Dienstag, 31. März 2020Der Sport-Tag

Heute mit Till Erdenberger, David Bedürftig & Torben Siemer
22:44 Uhr

Einige Bundesliga-Klubs in der Existenz bedroht

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat nach dem "Corona-Gipfel" der Deutschen Fußball Liga (DFL) verraten, dass einige Vereine bei einem Saisonabbruch und ausbleibenden TV-Einnahmen bereits im Mai oder Juni vor dem Aus stehen könnten. "Ich möchte nicht detailliert über den Zustand einiger Klubs sprechen, aber einige könnten in eine existenzbedrohende Situation geraten, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden", sagte Seifert nach der virtuellen DFL-Mitgliederversammlung. Diesbezüglich gab Seifert auch bekannt, dass über die Verteilung der 20-Millionen-Euro-Spende durch Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen nicht diskutiert wurde. Das dafür zuständige DFL-Präsidium werde "in einer der nächsten Sitzungen" darüber beraten.

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte in der FAZ die Idee geäußert, wonach der TV-Partner Sky seine April-Zahlung leistet, "auch ohne konkret zu wissen, wann wieder gespielt wird. Im Gegenzug könnte sich die DFL bereit erklären, einen Discount bei den Zahlungen in der kommenden Saison zu geben." Dazu sagte Seifert: "Wir sind mit unseren Medienpartnern im Gespräch darüber, wie wir mit dem weiteren Verlauf der Saison und dem Saisonstart umgehen." Man werde das "partnerschaftlich" angehen

22:21 Uhr

"Uneinsichtige Spieler" - Slowakischer Klub meldet Insolvenz an

"Geisterspiele" wegen der Corona-Krise haben in der Slowakei jetzt den ersten Fußball-Spitzenklub in die Pleite getrieben. Der Traditionsverein MSK Zilina musste Konkurs anmelden - und gab "uneinsichtigen Spielern" dafür die Schuld, teilte die Klubführung auf der Homepage des Vereins mit. Sie hätten sich geweigert, nach der Einstellung des Spielbetriebs vorübergehend auf Teile ihres Gehalts zu verzichten. Deshalb sei nichts anderes übrig geblieben, als die 17 teuersten Profis sofort zu entlassen. Der Verein könne sich ihre Gehälter unter den Krisenbedingungen einfach nicht mehr leisten, hieß es in der Mitteilung. Dass der Klub nach der vorläufigen Pleite einen Neuanfang plant, schloss die Vereinsführung in ihrer Stellungnahme nicht aus.

21:47 Uhr

Jean Todt regiert Motorsport im "Ausnahmezustand"

Der Motorsport-Weltverband FIA hat auf die Coronakrise reagiert und eine Art Ausnahmezustand ausgerufen. Um die aktuellen Herausforderungen "ohne Verzögerung und im Einklang mit den Statuten" zu meistern, wird unter anderem die Macht von FIA-Präsident Jean Todt offiziell und zeitlich begrenzt ausgebaut. Der Franzose darf dringende Entscheidungen, die den Ablauf der Saison 2020 betreffen, nun quasi im Alleingang treffen. Jeder Maßnahme soll aber eine Beratung mit den Kollegen in der FIA-Führung vorausgehen.

Mit Blick auf die Formel 1 sind von nun an Änderungen am schon arg ausgedünnten Kalender nur noch ein Fall für die FIA und das Königsklassen-Management. Eine Abstimmung der üblichen Entscheidungsgremien ist nicht mehr nötig. Die ersten acht Rennen der Saison wurden im Zuge der Corona-Pandemie bereits verschoben oder abgesagt, so viele wie möglich sollen nachgeholt werden. Zu diesem Zweck werden momentan auch Maßnahmen wie verkürzte Rennwochenenden und eine Ausdehnung der Saison bis in den Januar 2021 diskutiert.

21:13 Uhr

Premierminister macht Eredivisie längerfristig dicht

Der niederländische Profifußball steht bis zum 1. Juni still. Das hat Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag mitgeteilt. Die Regierung hatte die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf den 28. April verlängert. Aber genehmigungspflichtige Veranstaltungen bleiben nach Darstellung von Rutte bis zum 1. Juni verboten. Der Premier zählte dazu ausdrücklich die Spiele der beiden Profiligen im Fußball. Auch ohne Publikum werde nicht gespielt. Nun muss der niederländische Fußballverband KNVB entscheiden, was dies für die noch verbleibenden acht Spielrunden bedeutet. Eine Entscheidung wird am Mittwoch erwartet.

20:34 Uhr

So viel Geld spart der FC Barcelona jeden Monat

Durch die vorübergehende Gehaltskürzung von 70 Prozent bei den Fußball-Profis um Lionel Messi und Nationaltorwart Marc-André ter Stegen wegen der Corona-Krise wird der FC Barcelona 14 Millionen Euro im Monat sparen. Das verriet Klubpräsident Josep Bartomeu im Interview des Radiosenders "Catalunya Radio". Da auch alle anderen Sportler des Vereins 70 Prozent, darunter die Spieler der ebenso sehr erfolgreichen Basketball- und Handball-Teams, weniger Geld bekommen würden, werde man die Ausgaben um insgesamt 16 Millionen Euro reduzieren.

"Wenn der Alarmzustand (in Spanien) einen Monat dauert, würde das in der Praxis eine Kürzung der Jahresgehälter um 5,75 Prozent bedeuten", sagte der Clubboss. Bartomeu erklärte, man rechne damit, dass der seit dem 15. März geltende Alarmzustand "höchstens zwei Monate" anhalten werde. In dem Fall würden alle Sportler des Klubs auf 11,5 Prozent des Jahresgehalts verzichten müssen. "Die Situation ist schwierig. Man musste Maßnahmen ergreifen." Die Spieler des Primera-División-Teams werden laut Bartomeu auf zusätzliche zwei Prozent des Gehalts verzichten, damit die Klubmitarbeiter, die von der vom katalanischen Verein verkündeten Kurzarbeit betroffen sind, weiter ihr komplettes Gehalt erhalten.

19:55 Uhr

Buchmann wünscht sich Tour de France ohne Zuschauer

Der deutsche Radsport-Hoffnungsträger Emanuel Buchmann spricht sich trotz der Coronavirus-Pandemie für eine Durchführung der Tour de France aus - allerdings ohne Zuschauer. "Natürlich wäre die Tour nicht dieselbe. Unser Sport lebt von Emotionen und den Fans. Aber man muss auch sagen, dass enorm viel dranhängt: wir Fahrer, die Teams, die TV-Stationen", sagte der letztjährige Tour-Vierte vom Team Bora-hansgrohe der "Sport Bild". "Wir alle sind für die Tour motiviert, egal ob mit oder ohne Zuschauer. So gesehen wäre das eindeutig besser als nichts", meinte der 27-jährige Ravensburger.

Während das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Europäische Fußball-Union (UEFA) letztlich entschieden, die Olympischen Spiele in Tokio und die EM aufgrund der Corona-Krise von diesem Sommer ins Jahr 2021 zu verschieben, blieben die Tour-Veranstalter bislang hart. Sie halten noch an der Austragung vom 27. Juni bis 19. Juli fest.

18:52 Uhr

Brehme versteht Ex-Mitspieler Klinsmann nicht

Ex-Nationalspieler Andreas Brehme hat mit Verwunderung und Unverständnis auf Jürgen Klinsmanns Kurzzeit-Engagement als Trainer des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC reagiert. "Ich konnte es nicht nachvollziehen. Ich glaube auch, dass er gemerkt hat, dass er einen Fehler gemacht hat", sagte Brehme, der an Klinsmanns Seite 1990 Weltmeister geworden war, bei Spox und DAZN. Er habe Klinsmann "noch gratuliert, als er das Team übernommen hatte", sagte der 59-Jährige: "Aber dass er dann so schnell aufgegeben hat, das habe ich nicht verstanden."

Klinsmann hatte am 11. Februar nach 76 Tagen via Facebook überraschend seinen Rücktritt bei den Berlinern verkündet. Kurz darauf prangerte er in einer in der "Sport Bild" veröffentlichten Generalabrechnung die Verhältnisse bei seinem ehemaligen Arbeitgeber an.

Dieser ganze Vorgang habe Klinsmanns gutem Ruf geschadet, meinte Brehme. Dies könnte auch Folgen für die berufliche Zukunft des Ex-Stürmers haben: "Man darf nie nie sagen, aber die Medien haben ihn schon heftig kritisiert, auch in Italien. Sein Berater hätte ihm davon abraten müssen."

17:52 Uhr

Emre Can für zwei Europapokal-Spiele gesperrt

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Can hätte gegenüber Neymar auf mehr Abstand bestehen sollen.

(Foto: imago images/PanoramiC)

Zwar ist völlig offen, wann das sein wird, gültig ist es dennoch: Bundesligist Borussia Dortmund muss zum Start in die kommende Europacup-Saison auf Nationalspieler Emre Can verzichten. Wie die Europäische Fußball-Union (Uefa) mitteilte, wurde der defensive Mittelfeldspieler wegen "unsportlichen Verhaltens" beim Achtelfinal-Aus des Revierklubs in der Champions League bei Paris Saint-Germain (0:2) für zwei Spiele gesperrt. Der BVB-Neuzugang war im Rückspiel gegen das französische Team am 11. März nach einer Rangelei mit dem Brasilianer Neymar des Feldes verwiesen worden.

17:26 Uhr

DFL senkt Strafen für Vereine in Finanznot

Wegen der Folgen der Corona-Pandemie verzichtet die Deutsche Fußball Liga (DFL) im Lizenzierungsverfahren für die kommende Spielzeit bei den Vereinen auf die Überprüfung der Liquidität. Das gab DFL-Boss Christian Seifert nach der virtuellen Mitgliederversammlung bekannt. "Allerdings wird die Überprüfung während der nächsten Spielzeit von Ende Oktober auf Mitte September vorgezogen", sagte Seifert. Die DFL will in Not geratenen Profiklubs damit "die Möglichkeit und die Zeit geben, die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bewältigen", sagte Seifert. Sollte ein Verein in Nöte kommen und gar Insolvenz anmelden müssen, wird zudem vom sonst üblichen Abzug von neun Punkten abgesehen. "In der kommenden Saison würde er nur drei statt wie bisher neun Punkte betragen", sagte Seifert.

16:52 Uhr

Zum Lesen, Gucken und Erinnern

Alle Folgen der Sportvideos für die Quarantäne

Der Livesport steht still, die Coronavirus-Krise stoppt die Ligen, Wettkämpfe sind abgesagt. Auf Sport aus dem TV muss trotzdem niemand verzichten, schließlich gibt es Aufzeichnungen von historischen Ereignissen. Wir schreiben die schönsten, traurigsten, eindrücklichsten Momente auf und erleben sie noch einmal.


Diese Liste wird mit jeder neuen Folge aktualisiert.

16:14 Uhr

Ajax löst Vertrag mit hirnverletztem Spieler auf

Der niederländische Fußball-Rekordmeister Ajax Amsterdam hat formal den Vertrag mit seinem hirnverletzten Spieler Abdelhak Nouri aufgelöst. Nach Berichten niederländischer Medien handelt es sich dabei um eine Formsache. Niederländische Vereine sind nach den Tarifbestimmungen verpflichtet, auslaufende Verträge von Arbeitnehmern vor dem 1. April formell zu kündigen. Andernfalls werden diese stillschweigend verlängert. Nouris Vertrag sollte zum 1. Juli 2020 auslaufen.

Der heute 22-jährige Nouri galt als eines der größten Talente des niederländischen Fußball. Der Mittelfeldspieler hatte bei einem Trainingsspiel der Amsterdamer gegen den SV Werder Bremen in Österreich im Juli 2017 einen Herzstillstand erlitten. Wegen gravierender Fehler bei der medizinischen Versorgung auf dem Platz erlitt Nouri schwerste Hirnschäden. Eine Heilung schließen die Ärzte aus.

Ajax verhandelt noch mit dem Anwalt der Familie über eine angemessene Entschädigung. Der niederländische Rekordmeister hatte die Verantwortung für das Unglück übernommen und die Fehler bei der Versorgung zugegeben. Ajax hatte auch zugesichert, weiter für den ehemaligen Spieler zu sorgen. Nouri wird nun von seiner Familie in einer extra eingerichteten Wohnung in der Nähe seines Elternhauses versorgt. Nach den Angaben der Familie ist Nouri bei Bewusstsein, kann aber das Bett nicht verlassen.

14:43 Uhr

Entwarnung bei den positiv getesteten Eintracht-Profis

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hat bei den vier Teammitgliedern, deren Test auf den Coronavirus positiv war, Entwarnung gegeben. "Es geht ihnen wirklich sehr gut, sie waren alle schnell über den Berg. Einer von den vier hat gar nichts mitbekommen", sagte der 48-Jährige im Interview mit "hessenschau.de" (Dienstag). Zwei Spieler und zwei Betreuer sind betroffen.

12:51 Uhr

Spezieller Transfermarkt: Rummenigge erwartet sinkende Ablösesummen

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge rechnet angesichts der Corona-Krise mit einem Rückgang der Ablösesummen auf dem Transfermarkt. "Eines wird mit großer Wahrscheinlichkeit passieren: Der Transfermarkt wird im Sommer Bremsspuren aufzeigen", sagte Rummenigge im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag). "Es wird aufgrund der wirtschaftlichen Not einiger Klubs ein relativ großes Angebot von Spielern auf den Markt kommen - zugleich wird die Nachfrage überschaubar sein. Das wird die Preise auf dem Transfermarkt zum ersten Mal seit dem Bosman-Urteil vor 25 Jahren drücken. Das könnte dazu führen, dass wieder etwas mehr Rationalität ins Geschäft kommt." Rummenigge und der deutsche Fußball-Rekordmeister wollen in Transferfragen derzeit selber abwarten. "Ich kenne die Zahlen von wichtigen Klubs in Europa ganz gut, unabhängig von der Größe des Umsatzes ist im Moment Liquidität alles", sagte er. "Viele Vereine sind da im Moment nicht optimal aufgestellt, so dass ich nicht glaube, dass im Sommer viele große Transfers getätigt werden."

11:56 Uhr

Wegen Corona-Party: S04-Profi Harit muss "saftige Geldstrafe" blechen

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Muss wohl tief in die Tasche greifen: Amine Harit von Schalke 04 bekommt wegen seiner "Corony-Party" eine Geldstrafe aufgebrummt.

(Foto: imago images/Revierfoto)

Fußball-Profi Amine Harit ist von seinem Verein FC Schalke 04 mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt worden. Das bestätigte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider auf dpa-Anfrage. "Ja, das stimmt. Aber es gibt jetzt wichtigere Themen als die Geldstrafe für den Jungen", sagte Schneider kurz vor dem Start der Videokonferenz der 36 deutschen Profivereine mit der DFL-Spitze um Geschäftsführer Christian Seifert. Als es in Nordrhein-Westfalen schon erhebliche Kontaktbeschränkungen gab, war der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler in einer Shisha-Bar in Essen gemeinsam mit zehn weiteren Personen nach dem damals gültigen Ladenschluss (18.00 Uhr) von der Polizei bei einer Corona-Party erwischt worden. Die herbeigerufenen Beamten hatten die unerlaubte Versammlung weit nach Mitternacht aufgelöst. Für sein Fehlverhalten bekam der Marokkaner, der sich später einsichtig zeigte, von den Königsblauen eine "saftige Geldstrafe". Zuvor hatten die "Ruhr-Nachrichten" und die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" darüber berichtet.

10:43 Uhr

Video: Gnabry hofft in Corona-Krise auf Kimmichs Freundin

Joshua Kimmich und Serge Gnabry scheinen ihre Zwangspause gut zu verkraften. Im Videointerview scherzen die beiden Bayern-Stars ausgelassen über Frisuren, Quarantäne-Essen und Gnabrys modische Eigenheiten.

10:15 Uhr

Bobic: Saisonabbruch "zu diesem Zeitpunkt noch kein Thema"

Vor der heutigen außerordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) sagte Bobic, ein Saisonabbruch in der Bundesliga sei "zu diesem Zeitpunkt noch kein Thema". Der frühere Europameister hofft darauf, im Mai oder Juni die laufende Spielzeit wieder aufnehmen zu können: "Das ist unser erklärtes Ziel." Man müsse sich aber natürlich nach den Entscheidungen von Politik und Gesundheitsämtern richten.

Bei der Versammlung geht es auch um die finanzielle Situation der Klubs. "Es wäre ein Fiasko, Vereine zu verlieren", so Bobic vor allem mit Blick auf diverse Zweitligisten. "Für alle ist es gefühlt so, dass es das letzte Spiel vor Zuschauern vor einem halben Jahr gab." Alle treibe allerdings auch die Hoffnung an, irgendwann wieder vor Zuschauern auf dem Platz zu stehen: "Wir müssen einen langen Atem haben, um dies zu erleben", prophezeite der frühere Nationalstürmer.

09:38 Uhr

Dank Corona: Ex-Fifa-Funktionär nicht mehr im Gefängnis

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Jose Maria Marin ist wieder auf freiem Fuß.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Der ehemalige Präsident des brasilianischen Fußballverbandes CBF, Jose Maria Marin, der in den USA wegen des Korruptionsskandals beim Fußball-Weltverband Fifa inhaftiert war, wurde am Montag (Ortszeit) aufgrund eines Straferlasses wegen des Coronavirus freigelassen. Marins Anwälte hatten aus "gesundheitlichen Gründen" einen Antrag auf Notfall-Freilassung gestellt. Richterin Pamela Chen bewilligte diesen.

Marin war im Dezember 2017 in sechs von sieben Anklagepunkten schuldig gesprochen worden, das Strafmaß wurde auf vier Jahre Haft festgelegt. Marin gehörte jahrelang zum innersten Führungszirkel des früheren Fifa-Bosses Joseph S. Blatter und fungierte auch als Chef der WM-Endrunde 2014 in seiner brasilianischen Heimat. Die Aufdeckung des Fifa-Skandals im Frühsommer 2015 durch eine von der US-Justiz veranlasste Razzia der Schweizer Polizei in einem Zürcher Hotel vor dem Kongress des Verbandes hatte die Fußball-Welt erschüttert.

08:54 Uhr

Uwe Seeler macht sich Sorgen um den HSV

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Uwe Seeler sorgt sich mal wieder um seinen HSV.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es ist so etwas wie ein geflügeltes Wort geworden: "Uwe Seeler macht sich Sorgen um den HSV". Und "sein" Verein gibt "Uns Uwe" ja auch wirklich in unschöner Regelmäßigkeit Anlass zum Runzeln der hohen Stirn. Nun ist es wieder so weit: Die Vereinslegende hat den Zweitligisten angesichts der jüngsten Querelen vor negativen Auswirkungen auf den Sport gewarnt. "Viele Krisen kann sich der HSV nicht mehr erlauben. Ich hoffe nicht, dass die aktuellen Streitereien die Mannschaft zu sehr beeinflussen", sagte der 83 Jahre alte Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft in einem Sport1-Interview. Um die angestrebte Bundesliga-Rückkehr seines Vereins macht sich Seeler ernsthaft Sorgen: "Nach den Spielen zuletzt habe ich so meine Zweifel."

Große Hoffnungen setzt Seeler nach den Querelen in der Chefetage in den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Marcell Jansen. "Ich glaube, dass Jansen prädestiniert für diese Aufgabe ist, er ist jetzt die beste Lösung", sagte der Norderstedter. "Er ist Sportler, kennt das Geschäft und ist kein Dummkopf, sondern ein freundlicher und integrer Mensch. Seine Art gefällt mir einfach." Der HSV hatte sich am vorigen Samstag von Vorstandschef Bernd Hoffmann getrennt.

07:36 Uhr

Zu viel Geld: Formel-1-Pilot muss Wettschulden einlösen

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Lando Norris hat zu viel Geld eingesammelt.

(Foto: imago images/Icon SMI)

Der braune Schopf von Formel-1-Youngster Lando Norris ist bald Geschichte - zumindest für eine Weile. Der McLaren-Pilot muss sich den Schädel rasieren, nachdem er im Kampf gegen das Coronavirus 12.000 Dollar in seinem Twitch-Feed gesammelt hat.

136.000 Menschen verfolgten im Stream am Samstag den 20-jährigen Briten bei eSports-Auftritten in F1 2019, Rocket League und iRacing. Norris war damit Teil einer "Stream Aid"-Veranstaltung, bei der insgesamt 2,7 Millionen Dollar für den COVID-19 Solidarity Response Fund gesammelt wurden.

Zunächst hatte Norris noch versucht zu feilschen: Als die Marke von 10.000 Dollar übertroffen war, bot er an, seine Haare zu färben. Letztlich erklärte er aber, sein Wort zu halten. In den nächsten Tagen will Norris seine Wettschulden einlösen.

06:55 Uhr

"Habe auch Fehler gemacht": Ex-DFB-Chef denkt über Rückkehr nach

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Reinhard Grindel erklärte vor einem Jahr seinen Rücktritt.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Ein Jahr nach seinem Rücktritt als DFB-Präsident im Zuge der Uhren-Affäre schließt Reinhard Grindel eine Rückkehr ins Fußball-Geschäft nicht kategorisch aus. Seine Lehren aus der Zeit an der Verbandsspitze hat der 58-Jährige gezogen. "Als DFB-Präsident habe ich viel erlebt und bin bis heute international gut vernetzt. Ich habe auch Fehler gemacht, aus denen man lernen kann. Insofern schließe ich nicht völlig aus, dass ich meine Erfahrung noch einmal in eine Aufgabe im Fußball-Geschäft einbringe. Jetzt wüsste ich zumindest, was mich da erwartet. Das war im Amt des Präsidenten nicht immer der Fall. Sonst hätte ich mich besser beschützt", sagte Grindel der Deutschen Presse-Agentur. Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete hatte seinen Posten am 2. April 2019 nach knapp drei Jahren räumen müssen. Grindel war über ein Uhren-Geschenk aus der Ukraine gestolpert, auch in der Auseinandersetzung mit Ex-Nationalspieler Mesut Özil hatte Grindel eine unglückliche Figur abgegeben.