Donnerstag, 07. Mai 2020Der Sport-Tag

mit Torben Siemer
Torben Siemer
22:50 Uhr

Thüringen macht 3. Liga wenig Hoffnung

Das Land Thüringen lehnt eine Sonderrolle des Fußballs ab und sieht kaum Chancen für eine Fortsetzung der 3. Fußball-Liga vor Juli. "Als Landesregierung haben wir auch stets betont, dass eine vom Breitensport abgekoppelte Regelung für den Profifußball nicht vertretbar ist. Ich finde die Überlegungen, die im Thüringer Fußballverband derzeit angestellt werden, nämlich die aktuelle Saison nicht abzubrechen, sondern über zwei Jahre zu strecken, sehr interessant", sagte Sportminister Helmut Holter der Deutschen Presse-Agentur. Der Linke-Politiker fügte an: "Fußball bleibt ein Sport mit hohem Kontaktpotenzial. Auch vor diesem Hintergrund halte ich einen Spielbetrieb in der 3. Liga bis 30. Juni für nicht realistisch."

21:02 Uhr

1. FC Union Berlin zieht nach Niedersachsen

Der 1. FC Union Berlin wird sein Trainingslager vor dem Neustart der Fußball-Bundesliga am Samstag im niedersächsischen Barsinghausen beziehen. Trainer Urs Fischer wird den Aufsteiger in der dortigen Sportschule sieben Tage unter Quarantäne-Bedingungen auf die erste Partie nach der Coronavirus-Unterbrechung gegen den FC Bayern München am 17. Mai (18.00 Uhr/Sky) vorbereiten. Heute trainierte das Team noch in den zuletzt üblichen Kleingruppen. Im Stadion an der Alten Försterei wurden unter anderem offensive Standardsituationen einstudiert. Mit der Genehmigung für das Teamtraining durch die Berliner Behörden werde in Kürze gerechnet, hieß es.

Präsident Dirk Zingler hatte vor der Übungseinheit eine Ansprache an die Mannschaft gehalten. "Ich habe deutlich gesagt, dass uns ein riesengroßer Vertrauensvorschuss gegeben wurde. Dieses Vertrauen muss jeder einzelne rechtfertigen", sagte der Klub-Chef. "Ich bin dankbar, dass wir die Möglichkeit haben, unseren Spielbetrieb wieder aufzunehmen."

19:19 Uhr

Fußballprofis haben Angst vor Trainingsstart

Der Kapitän des italienischen Fußball-Erstligisten Brescia Calcio, Daniele Gastaldello, hat große Bedenken mit Blick auf die geplante Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings in der Serie A am 18. Mai. Er und seine Teamkollegen hätten Angst, sagte er der Zeitung "La Repubblica". Die Lombardei und dort vor allem die Provinzen Brescia und Bergamo hatten besonders hart unter der Coronavirus-Pandemie zu leiden. Tausende Menschen starben dort. "Wir alle kennen jemanden, der direkt von der Tragödie getroffen wurde. Wir haben erfahren, wie schnell eine Familie zerstört werden kann", sagte der Abwehr-Veteran des Tabellenletzten.

Vereinspräsident Massimo Cellino hatte diese Woche der "Gazzetta dello Sport" gesagt, er sei gegen einen Wiederbeginn der Saison. Die Serie A war am 9. März mit zwölf verbleibenden Spieltagen unterbrochen worden. Das Gruppentraining soll am 18. Mai beginnen. Die italienische Regierung bremst bei ihrer Entscheidung über einen Saison-Neustart aber noch. "Bis Ende Mai kann man sagen, ob wir die Serie A wieder aufnehmen oder nicht. Ein wenig Geduld ist notwendig", hatte Sportminister Vincenzo Spadafora zuletzt gesagt.

18:13 Uhr

"Der Preis für Sané wird ein anderer sein"

Ehrenpräsident Uli Hoeneß geht davon aus, dass der FC Bayern München Fußball-Nationalspieler Leroy Sané in Zeiten der Coronavirus-Pandemie für deutlich weniger Geld verpflichten könnte. Der deutsche Rekordmeister soll nach Medienberichten Manchester City angeblich bereits ein Angebot gemacht und sich mit dem 24 Jahre alten Angreifer auch grundsätzlich auf einen Fünfjahresvertrag geeinigt haben. Vor einem Jahr sollte Sané noch deutlich über 100 Millionen Euro kosten.

"Ich glaube, da wird von verschiedenen Zeitungen spekuliert, ohne dass überhaupt jemand eine Ahnung hat, wie das alles abläuft", sagte der frühere Bayern-Präsident dem "BR Sport" zu den Spekulationen um Flügelstürmer Sané und ergänzte: "Ich kann das nicht kommentieren. Natürlich: Falls das klappen sollte, werden die Preise andere sein als vor einem Jahr, weil er da ja noch zwei Jahre Vertrag hatte und auch keinen Kreuzbandriss. Insofern werden unsere Verhandlungsführer, falls sie mit Manchester reden, das sicherlich berücksichtigen."

17:36 Uhr

Ewing sucht geklaute Goldmedaillen

imago03720308h.jpg

Bei den Spielen 1992 traten die USA erstmals mit einem Team aus NBA-Stars an - und dominierten das Turnier nach Belieben.

(Foto: imago sportfotodienst)

Basketball-Superstar Patrick Ewing vermisst seine olympischen Goldmedaillen. Der frühere NBA-Spieler gab in einem Interview mit der Radio- und TV-Sendung "Dan Patrick Show" an, dass ihm die Trophäen vor ein paar Jahren bei einem Einbruch in sein Haus in New York gestohlen worden seien. "Sie nahmen meine Medaillen mit", sagte Ewing.

Auch den College-Meisterring, den Ewing mit dem Team der Georgetown-Universität gewonnen hatte, ließen die Diebe mitgehen. Zumindest den holte sich Ewing bei Ebay zurück, die Goldmedaillen von 1984 und 1992 blieben verschwunden. Ewing erhielt später Ersatz. Der Hall of Famer bestritt 17 Spielzeiten in der NBA, den Großteil davon bei den New York Knicks. Heute arbeitet er als Cheftrainer an der Georgetown-Universität.

14:58 Uhr

Bayern-Profi verkündet Abschied aus München

Álvaro Odriozola wird den FC Bayern München nach dem Leihgeschäft verlassen und im Sommer zurück zu seinem Verein Real Madrid kehren. Das bestätigte der Spanier. "Die Leihe ist ohne Kaufoption und ich kehre am Saisonende nach Madrid zurück", sagte Odriozola in der Talkshow "El Chiringuito de Jugones".

Bis zu seinem Abschied aus München wolle sich der 24-Jährige aber voll und ganz auf den FC Bayern konzentrieren. "Mein Fokus liegt jetzt aber auf Bayern. Hier zu sein ist ein Privileg. Der Klub ist sehr familiär, die Stadt wunderbar", schwärmte er. Seit seinem Wechsel im Winter kam Odriozola lediglich 63 Minuten beim 3:2-Sieg gegen den SC Paderborn sowie sieben Minuten beim 4:3-Erfolg im DFB-Pokal gegen die TSG 1899 Hoffenheim zum Einsatz. Auffällig: Bei jedem Kurzeinsatz des Rechtsverteidigers kassierten die Münchner noch ein Gegentor.

Mehr dazu lesen Sie auf sport.de.

13:57 Uhr

Nach Michael und Ralf bald "Schumi III" gegen "Schumi IV"?

Die Bürgermeisterin verwies auf Schumachers Bruder Ralf: "Er investiert in diese Stadt, indem er Grundstücke kauft und Läden baut."

Fünf Schumacher-Doppelsiege feierten Ralf und Michael in der Formel 1.

Michael Schumachers ehemaliger Manager Willi Weber träumt von der Schlagzeile "Schumi III gegen Schumi IV" in der Formel 1. "Das wäre allerdings geil. Das wäre zu schön, das noch zu erleben", sagte der 78-Jährige dem "Express". Derzeit machen sowohl Mick Schumacher, Sohn des Formel-1-Rekordweltmeister Michael, als auch Ralf Schumachers Filius David Karriere im Motorsport. "Ich drücke beiden die Daumen. Ich würde mich wirklich freuen, sie bald auf der Strecke sehen zu dürfen", sagte Weber. Mick Schumacher (21) fährt seit 2019 in der Formel 2. Sein Cousin David Schumacher (19) hatte sich 2019 mit vier Siegen in der Formula Regional European Championship für höhere Aufgaben empfohlen.

Mehr dazu lesen Sie hier.
12:37 Uhr

Olympiasieger wegen sexueller Belästigung verurteilt

Südkoreas Shorttrack-Olympiasieger Lim Hyo Jun ist wegen sexueller Belästigung zu Therapiestunden und einer Geldstrafe verurteilt worden. Das bestätigte ein Gericht in Seoul der Nachrichtenagentur AFP. Der 23-Jährige, sechsmaliger Weltmeister und Goldmedaillengewinner über die 1500 m in Pyeongchang, hatte einem Teamkollegen im nationalen Trainingsstützpunkt vor weiteren Sportlern die Hosen heruntergezogen.

Im August wurde er daher für ein Jahr von allen Wettbewerben ausgeschlossen. Das Gericht verurteilte Lim nun zu umgerechnet 2300 Euro Strafe und 40 Therapiestunden.

12:18 Uhr

Matthäus: Fußball ist gute Medizin für die Psyche

imago44925471h.jpg

Lothar Matthäus freut sich über neue Gesprächsthemen.

(Foto: imago images/Passion2Press)

Nach der Entscheidung über einen Neustart der Bundesligen hat der frühere Nationalspieler und Weltmeister Lothar Matthäus die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs gerade in der Coronakrise hervorgehoben. "In Deutschland sind viele Leute fußballinteressiert. Es ist wichtig, nicht nur über das Virus zu sprechen. Der Fußball wird den Leuten guttun, dafür sorgen, dass wir wieder andere Gesprächsthemen haben. Der Fußball ist eine sehr gute Medizin für die Psyche der Leute", so Matthäus im Sky-Interview. Die Politik hatte gestern den Weg für eine Fortsetzung des Spielbetriebs in der Bundesliga und der 2. Bundesliga frei gemacht. Am Abend informierte die Deutsche Fußball Liga (DFL) die 36 Klubs per Rundschreiben, dass das DFL-Präsidium als zuständiges Gremium beschlossen hat, die Saison am 15. Mai fortzusetzen. Matthäus unterstrich die "Vorbildfunktion", die die Bundesliga für andere Ligen im Ausland habe: "Wenn es funktioniert, werden sich viele an der Bundesliga orientieren. Wie man die Voraussetzungen schafft, um den Spielbetrieb aufzunehmen. Das ist eine Riesenaufgabe, die man stemmen muss."

10:24 Uhr

Defensiv-Duo steht beim FC Bayern vor dem Abschied

imago42456341h.jpg

Der FC Bayern plan seine Zukunft wohl ohne die beiden Abwehrspieler.

(Foto: imago images / MIS)

Die Verträge von Jérôme Boateng und Javi Martínez beim FC Bayern laufen am Ende der Saison 2020/2021 aus. Wie der "Kicker" berichtet, ist weder bei Boateng noch bei Martínez eine weitere Zusammenarbeit geplant. Demnach haben beide "keine Perspektive" mehr in München, Gespräche über eine Ausdehnung des Arbeitspapieres seien nicht vorgesehen. Will der FC Bayern noch Geld mit dem Duo machen, steht ein baldiger Verkauf bevor. Zumindest bei Boateng stehen die Zeichen aber wohl nicht auf Abschied. Seine neue, größere Rolle unter dem mittlerweile zum Chefcoach beförderten Flick war letztlich ausschlaggebend für die Kehrtwende, erklärte Boateng.

Bei Martínez hingegen deutet sich ein Abschied im Sommer an. An die Leistungen aus dem Triplejahr kommt der Defensivmann nach wiederholten Verletzungen schon lange nicht mehr heran. Der Spanier genießt aber weiter hohes Ansehen. Bei einem entsprechenden Angebot und einem Wechselwunsch würde der Verein ihm sicher keine Steine in den Weg legen. In Spanien soll Interesse am 31-Jährigen bestehen.

09:38 Uhr

Schiedsrichter könnten Bundesliga-Start verzögern

Die Schiedsrichter der Fußball-Bundesliga sind nach Informationen des "Kicker" noch nicht auf Covid-19 getestet worden. Im Falle positiver Befunde auf das Coronavirus drohten Referees für den Liga-Restart am 15. Mai auszufallen, da eine 14-tägige häusliche Quarantäne anstünde, berichtet das Fachmagazin. Laut DFL-Konzept sollen sich die Schiedsrichter früh morgens am Vortag des von ihnen zu leitenden Spiels testen lassen - entweder bei einem heimatnahen Klub oder schon am Spielort im Rahmen der Testroutine der Heimmannschaft. Am Donnerstag ist laut "Kicker" eine Videokonferenz der Schiedsrichter-Elite-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit den Referees geplant.

Lesetipp II: Mein Kollege David Bedürftig hält den Bundesliga-Neustart für falsch, und dennoch für ehrlich. Denn er zeigt: Kommerz siegt über Vernunft.

09:10 Uhr

Ungleiche Öffnungsregel in der NBA

In der NBA können einige Profis von Freitag an die Einrichtungen ihrer Teams wieder nutzen. Voraussetzung ist die Einhaltung von Regeln wie etwa der Maximalzahl von vier Spielern, die sich gleichzeitig in den Gebäuden aufhalten dürfen. Auch dürfen die Basketballer nicht miteinander arbeiten oder gegeneinander spielen. Möglich ist die von der nordamerikanischen Liga erlaubte Lockerung nur in den Staaten, in denen damit keine regionalen oder lokalen Regeln gebrochen werden.

Zu den Teams, die ihre Trainingshallen für ihre Spieler zugänglich machen zählen nach US-Medienberichten die Portland Trail Blazers und die Denver Nuggets. Die Los Angeles Lakers mit Superstar LeBron James dagegen lassen ihre Einrichtungen noch geschlossen, wie Trainer Frank Vogel nach US-Medien sagte. Ein Zeichen für eine baldige Rückkehr zum Spielbetrieb in der seit dem 11. März unterbrochenen NBA-Saison ist dieser erste kleine Schritt nicht. Experten rechnen frühestens im Juli damit.

08:50 Uhr

"Fatal": Bundesliga-Neustart "ist enttäuschend und falsch"

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Öffnung der 1. und 2. Fußball-Bundesliga durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder scharf kritisiert und von einem "fatalen Signal" gesprochen. "Der Beschluss ist enttäuschend und falsch, ich bedaure ihn sehr", sagte Lauterbach dem Nachrichtenportal t-online.de.

Der Wiederbeginn signalisiere den Menschen, junge Sportler seien durch das Virus nicht gefährdet, was nicht stimme. "Es ist keine sportliche Entscheidung, sondern eine rein kommerzielle, um Sponsorenverträge nicht zu verlieren", sagte der SPD-Politiker. Die Politik hatte gestern grünes Licht für den Saison-Neustart des Profifußballs gegeben. Am Abend informierte die DFL die 36 Klubs per Rundschreiben, dass das DFL-Präsidium als zuständiges Gremium beschlossen hat, die Saison am 15. Mai fortzusetzen.

Lesetipp: Lauterbach hatte bereits vor der Entscheidung die Pläne der Liga scharf kritisiert. Denn im Raum steht das ungewisse Risiko, welche Langzeitschäden eine Infektion mit dem Coronavirus auslösen könnte. Sportmediziner warnen sogar vor dem Karriereende.