Mittwoch, 28. Juli 2021Der Sport-Tag

21:57 Uhr

Vier positive PCR-Tests: Zweitliga-Spiel droht Absage

Bei Fußball-Zweitligist Darmstadt 98 gibt es weitere Corona-Fälle. Der Zweitliga-Partie an diesem Freitag (18.30 Uhr) beim Karlsruher SC droht daher eine Absage. "Es ist ein komplexer Prozess. Wir befinden uns in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Aktuell haben wir 14 Feldspieler, davon vier U19-Spieler. Die Wettbewerbsgleichheit ist damit in Frage gestellt. Sofern eine Absetzung möglich wäre, werden wir dies anstreben", sagte Tom Eilers, bestellter Vertreter des Präsidiums für den Lizenzspielerbereich.

Nachdem bereits in der Vorwoche drei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wurden und danach fünf weitere Profis in Quarantäne geschickt werden mussten, gab es nun erneut positive PCR-Befunde. Betroffen sind Erich Berko, Mathias Honsak, Tim Skarke und Tobias Kempe. Den Spielern gehe es den Umständen entsprechend, sie wiesen keine bis mittlere Symptome auf, twitterten die Hessen. Unter ihnen befinden sich nach Klub-Angaben auch Geimpfte.

21:38 Uhr

Nach großem Knall im Jahr 2018: Özil wünscht sich Aussprache mit Löw

Mesut Özil ist für ein klärendes Gespräch mit dem ehemaligen Fußball-Bundestrainer Joachim Löw bereit. "Ich weiß von Jogi, dass er Sympathien für Fenerbahce hat. Daher hoffe ich, dass er uns in der kommenden Saison auch mal bei einem Heimspiel besuchen wird. Er wäre auf jeden Fall eingeladen", schrieb Özil im DFB-Journal anlässlich des Abschieds von Löw nach 15 Jahren im Amt.

Ex-Nationalspieler Özil wäre bereit für ein klärendes Gespräch mit seinem ehemaligen Trainer - so wie hier 2018 in Russland.

Ex-Nationalspieler Özil wäre bereit für ein klärendes Gespräch mit seinem ehemaligen Trainer - so wie hier 2018 in Russland.

(Foto: picture alliance/dpa/Christian Charisius)

Auch Löw hatte nach dem EM-Aus angekündigt, eine noch nicht verheilte Wunde zu schließen. Der Rücktritt von Özil nach dem WM-Desaster 2018 ohne vorherige Rücksprache sei "eine große menschliche Enttäuschung" für ihn gewesen, sagte Löw und kündigte eine Aussprache mit dem 32-Jährigen an. "Es wird die Zeit kommen, wo wir uns wieder mal unterhalten oder treffen werden", hatte Löw erklärt. Dazu scheint nun auch Özil bereit, der zermürbt von der Foto-Affäre und rassistischen Anfeindungen nach 92 Länderspielen mit 23 Toren zurückgetreten war.

21:11 Uhr

Kuntz-Kritik an Olympia: "Waren kaserniert und eingesperrt"

Nach dem Olympia-Aus der deutschen Fußballer hat Trainer Stefan Kuntz die strikten Regelungen in Japan scharf kritisiert. "Wir haben die Menschen hier sehr freundlich kennengelernt. Ansonsten war von dem olympischen Gefühl aus meiner Sicht überhaupt nichts vorhanden, außer bei den zwei Besuchen im olympischen Dorf", sagte Kuntz nach dem 1:1 gegen die Elfenbeinküste, wodurch das DFB-Team als Gruppendritter das Viertelfinale verpasst hatte.

"Wir waren kaserniert, eingesperrt, durften nicht auf die Straße gehen. Wir durften nur nach langem Hin und Her einen Balkon mal öffnen lassen. Da muss ich sagen: Da hätte ich gern mehr olympisches Flair gehabt", fügte Kuntz hinzu. Das sei seine persönliche Meinung. "Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass wir Fußballer sind oder Fußballer gerne eine Sonderstellung gehabt hätten", so Kuntz. Die japanischen Gastgeber haben wegen der Corona-Pandemie bei den Olympischen Spielen konsequente Regeln aufgestellt. Zuschauer sind bis auf wenige Ausnahmen nicht erlaubt, dazu gibt es für alle Beteiligten an dem Event viele Corona-Tests und wenige Freiheiten.

20:34 Uhr

Olympia-Aus für Tennis-Doppel Zverev und Struff

Das Tennis-Doppel Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff hat die Medaillenchance bei den Olympischen Spielen in Tokio vertan. Im Viertelfinale unterlag das deutsche Duo am Mittwoch den US-Amerikanern Austin Krajicek und Tennys Sandgren verdient mit 3:6, 6:7 (4:7). Damit ist keine deutsche Paarung mehr im Wettbewerb.

Die letzte deutsche Tennis Paarung ist mit ihnen ausgeschieden: Jan-Lennard Struff und Alexander Zverev.

Die letzte deutsche Tennis Paarung ist mit ihnen ausgeschieden: Jan-Lennard Struff und Alexander Zverev.

(Foto: picture alliance/dpa/Marijan Murat)

Anders als am Vortag blieben Struff und Zverev nicht ohne eigenen Aufschlagverlust. Die beiden kassierten beim Service von Struff ein Break zum 2:4, es war die Entscheidung im ersten Satz. Ein paar Mal schüttelte Zverev den Kopf, verärgert schmiss er im zweiten Durchgang nach einem verschlagenen Volley seinen Schläger. Der Hamburger und der Sauerländer kämpften sich dann in den Tiebreak, in dem die US-Profis aber die Besseren waren.

Das andere deutsche Doppel Tim Pütz und Kevin Krawietz war im Achtelfinale ausgeschieden. Die bisher letzte olympische Medaille eines Herren-Doppels feierten 2004 in Athen Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler mit Silber.

Im Einzel geht Medaillen-Mitfavorit Zverev am Donnerstag als Favorit in das Viertelfinale gegen den Franzosen Jeremy Chardy. Vor dem Doppel-Aus hatte der Weltranglisten-Fünfte 6:4, 7:6 (7:5) gegen den Georgier Nikolos Bassilaschwili gewonnen.

20:02 Uhr

"Grenze überschritten": Salihamidzic attackiert Fans des FC Bayern

Nach den beleidigenden und teils rassistischen Attacken auf Stürmer Joshua Zirkzee hat Sportvorstand Hasan Salihamidzic den Niederländer vor dem Testspiel des FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach in Schutz genommen. "Es ist natürlich unglaublich", sagte Salihamidzic gegenüber "MagentaTV" über die Attacken gegen Zirkzee, der nach seiner vergebenen Riesenchance im Spiel gegen Ajax Amsterdam unter Beschuss geraten war. Vor allem in den Sozialen Medien entlud sich die Wut einiger Fans, die den Stürmer auch rassistisch beleidigten.

"Der Junge hat sich am meisten darüber geärgert", ergänzte Salihamidzic mit Blick auf Zirkzees vergebene Großchance. Die anschließenden Attacken hätten "mit Fußball nichts zu tun. Da wurde eine Grenze überschritten", ärgerte sich der 44-jährige Sportchef des Rekordmeisters.

Nach den Beleidigungen gegen seine Person zog der Niederländer noch am selben Abend Konsequenzen und löschte sämtliche Bilder auf seinem Instagram-Kanal. Auch heute, drei Tage nach den Vorfällen, bekamen seine 366.000 Follower beim Besuch der Seite lediglich die Meldung "Noch keine Beiträge vorhanden". Zirkzee selbst hat sich noch nicht zu dem Vorfall geäußert.

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19:07 Uhr

Weltverband rügt deutschen Sportchef

Der Radsport-Weltverband UCI hat mit deutlicher Kritik auf einen rassistischen Kommentar des deutschen Sportchefs Patrick Moster beim Einzelzeitfahren der Olympischen Spiele reagiert. Der Verband bedauere Mosters Worte zutiefst, hieß es in einer Mitteilung des Weltverbandes nach dem Rennen. "Diese Bemerkung geht gegen die Werte, die die UCI repräsentiert, fördert und verteidigt. Es gibt keinen Platz für Rassismus im Sport." Die UCI werde sich weiterhin dafür einsetzen, alle Arten von Diskriminierung im Radsport auszumerzen und für Diversität und Gleichheit eintreten.

Moster hatte den deutschen Radsportler Nikias Arndt angefeuert, dabei aber eine rassistische Bemerkung gegenüber eines vor Arndt fahrenden Algeriers getätigt.

18:08 Uhr

Red Bull legt nach Verstappen-Crash nach: "Wir haben neue Beweise gegen Hamilton"

Kein Unfall der jüngeren Formel-1-Geschichte sorgt für so viel Zoff: In Silverstone crasht der WM-Führende Verstappen nach Kollision mit Konkurrent Hamilton. Der Brite bekommt eine Strafe, gewinnt aber doch das Rennen. Red Bull legt nun nach und verlangt eine schärfere Sanktionierung.

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17:42 Uhr

Deutsche Säbelfechter verpassen Chance auf Bronze

Trotz starker Leistung konnte er es nicht mehr retten: Max Hartung beendet seine Karriere ohne Medaille in Tokio.

Trotz starker Leistung konnte er es nicht mehr retten: Max Hartung beendet seine Karriere ohne Medaille in Tokio.

(Foto: picture alliance/dpa/Sputnik/Vladimir Pesnya)

In einem kräfteraubenden Teamwettkampf verloren die Säbel-Herren um Vierfach-Europameister Hartung das kleine Finale um Bronze mit 40:45 gegen Ungarn. Damit werden die zweiten Olympischen Spiele ohne Medaille für die deutschen Fechter nacheinander immer wahrscheinlicher. Der scheidende Hartung beendet seine Karriere ohne olympisches Edelmetall. Der einst so erfolgsverwöhnte Deutsche Fechter-Bund droht wie schon 2016 in Rio de Janeiro nun auch in Tokio leer auszugehen. Die letzte kleine Chance haben die Florett-Herren im Teamwettbewerb am Sonntag.

Nach den ernüchternden Einzeln, zeigten Hartung sowie seine Dormagener Clubkollegen Matyas Szabo, Benedikt Wagner und Richard Hübers im Mannschaftswettkampf couragierte Leistungen. Nach einem souveränen Auftakt gegen die Riege des Russischen Olympischen Komitees, unterlagen sie den Südkoreanern im Halbfinale unglücklich mit 42:45. Szabo zog sich dabei aller Voraussicht nach einen Muskelfaserriss zu und musste für die entscheidenden Punkte von Ersatzmann Hübers vertreten werden.

Auch im Bronze-Kampf gegen die vom dreimaligen Olympiasieger Aron Szilagyi angeführten Ungarn konnten die müde wirkenden Deutschen - trotz starker Leistung von Hartung - Szabos Ausfall nicht kompensieren.

17:05 Uhr

Gerissene Badehose verhindert Weltrekord

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Gold mit Olympiarekord und trotzdem nicht zufrieden: Kristof Milak.

(Foto: imago images/Xinhua)

Kristof Milak hatte gerade Olympiagold gewonnen, doch Ungarns Schwimmstar wirkte eher wie ein Vorlauf-Verlierer. Missgelaunt stieg der 21-Jährige aus dem Becken des Tokyo Aquatics Centre, denn er hatte sich den Sieg über 200 Meter Schmetterling unbedingt in Weltrekordzeit schnappen wollen. Aber zehn Minuten vor dem Start war seine Schwimmhose eingerissen, "und in diesem Moment wusste ich, dass der Weltrekord weg war", sagte Milak nachher enttäuscht.

"Ich habe meinen Fokus verloren und gewusst, dass ich es nicht schaffen kann", sagte der dreimalige Weltmeister. Eine halbe Sekunde fehlte ihm zu seiner eigenen Bestmarke (1:50,73). Dass Milak dennoch mit zweieinhalb Sekunden Vorsprung triumphierte und den alten Olympiarekord von Michael Phelps brach, spricht für Milaks Extraklasse. Der Ungar wäre auf dieser Schmetterling-Strecke ein mehr als nur ernstzunehmender Gegner für Phelps, hätte der 2016 nicht seine Karriere beendet.

16:31 Uhr

USA und Lettland feiern Gold bei 3x3-Premiere

Die USA und Lettland haben die ersten olympischen Goldmedaillen im 3x3-Basketball gewonnen. Während sich die USA im Frauen-Finale zunächst mit 18:15 gegen die Auswahl des Russischen Olympischen Komitees (ROC) durchsetzten, siegte danach auch das lettische Männer-Team im Endspiel um Gold 21:18 gegen ROC. Bronze bei den Frauen ging an die Weltmeisterinnen aus China, die das Spiel um Platz drei gegen Frankreich mit 16:14 für sich entschieden. Bei den Männern tröstete sich Rekord-Weltmeister Serbien, der im Halbfinale am ROC-Team gescheitert war, mit der Bronzemedaille. Die Serben bezwangen Belgien im kleinen Finale mit 21:10.

3x3-Basketball gehört in Tokio erstmals zum olympischen Programm. Im Drei-gegen-Drei wird auf einen Korb gespielt. Die Mannschaft, die zuerst 21 Punkte erzielt oder nach zehn Minuten führt, hat gewonnen.

16:04 Uhr

Trainer ohrfeigt und schüttelt deutsche Judoka

Martyna Trajdos tritt bei den Olympischen Spielen in Tokio im Judo für Deutschland an. Für großes Aufsehen weit über ihren Kampf hinaus sorgt jedoch ihr Trainer: Vor Trajdos' Auftritt auf der Matte setzt er zur rabiaten Motivations-Strategie an. Das Video der Szene stößt manchem übel auf.

15:42 Uhr

Alexander Zverev will Davis Cup bei Olympischen Spielen

Deutschlands Tennisstar Alexander Zverev fände einen Teamwettkampf bei Olympischen Spielen nach Vorbild des Davis Cup oder ATP Cup äußerst reizvoll. "Diesen Davis Cup könnte man auch zu Olympia bringen", sagte der Weltranglistenfünfte während der Spiele in Tokio und schlug vor: "In der ersten Woche spielen wir Einzel- und Doppelwettbewerbe. Und in der zweiten Woche könnten wir einen Teamwettbewerb spielen. Das wäre sehr besonders."

Im Tennis gibt es bei Olympia fünf Entscheidungen: jeweils Einzel und Doppel bei Frauen und Männern sowie das Mixed. Als Teamwettbewerb gibt es bei den Frauen während der Saison nur den Billie Jean King Cup, bei den Männern den Davis Cup am Ende sowie den ATP Cup in Australien zu Beginn einer Saison.

Jedoch warnte Zverev vor zu großen Änderungen, um Tennis für neue Zielgruppen reizvoller zu machen. "Der klassische Tennissport soll der klassische Tennissport bleiben", sagte der 24-jährige Hamburger, der auch erbitterter Gegner des 2019 umgekrempelten Davis Cup ist und seither nicht mehr teilnahm.

15:10 Uhr

Deutscher Tischtennis-Profi Ovtcharov kämpft um Medaille

Konnte das Spiel noch einmal drehen: Dimitrij Ovtcharov.

Konnte das Spiel noch einmal drehen: Dimitrij Ovtcharov.

(Foto: picture alliance/dpa/AP/Kin Cheung)

Der frühere Weltranglistenerste Dimitrij Ovtcharov hat sich ins Halbfinale des olympischen Tischtennis-Turniers gekämpft und darf auf seine zweite Einzelmedaille hoffen. Der letzte im Einzel verbliebene Deutsche drehte im Tokyo Metropolitan Gymnasium einen 0:2-Satzrückstand und bezwang den Brasilianer Hugo Calderano in einem packenden Kräftemessen mit 4:2 (7:11, 5:11, 11:8, 11:7, 11:8, 11:2).

Ovtcharov fand im Duell mit seinem Vereinskollegen bei Fakel Orenburg in Russland gerade noch rechtzeitig zu seinem Spiel, nachdem ihm lange viele vermeidbare Fehler unterlaufen waren. Der Traum von einer zweiten Olympia-Medaille im Einzel nach Bronze 2012 in London lebt für den Weltranglistenachten damit weiter.

Ovtcharov trifft nun im Halbfinale am Donnerstag auf Rio-Gewinner Ma Long aus China. Im zweiten Duell um den Einzug ins Endspiel am Freitag misst sich der chinesische Weltranglistenerste Fan Zhendong aus China mit Lin Yun-Ju aus Taiwan.

14:01 Uhr

Judo-Verband verwarnt Ohrfeigen-Trainer

Nach dem speziellen Ohrfeigen-Aufwärmprogramm von Judo-Bundestrainer Claudiu Pusa für seine Kämpferin Martyna Trajdos hat der Weltverband IJF reagiert und eine "ernste Verwarnung" wegen "schlechten Verhaltens während des Wettkampfes" ausgesprochen. Explizit genannt wurden dabei allerdings weder Coach noch Vorgang.

"Judo ist ein erzieherischer Sport und kann als ein solcher kein solches Verhalten tolerieren, das sich gegen den Moral-Code des Judos richtet", hieß es in dem bei Twitter veröffentlichten Statement. Pusa hatte die 32 Jahre alte Trajdos am Dienstag vor ihrem ersten Kampf mit beiden Händen am Kragen gepackt und ihr zwei schallende Ohrfeigen verpasst, Trajdos nickte zufrieden und stieg zum Kampf auf die Matte. Weil die frühere WM-Dritte allerdings schon im in ihrem ersten Kampf der Ungarin Szofi Ozbas unterlag, stellte sie sarkastisch fest: "Wahrscheinlich war es nicht hart genug."

13:21 Uhr

Kurz nach Real-Ankunft: Ex-Bayer Alaba positiv getestet

Der österreichische Fußball-Nationalspieler David Alaba muss schon kurz nach seinem Wechsel zum spanischen Rekordmeister Real Madrid in Isolation. Denn der 29-Jährige, der vom FC Bayern München kam, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilten die Madrilenen in einer zweizeiligen Meldung mit. Weitere Angaben macht der Klub nicht.

Alaba hatte die Bayern in diesem Sommer nach über einem Jahrzehnt und zahlreichen Titelgewinnen verlassen. Bei Real unterschrieb er einen Fünfjahresvertrag.

12:54 Uhr

Wagner adelt Nowitzki: "Dirk ist wie Michael Jordan für deutsche Kids"

Auch Franz Wagner war einst nur ein kleiner Junge, der Dirk Nowitzki bewunderte. "Dirk ist wie Michael Jordan für die deutschen Kids", sagte das Basketball-Talent, das beim Draft in Brookyln in der Nacht zum Freitag (2.00 Uhr/DAZN) den Sprung in die NBA schaffen will. Und ist Nowitzki nicht ganz unschuldig daran. "Viel mehr deutsche Spieler schaffen es in die NBA", so Wagner: "Und ich glaube, das liegt auch zum Teil an ihm."

In den "Mock Drafts", der Experten-Vorhersage für die Verteilung der Talente auf die 30 Teams, ist der 19-Jährige ein Kandidat für einen Top-Ten-Pick. Sein 24-jähriger Bruder Moritz Wagner spielte nach einer Odyssee durch die vergangene Saison zuletzt bei Orlando Magic - und derzeit in Tokio beim Olympiaturnier für Deutschland. Franz, 2,05 Meter groß, Forward und 2019 Vize-Meister in Deutschland mit Alba Berlin, hatte sich für den Draft und damit gegen ein drittes College-Jahr bei den Michigan Wolverines entschieden. "Wenn Moe in der Liga spielen kann", scherzte er bei seiner Bekanntgabe, "dann nehmen die ja anscheinend jeden."

12:25 Uhr

Judoka Trippel steht im Finale und hat Medaille sicher

Judoka Eduard Trippel ist bei den Olympischen Spielen in Tokio ins Finale eingezogen und hat damit eine Medaille sicher. Der 24-Jährige aus Rüsselsheim besiegte im Halbfinale der Klasse bis 90 kg den früheren Vizeweltmeister Mihael Zgank aus der Türkei nach Verlängerung.

Weiß, dass er die Medaille schon sicher hat: Eduard Trippel.

Weiß, dass er die Medaille schon sicher hat: Eduard Trippel.

(Foto: picture alliance/Sven Simon/Frank Hoermann)

Trippel, Nummer 15 der Weltrangliste, hatte sich im Viertelfinale gegen den ungarischen WM-Dritten Krisztian Toth durchgesetzt. Zuvor hatte er die Ex-Weltmeister Gwak Dong-Han aus Südkorea und Nemanja Majdov aus Serbien bezwungen.

Vor Trippel hat Giovanna Scoccimarro in der Klasse bis 70 kg die Chance auf die erste Medaille für den Deutschen Judo-Bund. Die EM-Zweite von 2017 besiegte in der Hoffnungsrunde die Griechin Elisavet Teltsidou und kämpft nun gegen die WM-Dritte Sanne van Dijke (Niederlande) um Bronze.

11:43 Uhr

Walkenhorst zu Bikini-Eklat: "Albern, respektlos und nicht zeitgemäß"

Olympiasiegerin Kira Walkenhorst sieht beim Beachvolleyball noch Verbesserungsbedarf im Umgang mit Sexismus. "Früher gab es sogar Vorschriften, wie breit der Rand der Bikinihose zu sein hat. Davon sind wir zum Glück schon lange weg, aber es ist noch viel Luft nach oben", schrieb die 30-Jährige in ihrer Kolumne für das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie habe als Athletin ausgeblendet, ob Zuschauer wegen der knappen Bekleidung zu den Spielen gekommen seien. "Darüber brauchen sich die Sportlerinnen in Tokio wegen der fehlenden Zuschauer keine Gedanken zu machen. Dafür wäre es gut, wenn die Verbände es in Zukunft mehr machen würden."

Völliges Unverständnis äußerte Walkenhorst, die 2016 in Rio mit Laura Ludwig Gold geholt hatte und nach einer Pause mit ihrer neuen Partnerin Anna-Lena Grüne spielt, zum Fall der norwegischen Beachhandballerinnen. Weil die bei der EM in Bulgarien zuletzt statt der vorgeschriebenen Bikini-Höschen aus Protest etwas längere Sporthosen getragen hatten, mussten sie nach einer Entscheidung der Europäischen Handball-Föderation wegen "unangemessener Bekleidung" eine Geldstrafe von 1500 Euro zahlen. Sie habe nicht gewusst, "ob ich lachen oder weinen sollte. So etwas ist albern, respektlos und nicht zeitgemäß", schrieb Walkenhorst.

10:46 Uhr

Keine Einzel-Medaille für Bogenschützin Lisa Unruh

Der Traum von einer weiteren olympischen Medaille im Einzel ist für Bogenschützin Lisa Unruh geplatzt. Die 43 Jahre alte Silbermedaillengewinnerin von Rio scheiterte in Tokio bereits an ihrer Auftaktgegnerin Hanna Marusawa aus Belarus mit 4:6.

Für die beste deutsche Bogenschützin bleibt es in Japan bei der Bronzemedaille im Team-Wettbewerb.

Für die beste deutsche Bogenschützin bleibt es in Japan bei der Bronzemedaille im Team-Wettbewerb.

(Foto: IMAGO / Penta Press)

Der Berlinerin mangelte es bei widrigen Bedingungen auf dem Yumenoshima Park Archery Field an Präzision. Den ersten Satz schenkte Unruh mit einer 2 im letzten Versuch ab. Auch in der Folge verzog sie in wichtigen Situationen. Im vorentscheidenden dritten Durchgang erzielte Unruh lediglich 20 Punkte und konnte den klaren Rückstand nicht mehr aufholen.

Damit bleibt es für die beste deutsche Bogenschützin in Japan bei der Bronzemedaille im Team-Wettbewerb. Am Sonntag hatte sich das Trio mit Unruh, Michelle Kroppen und Charline Schwarz im Duell um Platz drei gegen Belarus durchgesetzt. Auch Schwarz verpasste im Einzel gegen die US-Amerikanerin Mackenzie Braun (2:6) den Einzug in die zweite Runde. Kroppen war schon am Dienstag gescheitert.

10:13 Uhr

"Total daneben": Rassistischer Ausfall von deutschem Rad-Funktionär

Der deutsche Radsporttrainer und -funktionär Patrick Moster hat sich beim Einzelradzeitfahren der Herren bei den Olympischen Spielen in Tokio eine rassistische Entgleisung geleistet. Der 54-Jährige feuerte den deutschen Radfahrer Nikias Arndt mit den Worten "Hol' Dir die Kameltreiber" an. Der Ausspruch bezog sich auf die Fahrer, die vor Arndt lagen, unter anderem offenbar auf den Eritreer Amanuel Ghebreigzabhier und den Algerier Azzedine Lagab.

Noch während des Zeitfahrens ordnete ARD-Sportkommentator Florian Naß die Szene ein: "Wenn ich das so richtig verstanden habe, was er da gesagt hat, dann war das total daneben, aber mal sowas von daneben. Da fehlen mir die Worte. Sowas hat im Sport überhaupt nichts verloren. Das ist absolut unterirdisch." Weiter müsse Moster sich bewusst sein, dass die Welt zuhöre, "wenn man an einem internationalen Rennen teilnimmt, bei dem Kameras und Mikrofone aufgestellt sind. Das ist unwürdig."

09:30 Uhr

Europarekord aberkannt, Dopingsperre: Sprinter Wilsons unglückliche Woche

Für den Schweizer Sprinter Alex Wilson sind die Olympischen Spiele von Tokio nach einer rabenschwarzen Woche vorzeitig gelaufen. Nur zwei Tage nachdem sein vermeintlicher Europarekord nicht anerkannt worden war, setzte der Internationale Sportgerichtshof CAS die im März gegen ihn verhängte Dopingsperre am Mittwoch wieder ein. Der gebürtige Jamaikaner darf damit bis zum Abschluss des Verfahrens nicht laufen.

Beim 31-Jährigen war im März in einer Dopingprobe die verbotene Substanz Trenbolone festgestellt worden. Wilson hatte dies auf den Verzehr von kontaminiertem Fleisch zurückgeführt. Die Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic hatte die zunächst verhängte provisorische Sperre Anfang Juli ausgesetzt, dagegen legten in der vergangenen Woche der Leichtathletik-Weltverband World Athletics und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA Einspruch ein.

In der Zwischenzeit war Wilson am 18. Juli bei einem kleinen Meeting in den USA über 100 m (9,84) schneller als der Europarekord und auch über 200 m (19,89) eine Spitzenzeit gelaufen. Angesichts der Videoaufnahmen und Wilsons bisheriger Bestwerte (10,08/19,98) waren aber deutliche Zweifel an der Korrektheit der Messung aufgetreten. Sowohl der Schweizer wie auch der europäische Verband erkannten die Rekordläufe schließlich nicht an.

08:29 Uhr

"Menschenfänger" Rose und Kehls Knallhart-Ansage: Der BVB muss jetzt liefern

Lizenzspielerchef Sebastian Kehl hat den neuen Trainer Marco Rose in den höchsten Tönen gelobt und gleichzeitig die Spieler des Pokalsiegers Borussia Dortmund in die Pflicht genommen. "Von einigen Spielern erwarten wir deutlich mehr als in der vergangenen Saison. Der Anspruch von Borussia Dortmund ist ein anderer. Und wenn die Jungs ehrlich zu sich selbst sind, dann haben sie auch einen anderen Anspruch an sich selbst", sagte Kehl im Interview mit der "Bild".

Vermeintliche Leistungsträger wie Julian Brandt oder Thomas Meunier blieben in der vergangenen Spielzeit deutlich hinter den Erwartungen zurück. "Ein neuer Trainer bietet jedem Spieler neue Möglichkeiten und die Chance, sich zu beweisen", sagte Kehl, der am Saisonende Michael Zorc als BVB-Sportdirektor beerben wird.

Der neue Coach Rose habe "eine natürliche Autorität, eine gewisse Lockerheit, aber trotzdem eine klare Ansprache". Er sei "ein Menschenfänger mit großer Emotionalität, die unserem Klub sehr gut zu Gesicht steht". Kehl zeigte sich besonders beeindruckt von Roses Mischung aus "fachlicher Kompetenz und menschlicher Empathie".

07:47 Uhr

Wird Bibiana Steinhaus-Webb erste DFB-Präsidentin?

Die frühere Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus-Webb kristallisiert sich immer mehr als Kandidatin für das Präsidentenamt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) heraus. Wie "Sport Bild" berichtet, ist die 42-Jährige die Favoritin einer Allianz aus Regional- und Landesverbänden aus dem Westen, Norden und Nordosten.

Nach dem Willen dieses Bündnisses soll Steinhaus-Webb, sechsmalige "Schiedsrichterin des Jahres", auf dem DFB-Bundestag am 11. März 2022 als Nachfolgerin des zurückgetretenen Präsidenten Fritz Keller inthronisiert werden - allerdings als Teil einer Doppelspitze, bestehend aus je einem Kandidaten des DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Steinhaus-Webb gehört einer Frauen-Initiative unter Führung des früheren HSV-Vorstandsmitglieds Katja Kraus (50) an, die beim krisengeschüttelten Verband aufräumen will. Als weiterer Kandidat der DFL wird Peter Peters (59) gehandelt, der mit dem im März abtretenden Rainer Koch (62) derzeit die DFB-Interimsspitze bildet.

07:18 Uhr

Nach Koepfer-Aus ist Zverev die letzte Tennis-Hoffnung in Tokio

Dominik Koepfer aus Furtwangen ist beim olympischen Tennisturnier in Tokio im Achtelfinale ausgeschieden. Der Weltranglisten-59. unterlag dem Spanier Pablo Carreno Busta 6:7 (7:9), 3:6 und vergab dabei vor allem im ersten Satz gute Chancen. Vor der Partie gegen den Halbfinalisten der US Open 2020 waren Koepfer (27) bei seinem Olympia-Debüt zwei Siege gelungen.

Von den vier deutschen Einzelspielern ist nur Alexander Zverev noch im Rennen. Der Mitfavorit trifft am Nachmittag (Ortszeit) in seinem Achtelfinale auf Nikolos Bassilaschwili aus Georgien. Auch im Doppel hat Zverev mit Jan-Lennard Struff noch eine Medaillenchance. Das Duo aus Hamburg und Warstein bekommt es am Mittwoch mit Austin Krajicek/Tennys Sandgren (USA) zu tun.

Koepfer ließ bei schwül-heißen Bedingungen im Ariake Tennis Park im Tiebreak des ersten Durchgangs einen Satzball liegen. Im zweiten Satz gab der Linkshänder zweimal seinen Aufschlag ab und musste sich nach fast zwei Stunden Spielzeit dem an Position sechs gesetzten Carreno Busta geschlagen geben.

06:29 Uhr

Biles verdient "Unterstützung" - Weißes Haus stellt sich hinter US-Star

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, hat US-Turnsuperstar Simone Biles nach dem Ausstieg im Mannschaftsfinale bei den Olympischen Spielen in Tokio Mut zugesprochen. "Dankbarkeit und Unterstützung sind das, was Simone Biles verdient", twitterte Psaki. Biles sei immer noch die Größte, "und wir alle haben das Glück, sie in Aktion sehen zu können", schrieb sie weiter.

Biles hatte in Japan am Dienstag nach dem ersten Gerät, dem Sprung, den Wettkampf aufgegeben. Der US-Turnverband teilte mit, dass dies aus "einem medizinischen Grund" geschehen sei. Die Ausnahmeturnerin deutete an, dass sie mentale Probleme habe. Sie traue sich selbst nicht mehr so, wie sie es getan habe, sie wisse nicht, ob es am Alter liege, aber sie werde nervöser, wenn sie turne, sagte sie: "Ich habe auch das Gefühl, dass ich nicht mehr so viel Freude habe."

Die viermalige Olympiasiegerin Biles ließ zunächst offen, ob sie am Donnerstag im Einzel-Mehrkampf in Tokio antreten wird. Ohne die 24-Jährige hatte das Team der USA Platz zwei hinter den russischen Turnerinnen belegt.

06:03 Uhr

Vetter über Tod seiner Mutter: Richtig verarbeitet "man so etwas nie"

Der Tod seiner Mutter lässt Speerwerfer Johannes Vetter nicht los. "Richtig verarbeiten tut man so etwas nie. Ich versuchte, damit anders zu leben. Es tut mir eher gut, darüber zu sprechen, als wenn ich es in mich hineinfresse", erzählte der 28-Jährige der "Sport Bild" im Interview über den Krebs-Tod seiner Mutter im November 2018. "Wir bewegen uns jeden Tag in einem extremen Bereich als Leistungssportler, gehen komplett an die körperlichen Leistungsgrenzen. Bei mir gilt: harte Schale, weicher Kern."

Während der harten privaten Zeit hatte Vetter auch sportliche Probleme, als ihn eine schwere Fußverletzung behinderte. Diese Phase hat die deutsche Hoffnung auf Olympia-Gold in Tokio verändert. Er habe eine "andere Balance im Leben gefunden", sagte der Mann, in dessen Wurfarm seinem Biomechaniker zufolge zehn PS Leistung stecken. Privat und in den entscheidenden Wettkämpfen sei er "ruhiger und entspannter" geworden.

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