Mittwoch, 06. Mai 2020Der Sport-Tag

mit Torben Siemer
Torben Siemer
21:59 Uhr

Hoeneß verspottet Kalou: "Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen"

Ausgerechnet der frühere Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat nach dem Corona-Fehltritt von Salomon Kalou über den mittlerweile suspendierten Fußball-Profi von Hertha BSC gespottet. "Gegen Dummheit ist ja kein Kraut gewachsen", sagte der 68-Jährige im Bayerischen Fernsehen. Ausgerechnet, weil Hoeneß selbst für eigene Vergehen bekannt ist, unter anderem landete er wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis. Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, sagte in einem eingespielten Beitrag, dass er nach dem Fehlverhalten des Ivorers "bestürzt und wirklich auch wütend" gewesen sei.

Kalou, mit dem FC Chelsea 2012 Champions-League-Sieger im Finale gegen den FC Bayern, hatte am Montag Szenen aus der Umkleidekabine von Hertha BSC gefilmt und live verbreitet. Darauf war zu sehen, wie er vielen Teamkollegen die Hand gab. Das widerspricht dem Hygienekonzept, das die DFL den Vereinen vorschreibt, um die Saison fortsetzen zu können. "Das war ein Stich ins Herz für den ganzen Sport", sagte der frühere Ski-Star Felix Neureuther. Die Profis wüssten, wie sensibel das Thema sei, gerade der millionenschwere Fußball würde auch kritisch gesehen. "In der Gesellschaft ist das nicht so einfach", sagte der 36-Jährige.

21:13 Uhr

Dybala besiegt Corona nach sechs Wochen Quarantäne

Offensivspieler Paulo Dybala vom italienischen Fußball-Rekordmeister Juventus Turin hat seine Covid-19-Erkrankung endgültig überstanden. "Ich kann endlich bestätigen, dass ich geheilt bin", teilte der 26-Jährige bei Twitter mit. Der Argentinier befand sich seit dem 22. März in häuslicher Quarantäne, nachdem er sich als einer von drei Turiner Spielern mit dem Coronavirus infiziert hatte. "Die Testergebnisse waren negativ", bestätigte Juve: "Der Spieler hat sich daher erholt und muss nicht länger zu Hause in Isolation bleiben."

20:21 Uhr

Felix Sturm kämpft gegen Haftstrafe an

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Früher im Ring unter Druck, jetzt vor Gericht: Felix Sturm.

(Foto: imago/Sven Simon)

Box-Profi Felix Sturm hat Revision gegen das Urteil wegen Steuerhinterziehung und versuchter Steuerhinterziehung eingelegt. Das bestätigten das Kölner Landgericht und die Verteidiger Sturms. Der 41-Jährige war am vergangenen Donnerstag zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Sturm war auch wegen Dopings und Körperverletzung bestraft worden. Laut dem Urteil hatte Sturm dem Fiskus in den Jahren 2008 bis 2010 sowie 2013 insgesamt rund eine Million Euro vorenthalten. Demnach hatte Sturm nach Überzeugung des Gerichts 50 Prozent seiner Kampfbörse an einen Schweizer Sportvermarkter gezahlt, ohne eine Gegenleistung erhalten zu haben. Das Geld setzte der 41-Jährige laut Urteil dann als Betriebskosten in seinen Steuererklärungen an, obwohl ein Großteil der Summe auf einem Schweizer Nummernkonto des Boxers landete.

Ferner wurde Sturm wegen Dopings mit dem leistungssteigernden Mittel Stanozolol schuldig gesprochen. Abbauprodukte des Mittels waren nach einem Kampf gegen den Russen Fjodor Tschudinow im Februar 2016 in einer Urinprobe festgestellt worden. Den regelwidrig geführten Kampf wertete das Gericht als Körperverletzung an dem Russen.

19:35 Uhr

BVB sucht das (Vertrags-)Gespräch mit Mario Götze

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat zeitnahe Gespräche mit Mario Götze über dessen sportliche Zukunft angekündigt. "Wir werden das Gespräch mit Mario, sobald wir wieder spielen, relativ schnell suchen", sagte der Chef des Fußball-Bundesligisten im RTL-Magazin "Guten Morgen Deutschland". Es gilt als wahrscheinlich, dass Götze seinen im Juni auslaufenden Vertrag beim Tabellenzweiten nicht verlängert und ablösefrei wechselt.

Als Grund für die zeitliche Verzögerung der Verhandlungen mit dem Weltmeister von 2014 nannte Watzke die Corona-Krise. "Wir haben in den acht Wochen, in denen der Fußball zum Erliegen gekommen ist, auch keine Gespräche geführt, das wäre unseriös. Solange du nicht Fußball spielst, hast du gar keine Geschäftsgrundlage. Wir durften nicht mehr spielen, hatten keine Einnahmen mehr, dann kann man nicht über neue Verträge sprechen." Götze wurde zuletzt in diversen Medienberichten vor allem mit italienischen Klubs in Verbindung gebracht.

18:10 Uhr

FC Augsburg führt Temperatur-Scan am Eingang ein

Der FC Augsburg trifft in der Corona-Krise weitere Vorkehrungen zur Sicherheit seiner Spieler und Mitarbeiter. Am Eingang ins Hauptgebäude der Augsburger Fußball-Arena wird künftig die Körpertemperatur gemessen. Wie der Bundesligist mitteilte, können drei Personen pro Sekunde kontaktlos aus einer Entfernung von bis zu drei Metern gemessen werden. Die Toleranz betrage bei den Messungen maximal 0,3 Grad. Mit der Messung soll eine erhöhte Temperatur als eines der häufigsten Symptome der Krankheit Covid-19 frühzeitig erkannt werden, um dann gegebenenfalls mit weiteren Maßnahmen reagieren zu können. Gemessen werde mehrmals täglich.

17:25 Uhr

Was Michael Jordan nie sein wollte

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Jordan führte die Bulls von 1991 bis 1993 und von 1996 bis 1998 zu zwei Titel-Hattricks.

(Foto: imago images/PCN Photography)

Weltstar Michael Jordan hat sich während und nach seiner Basketballkarriere stets bewusst aus politischen Themen rausgehalten. "Ich habe mich nie als Aktivist gesehen", sagte der 57-Jährige in der ESPN-Dokumentation "The Last Dance", die in zehn Teilen seine letzte Saison bei den Chicago Bulls thematisiert. "Ich lobe Muhammad Ali dafür, dass er für das einstand, woran er geglaubt hat", erklärte der sechsmalige NBA-Champion. Er selbst habe sich aber "als Basketballspieler gesehen. Ich habe mich auf mein Handwerk konzentriert. War das egoistisch? Vermutlich." Dass er einst gesagt habe, "Republikaner kaufen auch Turnschuhe", dementierte "Air" Jordan nicht. Allerdings sei der Spruch spontan und scherzhaft im Bus gefallen, in einem Gespräch mit seinen damaligen Mitspielern Horace Grant und Scottie Pippen.

Mit Kritik kann der zweimalige Olympiasieger leben. "Ich werde es nie allen recht machen können, das weiß ich. Weil jeder eine vorgefasste Idee davon hat, was ich tun soll und was ich nicht tun soll."

15:43 Uhr

Klubmediziner zweifeln an Sicherheitskonzept des Fußballs

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Im Stadion von Manchester City passiert derzeit nur wenig.

(Foto: imago/Action Plus)

Einige Vereinsärzte hegen englischen Medienberichten zufolge erhebliche Zweifel am Sicherheitskonzept für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der englischen Premier League. Laut eines Berichts des "Guardian" äußerten mindestens vier Klubärzte ihre "ernsthafte Besorgnis" und haben dies dem Chefarzt der Premier League, Mark Gillett, auch mitgeteilt. In dem Schreiben wiesen sie demzufolge auf mögliche Risiken bei der Fortsetzung der Saison während der Coronavirus-Pandemie hin.

Laut "Guardian" wurden die geplanten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen bei einem außerordentlichen Treffen der 20 Spitzenklubs am vergangenen Freitag erstmals erörtert. Genehmigt wurde das Konzept noch nicht. Dies soll erst nach einer endgültigen Ausarbeitung geschehen. Zunächst will die Liga erste Empfehlungen der Regierung für eine Lockerung der allgemeinen Corona-Maßnahmen am kommenden Sonntag abwarten.

15:18 Uhr

Finaltag der Amateure fällt aus

Nach der Verschiebung des DFB-Pokalfinals wird auch der Finaltag der Amateure nicht wie ursprünglich geplant am 23. Mai stattfinden. Noch sei unklar, ob und in welcher Form der Endspiel-Tag ausgetragen werden kann, heißt es in einer Mitteilung des Bremer Fußball-Verbands.

Eigentlich sollten die 21 Landespokalendspiele, in der auch die Tickets für die folgende Spielzeit im DFB-Pokal vergeben werden, am 23. Mai vor dem Finale der Profis gespielt und in einer TV-Konferenz der ARD übertragen werden. Es wäre die fünfte Auflage des Amateur-Finaltags gewesen. Der DFB-Pokal ist aufgrund der Corona-Krise derzeit auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, der Endspieltermin ist offen. Vor einem Endspiel müssten auch die Halbfinalpartien noch ausgetragen werden.

14:45 Uhr

"Pervers": Spitzensportler kritisieren Fußball-Pläne

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Johannes Vetter holte 2017 WM-Gold im Speerwerfen, im vergangenen Jahr wurde er Dritter.

(Foto: imago images/Beautiful Sports)

Prominente Spitzensportler abseits des Profifußballs haben den möglichen Neustart der Fußball-Bundesliga zum Teil mit drastischen Worten moniert. "Ich finde es nicht schön, dass der Fußball eine Sonderrolle einnimmt und sich über alles hinwegsetzt, nur weil die Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger stimmt", sagte Kugelstoßerin Christina Schwanitz der "Sächsischen Zeitung".

Auch Speerwerfer und Fußball-Anhänger Johannes Vetter kritisierte den möglichen Re-Start: "Wenn dem wirklich so ist, dann verkauft der Staat die Gesundheit des Volkes und der leidenden Menschen an den Fußball. Das ist pervers." Ruder-Olympiasieger Karl Schulze, der selbst Anhänger von Dynamo Dresden ist, fordert eine einheitliche Lösung: "Letztlich muss da eine politische Entscheidung fallen - entweder alle treiben wieder Sport oder gar keiner." Auch andere Spitzensportler sehen einen möglichen Neustart der Fußball-Bundesliga als Ungleichbehandlung der Sportarten an. "Fußball ist nicht Nabel der Welt. Aber er scheint in Deutschland eine andere Priorität zu haben als Schulen und Kitas, wie ich als Familienvater gerade erfahre", sagte Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe der "Märkischen Allgemeinen".

14:13 Uhr

Ex-Weltklassespielerin sieht schwarz für deutsche Tennis-Damen

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Wer führt nach Görges und Kerber das deutsche Damen-Tennis an?

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Die frühere Weltklasse-Spielerin Anke Huber sieht schwere Zeiten auf das deutsche Damen-Tennis zukommen. "Die Zukunft ist eher düster. Wenn mal Spielerinnen wie eine Angelique Kerber, Andrea Petkovic oder Julia Görges weg sind, müssen wir uns wohl auf eine längere Durststrecke einstellen", sagte die 45-Jährige der "Rhein-Neckar-Zeitung". Zwar könne es manchmal auch schnell gehen und "es ist plötzlich eine Spielerin da, die man nicht auf der Rechnung hatte. Aber momentan sehe ich keine Überfliegerin, die das Potenzial für die Top Ten hätte. Falls doch eine kommen sollte, ich hätte nichts dagegen", meinte die zwölfmalige WTA-Turniersiegerin.

13:41 Uhr

F1 Unvergesslich: Vettel sucht Limit und findet Unfall

13:12 Uhr

Robert Lewandowski zeigt seine neugeborene Tochter

Robert Lewandowski freut sich über die Geburt seiner zweiten Tochter. Bei Instagram verriet der Angreifer des FC Bayern München das Baby-Glück und lüftete das Namens-Geheimnis. "Hallo Kleine. Willkommen auf der Welt, Laura", schrieb der 31 Jahre alte Pole. Dabei veröffentlichte er ein Bild, auf dem er Laura liebevoll auf dem Arm hält. Drei Jahre nach der Geburt von Klara, die gerade Geburtstag hatte, freuen sich Lewandowski und seine Ehefrau Anna nun über das zweite Kind.

*Datenschutz

12:35 Uhr

Sie glauben, Sie kennen sich mit dem BVB aus?

... dann sei Ihnen dieses Quiz unseres Kolumnisten Ben Redelings empfohlen. Über mein eigenes Ergebnis möchte ich an dieser Stelle lieber nicht sprechen, Sie kommen da sicher weiter.

12:01 Uhr

Vertragslänge soll fix sein: Das will Bayern für Sané zahlen

Fußball-Rekordmeister Bayern München hat mit Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City offenbar eine grundsätzliche Einigung über einen Wechsel erzielt. Wie die "Sport Bild" berichtete, sollen sich die Münchner sowie der 24-Jährige auf einen Fünfjahresvertrag verständigt haben. In den Verhandlungen mit dem englischen Meister gehe es nun um die Höhe der Ablösesumme. Als Verhandlungsbasis soll der Bundesliga-Tabellenführer um Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Vorstand Oliver Kahn eine Ablösesumme von 40 Millionen Euro hinterlegt haben. Sané ist noch bis 2021 an die Citizens gebunden, sein derzeitiger Marktwert wird auf etwa 80 Millionen Euro geschätzt. Im vergangenen Sommer hatten noch dreistellige Millionenbeträge für den Flügelspieler im Raum gestanden.

Im August 2019 hatte sich Sané allerdings einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen und absolvierte in den vergangenen neun Monaten kein einziges Pflichtspiel für City. Bayern-Trainer Flick galt bezüglich eines Sané-Transfers nach München lange als skeptisch, soll aber nach einem halbstündigen Telefonat mit dem Profi inzwischen überzeugt worden sein.

Mehr dazu lesen Sie hier.
10:38 Uhr

"Ungerecht": Real-Torhüter meckert über Abbruch-Szenario

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Courtois hofft auf Saisonende auf dem Spielfeld.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Real Madrids Torhüter Thibaut Courtois hofft auf ein reguläres Ende der spanischen Fußball-Meisterschaft. Denn dass bei einem Abbruch Erzrivale FC Barcelona zum Meister erklärt werden könnte, passt dem belgischen Nationalspieler gar nicht. "Wir sind nur zwei Punkte hinter Barcelona, wir können also immer noch Meister werden", sagte der 27-Jährige im belgischen Fernsehen. "Es wäre ungerecht, wenn die Saison abgesagt und Barcelona zum Meister ernannt werden würde."

In Spanien, was besonders schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffen ist, könnte im Juni wieder der Spielbetrieb losgehen. Und Courtois ist sich sicher, dass die "Königlichen" noch am Messi-Klub vorbeiziehen können. "Sie haben einmal gegen uns Remis gespielt und einmal verloren. Wir haben gezeigt, dass wir das bessere Team sind. Ich möchte die Saison beenden. Ich denke, eine Meisterschaft basiert auf allen Spielen, die gespielt werden müssen. Es ist elf Spiele zu früh, um sich für den Meister zu entscheiden", sagte Courtois, der seit 2018 bei Real spielt.

09:29 Uhr

Neuer schickt eindringliche Warnung an Fußballprofis

Nationaltorhüter Manuel Neuer hat mit Blick auf den erhofften Restart der Bundesliga den Profi-Fußball und seine Akteure in die Pflicht genommen. Die Spieler in Deutschlands obersten Ligen müssten sich jetzt "mit jeder Faser" ihrer "enormen Verantwortung" bewusst sein, schrieb der 34-Jährige von Bayern München in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Das von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) erarbeitete medizinische Konzept sei das "bestmögliche", könne aber nur die Grundlage sein: "Nun ist es an jedem einzelnen in den Mannschaften und deren Umfeldern, dieses Konzept diszipliniert mit Leben zu füllen."

Bedeutend sei das, weil es "die Bundesliga in dieser Form, wie wir sie kennen, bei einem Abbruch der Saison nicht mehr geben" werde. Daher gehe die Verantwortung der Profis sogar noch weiter, auch "Zehntausende von Arbeitsplätzen in mannigfachen Branchen" lebten "mit dem und durch den Fußball. Und nicht zuletzt tragen wir Verantwortung für all jene Fans, für die Fußball ein ganz großes Stück ihres Lebens ist." Die Kritik, die den Fußball auf dem Weg zu einem Wiederbeginn begleitet, solle den Profis alltäglich ein "Warnschild" sein, "um uns immer wieder zu verdeutlichen, um was es geht. Wir waren die Lieblinge einer ganzen Nation, als wir am 13. Juli 2014 im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro Weltmeister wurden. Nun haben wir ein anderes Trikot an: jenes der gesellschaftlichen Vorbilder."

08:34 Uhr

Real Madrid trauert um Amador Suarez

Der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid trauert um seinen ehemaligen Vizepräsidenten Amador Suarez. Wie die Königlichen mitteilten, starb Suarez im Alter von 76 Jahren an den Folgen des Coronavirus. Suarez war zwischen 2007 und 2009 Vizepräsident des Klubs. Bereits im März war der frühere Real-Präsident Lorenzo Sanz an den Folgen von Covid-19 gestorben. Während Suarez' Zeit im Vorstand Madrids gewann der Klub zwei spanische Meisterschaften.