Freitag, 27. März 2020Der Sport-Tag

Heute mit Till Erdenberger & David Bedürftig
16:58 Uhr

Vorbild für Bundesliga? Man United erstattet Dauerkarteninhabern Kosten

Der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United hat seinen Dauerkarteninhabern eine teilweise Rückerstattung der Kosten angeboten, sollte die Premier-League-Saison wegen der Coronavirus-Pandemie ohne Zuschauer oder gar nicht mehr zu Ende gespielt werden. Das teilte Man United am Freitag mit. Wahlweise sei auch ein Rabatt auf eine Dauerkarte für die nächste Saison möglich. Gleichzeitig betonten die Klubverantwortlichen allerdings, dass sie darauf hoffen, dass die Premier League, der FA Cup und die europäischen Wettbewerbe fortgesetzt werden. "Wir wissen, dass unsere Fans keine Spiele verpassen wollen, die in den kommenden Monaten anstehen, und dass sie enttäuscht sein werden, falls es so kommt", hieß es in der Mitteilung, "aber zu den Bemühungen den Coronavirus zu bekämpfen, müssen wir alle unseren Beitrag leisten."

15:48 Uhr

Bobic: "Jahr ohne Europa wäre mal nicht schlecht" für Frankfurt

Nach zwei Stress-Jahren könnte Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic einer Saison ohne Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb durchaus etwas Positives abgewinnen. "Ein Jahr ohne Europa wäre vielleicht mal nicht schlecht zum Durchschnaufen", sagte Bobic in einem Interview des Pay-TV-Senders Sky.

Der hessische Fußball-Bundesligist hat diese Saison bereits 43 Pflichtspiele absolviert - mehr als jeder andere deutsche Verein. Schon in der vergangenen Saison hatten die Frankfurter insgesamt 50 Pflichtspiele bestritten - davon 14 in der Europa League, wo sie erst im Halbfinale am späteren Sieger FC Chelsea scheiterten. Neben der Bundesliga, wo das Team von Trainer Adi Hütter derzeit den zwölften Tabellenplatz belegt, ist die Eintracht auch noch im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Bayern München und im Achtelfinale der Europa League gegen den FC Basel vertreten. Sollte der erneute Einzug ins internationale Geschäft nicht gelingen, hätte Bobic damit kein Problem: "Wenn in der Bundesliga am Ende ein Mittelfeldplatz herauskommt, ist alles in Ordnung."

14:47 Uhr

Brasiliens Profis wollen Urlaub statt Gehaltskürzung

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Rafinha (mit Helm) spielt bei einem der wenigen Großklubs Brasiliens.

(Foto: REUTERS)

Spielergewerkschaft und Klubvertreter in Brasilien haben sich nicht auf eine gemeinsame Regelung während der Coronavirus-Krise einigen können. Die brasilianischen Vereine wiesen nach einer Videokonferenz am Donnerstagabend (Ortszeit) den Vorschlag der Fußballprofis zurück und beschlossen, lediglich für 20 Tage Kollektivurlaub von 1. April an zu geben. Am 15. April wollen sie über ein weiteres Vorgehen beraten. Die Klubvertreter hatten eine Gehaltskürzung um 25 Prozent vorgeschlagen, die Spielergewerkschaft 30 Tage Ferien mit vollem Urlaubsentgelt.

Nun kann jeder Klub einzeln mit seinen Profis über die Gehaltsfrage verhandeln, "auch weil die Realitäten sehr verschieden sind", wie der Generalsekretär des Brasilianischen Fußballverbandes CBF, Walter Feldman, sagte. Finanziell gesunde Vereine wie der brasilianische Meister und Copa Libertadores-Sieger Flamengo Rio de Janeiro, bei dem die ehemaligen Bundesliga-Profis Diego und Rafinha unter Vertrag stehen, sind in Brasilien die Ausnahme. Viele brasilianische Erstligaclubs sind hoch verschuldet und haben bereits im regulären Spielbetrieb Probleme, Gehälter pünktlich zu bezahlen.

13:24 Uhr

Sprint-Oldie Gatlin will auch 2021 Olympia-Gold über 100 m gewinnen

Sprint-Oldie Justin Gatlin (USA) fühlt sich auch im nächsten Jahr für den ganz großen Coup über 100 m bei den Olympischen Spielen in Tokio noch nicht zu alt. Auf die Frage, ob der dann 39-Jährige in Japan Gold gewinnen könne, sagte er gegenüber TMZ Sport: "Meine Vermutung ist: Ja." Viele Experten und Fans würden "denken, dass die Zeit gegen mich ist - aber das ist weit von der Wahrheit entfernt", sagte Gatlin.

Der umstrittene US-Amerikaner hatte 2004 in Athen Olympia-Gold über 100 m gewonnen, 2017 wurde er in London Weltmeister - und anschließend von Publikum ausgebuht, weil er bereits zweimal wegen Dopings gesperrt war. Wenn er seinem Körper genügend Zeit zur Erholung gebe, "sich neu fokussiert und hungrig bleibt", würde er "für 2021 wieder mit Energie versorgt sein", sagte Gatlin, der eigentlich für 2020 sein Karriereende geplant hatte: "Es wird kein so großer Unterschied sein, 38 oder 39 alt zu sein."

12:38 Uhr

DFB sagt weitere Termine seiner Juniorenteams ab

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Die deutsche U21 wird wohl bis zum Juni keine Spiele abliefern.

(Foto: imago images/Eibner)

Der Deutsche Fußball-Bund hat wegen der Coronavirus-Pandemie weitere Termine seiner Junioren-Teams abgesagt. Nach den entsprechenden Maßnahmen für den März können auch im April und Mai sowie teilweise auch im Juni keine Spiele oder Lehrgänge stattfinden. Diese Regelung gilt laut Verbandsmitteilung für alle Mannschaften von der U21 bis zur U15. "An oberster Stelle steht die Gesundheit - nicht nur der jungen Spielerinnen und Spieler sowie Beteiligten, sondern vor allem der gesamten Gesellschaft", sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius. "Vor diesem Hintergrund vertrauen wir weiterhin der Expertise der Gesundheitsbehörden und werden auch in den nächsten Wochen und Monaten mit vernünftigem und sorgfältigem Handeln unseren Beitrag leisten, gemeinsam die Eindämmung des Coronavirus zu unterstützen", führte Curtius aus. "So sehr wir die Absage der Länderspiele und Lehrgänge unserer weiblichen und männlichen U-Nationalmannschaften für April, Mai und teilweise Juni bedauern, so überzeugt sind wir, dass dies im Moment die einzig richtige Entscheidung ist."

11:39 Uhr

"Ich sage nur: Robert Enke": Schaaf glaubt nicht an Veränderungen durch Corona

Der langjährige Bundesliga-Trainer Thomas Schaaf zweifelt daran, dass sich die Gesellschaft und der Profi-Fußball durch die Corona-Krise wirklich verändern. Zwar sei es unabdingbar, aus dieser Situation Rückschlüsse zu ziehen. In der Vergangenheit sei das aber auch nur selten geschehen. "Ich sage nur: Robert Enke ...", sagte Schaaf in einem Interview des Online-Portals "Sportbuzzer". "Ich kann mich noch sehr gut an die Situation erinnern, als viele von uns in Hannover im Stadion gesessen haben, um uns von Robert Enke zu verabschieden. Jeder war sehr betroffen, jeder hat gesagt 'Jetzt muss sich etwas ändern'", erinnerte sich Schaaf. Zwar habe es danach auch Fortschritte gegeben, wirklich nachhaltig sei das aber nicht gewesen. Sonst sei es nicht möglich, "dass Spieler mit dem Tod bedroht werden, wie es kürzlich Hanno Behrens und Lukas Mühl vom 1. FC Nürnberg widerfahren ist", sagte Schaaf. Enke hatte sich vor zehn Jahren das Leben genommen.

Der Profifußball müsse vor allem seinen pickepackevollen Kalender hinterfragen. "Wir alle haben jetzt gemerkt, wie zerbrechlich das System Profifußball ist. Und uns ist eindrucksvoll vor Augen geführt worden, dass wir keinerlei Reserven mehr haben", sagte Schaaf, der heute als Technischer Direktor von Werder Bremen arbeitet. Für seinen Klub sei die aktuelle Phase "eine bedrohliche Situation".

09:58 Uhr

Nach Herzstillstand: Ex-Ajax-Talent geht es "so gut wie möglich"

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Abdelhak Nouri als Fußballprofi.

(Foto: imago/VI Images)

Im Sommer 2017 brach Abdelhak Nouri bei einem Testspiel gegen Werder Bremen zusammen und erlitt einen Herzstillstand, sein Schicksal bewegte die Fußball-Welt. Das damals 20 Jahre alte Talent von Ajax Amsterdam trug bleibende Hirnschäden davon - jetzt aber macht er Fortschritte. "Appie geht es gut. Also so gut wie möglich", sagte Nouris Bruder Abderrahim in der TV-Show "De Wereld Draait Door", er werde inzwischen von seinen Lieben zu Hause betreut. "Er liegt nicht mehr im Koma. Er ist wach, er schläft, er niest, er isst, er rülpst, aber er kommt nicht aus dem Bett heraus."

An guten Tagen könnte die Familie mit Nouri über Bewegungen der Augenbrauen sogar kommunizieren. Zudem schaue die Familie mit ihm öfter Fußball. "Wir merken, dass er das sehr mag. Manchmal ist es auch emotional, aber oft gibt es ein Lächeln. Das tut uns gut." Lange würden diese Phasen aber nicht anhalten, da sie für Nouri "anstrengend wie Hochleistungssport" zu sein scheinen. Nouri galt vor seinem tragischen Schicksalsschlag als eines der größten Ajax-Talente.

08:29 Uhr

NFL-Klubs spenden mehr als 35 Millionen Dollar

Die NFL hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 35 Millionen Dollar (ca. 31,6 Millionen Euro) für von der Coronavirus-Pandemie betroffene Menschen gespendet. Das Geld, das von Spielern, Besitzern, Teams und der NFL-Stiftung kam, ging demnach an zahlreiche Hilfsorganisationen, darunter das Amerikanische Rote Kreuz und Dienste, die Menschen mit Essen versorgen.

Zudem veröffentlichte die nordamerikanische Profiliga für American Football Videos von Mitgliedern aller 32 NFL-Mannschaften, die ihre Mitbürger aufforderten, zu Hause zu bleiben und so die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

07:37 Uhr

Auch Obama schaut zu: NBA-Superstar klärt über Corona auf

*Datenschutz

NBA-Star Stephen Curry setzt sich in den USA für eine Aufklärung zur Corona-Pandemie ein. Am Donnerstag (Ortszeit) befragte der Profi der Golden State Warriors den anerkannten Wissenschaftler Anthony Fauci in einem Livestream bei Instagram, knapp 50.000 Menschen verfolgten die Diskussion. Darunter war auch Ex-Präsident Barack Obama.

"Einer der Gründe, warum ich dieses Format mit Fragen und Antworten haben wollte, ist, hoffentlich verschiedene Bevölkerungsgruppen und Menschen zu erreichen, die an den Fakten interessiert sind", sagte Curry. Der dreimalige NBA-Champion betonte, noch immer Bilder von vollen Stränden zu sehen, obwohl die Bevölkerung von Kalifornien dazu angehalten sei, zu Hause zu bleiben und Abstand voneinander zu halten.

Curry war selbst Anfang März ein Corona-Verdachtsfall, sein Test fiel aber negativ aus. Die USA sind laut John-Hopkins-Universität mittlerweile das Land mit den meisten Coronafällen. Freitagmorgen waren fast 86.000 Infizierte bekannt.