terje Svendsen sieht vor allem die kleinen Vereine in arger Bedrängnis.

(Foto: imago images / Bildbyran)

Womöglich wäre alles andere unfair: Der Norwegische Fußball-Verband (NFF) fordert im Zuge der Coronakrise ein internationales Transferverbot durch die Fifa.

  • "Wir haben den Fußball-Weltverband gebeten, alle Spielertransfers zu untersagen, solange wir diese außergewöhnliche Situation haben", sagte Verbandspräsident Terje Svendsen der Zeitung "Verdens Gang".
  • In den großen Ligen wie der Bundesliga ist das nächste Transferfenster in der Regel zwischen dem 1. Juli und dem 31. August geöffnet. In vielen kleineren Ligen gelten andere Zeiträume, in Norwegen etwa ist das aktuelle Fenster bis 1. April offen, dann wieder im kompletten August.
  • Hintergrund von Svendsens Vorschlag: "In den Standardverträgen der Spieler gibt es Klauseln, wonach die Verträge nicht mehr bindend sind, wenn jemand 14 Tage beurlaubt ist." Beurlaubungen seien aber für kleinere Klubs ein Mittel, der aktuellen Lage Herr zu werden. Wären Verträge dann aber nicht mehr bindend, könnten vielen Vereinen Ablösesummen entgehen, sofern Transfers weiterhin erlaubt blieben.
16:12 Uhr

Thomas Müller äußert sich zur EM-Verschiebung

128861663.jpg

picture alliance/dpa

Als Ex-Nationalspieler ist er zwar nur mittelbar davon betroffen, dennoch: Thomas Müller begrüßt die Verlegung der Fußball-EM 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie. "Die einzig richtige Entscheidung", twitterte der Fußball-Weltmeister von 2014, noch bevor die Europäische Fußball-Union die offizielle Entscheidung verkündete. Statt in diesem Sommer soll die Endrunde vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021 stattfinden. Der 30 Jahre alte Müller war vor einem Jahr von Bundestrainer Joachim Löw aussortiert worden.

Deutschland wäre in diesem Sommer mit München einer von zwölf Gastgebern für die 51 Spiele der 24 Teilnehmer gewesen. Inwieweit die UEFA die historische Endrunde im Sommer 2021 unter gleichen Voraussetzungen ausrichten will und kann, blieb zunächst offen.

15:38 Uhr

"Scheißausdrücke": Heldt schimpft auf Kritiker

undefinedHarte Worte: Horst Heldt, Sportchef des 1. FC Köln, schimpfte massiv auf Forderungen, hochbezahlte Fußballprofis sollten über Spenden oder Verzicht auf Teile ihres Gehalts nachdenken. Dies seien "populistische Scheißausdrücke", befand Heldt. "Fußballprofis haben ein soziales Gewissen. Das öffentlich infrage zustellen, ist anmaßend und unverschämt", sagte der 50-Jährige.

Vorher hatte der Bundesligist verkündet, den Trainingsbetrieb vorerst einzustellen. "Es macht aus vielerlei Hinsicht derzeit keinen Sinn", sagte Heldt. Erst am 27. März wolle sich das Team wieder treffen. Gleichwohl sei die Planung weiter auf eine mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs Anfang April ausgelegt. Der FC sehe sich aber "auch gesellschaftlich in der Verantwortung", begründete Heldt die Trainingspause. Auch die TSG Hoffenheim hatte sich heute zum vorerst letzten Mal zu einer gemeinsamen Einheit getroffen.

14:35 Uhr

Fifa vereint Erzrivalen im Kampf gegen Corona

*Datenschutz

Mit José Mourinho und Arsene Wenger gegen das Coronavirus: Der Weltverband Fifa hat mit prominenten Fußball-Trainerinnen und -Trainern eine Kampagne gestartet, um das Problembewusstsein beim Kampf gegen die Pandemie durch COVID-19 zu schärfen. Unter anderem tauchen in dem 1:43 Minuten langen Videoclip die einstigen Premier-League-Erzrivalen Wenger und Mourinho auf - und gegen Tipps, wie das Virus nicht weiter verbreitet wird. Moruinho hatte Wenger einst als "Spezialisten fürs Scheitern" verhöhnt, die verbalen Duelle zwischen beiden sind legendär.

12:39 Uhr

Olympia-Planer mit Coronavirus infiziert

imago37898247h.jpg

Tashima ist nun selbst infiziert.

(Foto: imago/AFLOSPORT)

Mitten in der Diskussion um eine reguläre Austragung der Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) hat sich der Vize-Chef des Organisationskomitees, Kozo Tashima, mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte Tashima in einem Statement des japanischen Fußballverbandes, dessen Vorsitzender er ist, mit.

  • Eine mögliche Infektionsquelle könne nach seinen Angaben das Uefa-Meeting in Amsterdam Anfang März gewesen sein, bei dem er die japanische Bewerbung für die Frauen-WM 2023 vorgestellt hatte. "In Amsterdam und in Europa war die Nervosität wegen des neuen Virus Anfang März noch nicht so groß. Alle haben sich weiterhin umarmt, haben die Hände geschüttelt und sich Küsse auf die Wange gegeben", sagte Tashima.
  • Schon vor dem mittlerweile erfolgten Beinahe-Stillstand in der Sportwelt aufgrund der Pandemie war auch eine Verlegung oder Absage der Sommerspiele zum Thema geworden. Bislang halten die Entscheidungsträger um IOC-Präsident Thomas Bach aber an dem ursprünglichen Zeitplan fest.
  • "Wir arbeiten mit vollem Engagement auf den Erfolg der Olympischen Spiele mit der Eröffnungsfeier am 24. Juli hin. Das sind viereinhalb Monate und wir werden die Zeit entsprechend nutzen, um die Spiele zum Erfolg zu führen", hatte Bach zuletzt in den ARD-Tagesthemen gesagt.
12:01 Uhr

Nächster Zweitligist unter Quarantäne

imago42091831h.jpg

Tobias Mißner war im Sommer von Borussia Dortmund zu den Hessen gewechselt.

(Foto: imago images / HMB-Media)

Mit jeder dieser Nachrichten wird eine zeitnahe Wiederaufnahme des Spielbetriebs in 1. und 2. Liga unwahrscheinlicher: Tobias Mißner vom Fußball-Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 20 Jahre alte Außenverteidiger der Hessen habe sich wahrscheinlich bei einem Familienbesuch in Dortmund angesteckt und befinde sich dort in häuslicher Quarantäne, teilte der Verein am Dienstag mit. "In meiner Familie gab es bereits mehrere positive Fälle. Mir geht es aber gut, ich bin symptomfrei", berichtete Mißner in einer Mitteilung des Tabellen-16.. Der Verein reagierte umgehend und ordnete für die Mannschaft und das komplette Funktionsteam vorsorglich ebenfalls eine häusliche Quarantäne an.

Zuvor hatte es bei den Zweitliga-Rivalen Hannover 96, 1. FC Nürnberg und Holstein Kiel sowie den Bundesligisten SC Paderborn und Hertha BSC insgesamt sechs positive Coronavirus-Fälle gegeben.

11:33 Uhr

Italienische Profiklubs profitieren von Staatshilfen

imago47007445h.jpg

Auch die Großklubs Juventus Turin und Inter Mailand werden entlastet.

(Foto: imago images/LaPresse)

Da können die deutschen Bundesliga-Klubs (bisher) nur neidvoll rüber schauen: Italienische Fußballklubs sollen vom bereits beschlossenen Hilfspaket der Regierung profitieren. Die Vereine werden bis zum 31. Mai bei der Zahlung von Steuern, Pensionsbeiträgen und Lohnnebenkosten entlastet. Insgesamt macht die Regierung 50 Millionen Euro locker.

"Sie hat eingesehen, dass auch die Sportwelt stark von der Coronavirus-Krise hart betroffen ist", hieß es in einer Mitteilung des italienischen Fußballverbandes FIGC. Die Regierung hatte zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise am Montag ein Hilfspaket von insgesamt 25 Milliarden Euro beschlossen.

In Deutschland sind Staatshilfen derzeit noch unwahrscheinlich. Zuletzt hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder gesagt: "Ich fände es in Ordnung, wenn Spieler, die ganz große Gehälter bekommen, zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes gegenüber ihrem Arbeitgeber, ihren Vereinen, ein bisschen zurückhaltender wären mit dem Geld." Bei "so vielen Millionen, die da jedes Jahr verdient werden", sei „Solidarität gefragt, nicht nur von den Vereinen, sondern auch von den Spielern.“

10:54 Uhr

Umfrage: Fans halten Bundesliga-Pause für richtig

Der überwiegende Teil der Fußballfans zeigt für die Aussetzung der Fußball-Bundesliga in Zeiten der Corona-Pandemie Verständnis. Das geht aus einer Umfrage von bundesligabarometer.de unter 4850 Anhängern hervor. Auf die Frage, ob es richtig ist, den Spielbetrieb der Bundesliga und 2. Liga zu unterbrechen, antworten 91,5 Prozent der Befragten mit ja.

Auch von Geisterspielen scheinen die Fans angesichts der Entwicklungen nicht mehr ganz so abgeneigt zu sein. Fast zwei Drittel (72,9 Prozent) der Befragten hätten nichts dagegen, wenn Großveranstaltungen vorübergehend ohne Zuschauer ausgetragen werden würden.

10:11 Uhr

"Empfindlich getroffen": Preetz sorgt sich wegen Berlin-Derby

Geschäftsführer Michael Preetz. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Michael Preetz hat derzeit viele Baustellen zu beackern.

(Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild)

Die gewaltigen sportlichen Sorgen werden auch bei Hertha BSC in diesen Tagen von größeren Themen überlagert: "Wie alle werden auch wir recht empfindlich von Ausfällen getroffen und natürlich müssen wir beantworten, was das für Mitarbeiter und Spieler bedeutet", sagte Geschäftsführer Michael Preetz im rbb-Podcast "Hauptstadtderby", dafür werde eine Arbeitsgruppe gegründet.

In der Bundesliga ruht der Spielbetrieb bis mindestens 2. April, in Berlin kann gemäß eines Senatsbeschlusses bis zum 19. April kein Fußball gespielt werden. Sollte das ursprünglich für den 21. März angesetzte Stadtderby mit dem 1. FC Union ausfallen, würde der Einnahmeausfall dieser Partie den Verein "natürlich so hart treffen wie kein vergleichbares Spiel in der Saison", sagte Preetz. "Das ist ein Einnahmeverlust, der auf jeden Fall im siebenstelligen Bereich liegt. Das zweite Thema ist der Wegfall der TV-Gelder. Das würde die Vereine noch viel größer treffen."

09:22 Uhr

Schach-Genie Carlsen ärgert NBA-Profi Antetokounmpo

*Datenschutz

Huch, was ist denn da los? Macht sich Schach-Genie Magnus Carlsen etwa über Basketballer lustig? "Schach ist hart, es erfordert Geschicklichkeit, man kann nicht einfach zwei Meter groß sein und über alle hinwegdunken", kommentiert der Norweger ein Bild von Giannis Antetokounmpo.

  • Der griechische Basketballer, der für die Milwaukee Bucks in der NBA spielt, hatte ein Bild seiner Freundin Mariah getwittert, auf dem zu sehen ist, dass die beiden gerade Schach spielen.
  • Doch was wie ein Diss von Carlsen anmutet, ist tatsächlich ein ziemlich cleverer Rückgriff auf eine frühere Aussage von NBA-Star James Harden. Der hatte den "Greek Freak" dafür kritisiert, dass dieser über die Konkurrenz zwischen den gelästert hatte. Dazu sagte er in einem Interview etwas abwertend über den 15 Zentimeter größeren Antetokounmpo: "Ich wünschte, ich könnte einfach rennen, zwei Meter groß sein und dunken."
  • Bei Twitter wird Carlsen von denen kritisiert, die den Witz nicht verstehen. Von den anderen wird er gefeiert.
08:34 Uhr

Haie-Boss hat Mitleid mit seiner Eishockey-Konkurrenz

Deutsche Eishockey-Liga sagt Playoffs ab Für seinen Klub ist die abgebrochene Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nicht ganz so dramatisch. Dennoch zeigt Geschäftsführer Philipp Walter von den Kölner Haien Mitgefühl mit den Konkurrenten, nachdem die Playoffs abgesagt wurden. "Die anderen Klubs tun mir sehr leid, nicht nur wegen der sportlichen Situation, sondern auch, weil sie jetzt durch den Ausfall der Playoff-Spiele viel unangenehme Arbeit zu erledigen haben. Das ist eine Herausforderung für den gesamten Sport in der Welt", sagte Walter dem "General-Anzeiger".

  • Die Haie hatten die Finalrunde nach einer zwischenzeitlich historisch schlechten Saison verpasst. Nach 17 Niederlagen in Folge hatte sich der KEC Ende Februar von Trainer Mike Stewart getrennt und den früheren Bundestrainer Uwe Krupp verpflichtet. "Es ist ein sehr komplexes, vielschichtiges Thema. Es gibt keine einfachen Antworten und viele Zwischentöne", sagte Walter mit Blick auf ein Gespräch mit den Spielern.
  • Trotz der enttäuschenden Saison will Walter am Gerüst des Kaders festhalten. "Der Kern des Teams bleibt zusammen. Ich bin kein Freund davon, 20 Spieler wegzuschicken und 20 neue zu holen. Das ist wenig hilfreich", sagte er.
07:53 Uhr

Wird Kienbaum zum Rückzugsort für Sportler?

b1d139d2f33448838aec68fba0ed04ed.jpg

Ronald Rauhe muss sich womöglich zwischen optimalem Training und seiner Familie entscheiden.

(Foto: dpa)

Noch sind die Olympischen Spiele weder verschoben noch abgesagt - die Sportler müssen also trainieren. Doch wo, wenn Hallen und Sportplätze wegen des Coronavirus geschlossen sind? Die deutschen Athletinnen und Athleten hoffen auf ein "Team-D"-Trainings-Zentrum in Kienbaum bei Berlin.

  • "Im Moment ist noch völlig offen, wann es startet und wie das alles unter den Bedingungen des Coronavirus geregelt wird. Aber der DOSB hat diese Initiative gestartet, um möglichst vielen Fachverbänden zu helfen", sagte Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe aus Potsdam.
  • Der erfolgreiche Rennkanute hat noch nicht entschieden, ob er sich für die Trainingszeit in das dann abgeschottete Leistungszentrum begeben würde. "Ich muss mir erst einmal anhören, welche Möglichkeiten es gibt. Ich kann aber meine Frau in dieser schwierigen Situation auch nicht wochenlang mit zwei kleinen Kindern allein lassen", sagte der 38 Jahre alte Familienvater. "Ich muss mich dann entscheiden", sagte er.
  • Derzeit ist allerdings auch völlig ungeklärt, ob die Olympischen Spiele überhaupt zum geplanten Zeitpunkt ab 24. Juli in Tokio stattfinden können. "Ich traue mich echt nicht, derzeit ein Urteil abzugeben. Ich hoffe darauf, dass die Probleme um das Virus genauso schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind", sagte Rauhe.
07:28 Uhr

Beim FC Valencia sind 35 Prozent positiv auf Corona getestet

Das Virus grassiert auch im Sport: Der FC Valencia hat nach den fünf positiven Ergebnissen in der vergangenen Woche weitere Mitarbeiter auf das Coronavirus testen lassen. Nun teilte der Verein, der vorige Woche noch in der Fußball-Champions-League gegen Atalanta Bergamo spielte, dass 35 Prozent der Mitarbeiter des Klubs positiv auf das Sars-CoV2-Virus getestet wurden.

Die meisten Infizierten zeigen schwache bis keine Symptome, heißt es. Die Betroffenen seien derzeit zu Hause isoliert, werden medizinisch untersucht und führen ihren geplanten Trainingsplan durch. Der FC Valencia nutzte die Gelegenheit, um die Bevölkerung aufzufordern in ihren Häusern zu bleiben und die veröffentlichten Hygiene- und Infektionspräventionsmaßnahmen strikt zu befolgen.

06:45 Uhr

Kroos meldet sich aus der Quarantäne

797df626628c1da33ea4caca6c785a61.jpg

Für Ablenkung sorgen Kroos' Kinder.

(Foto: imago images/Action Plus)

Was macht eigentlich ein Fußball-Nationalspieler in Quarantäne? Toni Kroos hat es bei ProSieben erzählt: "Langweilig ist mir nicht, das kannst du dir vorstellen mit drei Kindern. Den ganzen Tag zuhause wird es nicht langweilig. Aber wenn man mal nach rechts und links schaut, ist die Hauptsache, dass es uns allen gut geht", sagte der Fußball-Profi im Videotelefonat mit Moderator Klaas Heufer-Umlauf.

  • Er habe keine Anzeichen für eine Erkrankung am Coronavirus. "Mir und meiner Familie geht es gut, keine Symptome. Wir sind fit", sagte Kroos bei "Late Night Berlin".
  • Dem 30-Jährigen geht es so gut, dass er zu Scherzen aufgelegt war: Er esse viel Nudeln und habe noch reichlich Klopapier im Haus.
  • Auf eine mögliche Verschiebung der Fußball-Europameisterschaft in diesem Sommer angesprochen, meinte der 30-Jährige: "Wann wieder Fußball gespielt wird, steht aktuell mal ganz hinten an. Die Hauptsache ist, wann man diesen unsichtbaren Gegner wieder weg bekommt. Dass alles wieder zur Normalität kommt." Es gebe momentan andere Probleme, als jetzt wieder Fußball spielen zu können.
  • Kroos steht, wie die gesamte Mannschaft von Real Madrid, seit mehreren Tagen unter Quarantäne, weil zuvor ein Profi des Basketballteams positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden war.
06:06 Uhr

Formel 1 hat zweiten Coronavirus-Fall

In der Formel 1 gibt es den zweiten positiven Fall von Covid-19: Nach einem McLaren-Mechaniker hat sich auch ein Mitarbeiter des Reifenherstellers Pirelli mit dem Coronavirus infiziert. Das gab das italienische Unternehmen bekannt.