Mittwoch, 29. April 2020Der Sport-Tag

Heute mit Till Erdenberger & Torben Siemer
20:47 Uhr

Über 150.000 Tickets: Lok Leipzig knackt Europarekord

Fußball-Regionalligist Lok Leipzig hat mit seiner Spendenaktion "Leute, macht die Bude voll!" die nächste Schallmauer durchbrochen. Für das imaginäre Spiel gegen einen "unsichtbaren Gegner" am 8. Mai haben die Sachsen inzwischen 150.058 Tickets verkauft. Damit wurde der offizielle Europarekord aus dem Jahr 1937 übertroffen, als 149.547 Zuschauer das "echte" Duell zwischen Schottland und England im Hampden Park in Glasgow verfolgten. Die Tickets sind im offiziellen Fanshop des Klubs zu erwerben und kosten einen Euro. Damit will der Klub aus dem Leipziger Stadtteil Probstheida die Folgen der Corona-Krise etwas abfedern.

19:44 Uhr

VfB-Sportdirektor: "Das Spiel selbst steht nicht mehr im Mittelpunkt"

Aus Sicht von Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat zeigt sich im Zuge der Corona-Krise ein grundsätzliches Problem des Profifußballs. Es werde derzeit deutlich, dass "der Fußball im Allgemeinen und auch unser Anliegen mit Spielen ohne Zuschauer den Fortbestand der Klubs zu sichern, teilweise kritisch gesehen wird", sagte der 47-Jährige. Zu beantworten, woran das liegt, sei überfällig.

"Für mich persönlich gesprochen ist es ganz klar: Das Spiel selbst steht nicht mehr im Mittelpunkt, es fehlt dem Fußball an vielen Stellen an Glaubwürdigkeit und an Transparenz", sagte der Sportdirektor des Zweitligisten VfB Stuttgart. "Der Fußball hat sich zu weit von seiner Basis entfernt. Es wird teilweise vernachlässigt, was das Spiel Vielen bedeutet."

18:20 Uhr

Gladbach lässt Papp-Profis in der Kurve stehen

Auch Lars Stindl, Marcus Thuram und Co. werden zu "Pappkameraden": Die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach beteiligt sich an der kreativen Aktion des Gladbacher Fanprojekts. Von sämtlichen Spielern werden Doppelgänger erstellt, die sich bei Geisterspielen auf der Tribüne unter die zahlreichen Fan-Figuren mischen. Das bestätigte die Borussia. "Das ist eine schöne Geste. Insgesamt hoffen wir auf 10.000 Pappkameraden, vielleicht 12.000", sagte Borussias Fanbeauftragter Thomas Weinmann. Die Nordkurve ist bereits jetzt gut gefüllt. Die Aktion habe aber auch einen ernsten Hintergrund, betonte Weinmann: "Fans gehören zum Spiel dazu. Daher sind die Pappkameraden auch eine Art Mahnwache."

Für 19 Euro können Fans einen Doppelgänger erstellen lassen, Dauerkarten-Inhaber können diesen auf "ihren" Sitz platzieren lassen. Von der Aktion profitieren auch lokale Unternehmen, die von der Coronakrise betroffen sind. Auch Fans anderer Klubs sind willkommen, zwei Anhänger von Borussia Dortmund sind bereits im Gästeblock vertreten. Auch der Schlagersänger und bekennende Gladbach-Fan Mickie Krause hat bereits eine Pappfigur anfertigen lassen.

17:55 Uhr

Neureuther macht Löw zum "Zugführer"

Joachim Löw als "Zugführer" im "Jogi-Express", Arjen Robben als "Maus Robbi" oder "Stier" Sergio Ramos: In seinem vierten Band der "Ixi"-Kinderbuchreihe hat Felix Neureuther wieder jede Menge Sport-Prominenz untergebracht. "Zwei Freunde im Fußball-Fieber", heißt das heute erschienene Buch, das neben dem ehemaligen Ski-Star auch wieder Kumpel Bastian Schweinsteiger als Autor führt. Beide spenden ihre Erlöse gemeinnützigen Einrichtungen, vor allem Neureuthers Initiative "Beweg dich schlau".

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) unterstützt das Projekt, neben DFB-Präsident Fritz Keller schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein Vorwort. Die Story: Fuchs Ixi und Husky Basti feiern mit Kickern aus ganz Europa ein großes Fußballfest im Wald. Abgeholt werden die Stars, darunter auch Löwe David "Becki" Beckham, Wolf "Luigi" Buffon und Hahn Kylian "Mappi" Mbappe mit der klimafreundlichen Waldeisenbahn ("Jogi-Express") von Zugführer Löw. Die Botschaft ist dieselbe wie in den Vorgänger-Büchern: Gemeinsam Sport zu treiben lehrt Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und Fairplay.

17:36 Uhr

Darts im Homeoffice? Der Superstar muss passen - aus Gründen

UKOPEN-FNL-VANGERWEN36A.jpg

(Foto: LAWRENCE LUSTIG)

Darts-Primus Michael van Gerwen hat seinen Verzicht auf eine Teilnahme bei der Home Tour mit seiner lebendigen Familie begründet. "Der Hauptgrund ist, dass es leise sein muss im Hintergrund. Und ich habe drei Hunde und zwei kleine Kinder. Da kann ich das nicht garantieren", sagte der 31 Jahre alte Niederländer der "Sport Bild".

128 Profis treten derzeit in 32 Gruppen bei den Wettbewerben im Homeoffice gegeneinander an, van Gerwen zählt anders als Deutschlands bester Spieler Max Hopp nicht dazu. Erst vor wenigen Wochen wurde "Mighty Mike", wie der Ranglisten-Erste genannt wird, zum zweiten Mal Vater. Seinem Sohn würde er bei der Frage zwischen Darts oder Fußball eher zum runden Leder raten. "Wenn er anfangen sollte, Darts zu spielen, muss er großes Talent mitbringen - ich würde sehr kritisch sein. Das will ich meinem Sohn nicht antun", sagte van Gerwen. Seine zweijährige Tochter habe bereits eine Soft-Darts-Scheibe, spiele aber noch "lieber mit ihren Barbies".

17:09 Uhr

Die Tennis-Welt blickt nach Höhr-Grenzhausen

Es ist schon eine ganze Weile her, dass Yannick Hanfmann seinem Beruf nachgehen konnte. Ende Februar unterlag der Karlsruher, momentan Nummer 143 der Tennis-Weltrangliste, in der zweiten Runde der Qualifikation für das ATP-Turnier in Dubai. Weltweit wird vorerst bis 13. Juli kein Turnier stattfinden.

Wobei - so ganz stimmt das nicht. "Ich bin schon sehr gespannt", sagt Hanfmann im Gespräch mit dem SID - gespannt auf das, was ihn ab Freitag erwartet. Dann beginnt in Höhr-Grenzhausen, Kleinstadt mit 10.000 Einwohnern im Westerwald, eine dreiteilige "Exhibition Series". Gespielt wird in der lokalen Base Tennis-Akademie, auf den (Asche-)Platz dürfen wegen Corona jeweils nur die beiden Spieler sowie ein Schiedrichter. Hanfmann trifft auf Dustin Brown (Winsen/Aller, 239. im ATP-Ranking) und weitere sechs Gegner, jeder spielt gegen jeden, danach gibt's Playoffs. Das stößt auf großes Interesse: Der "Tennis Channel", alleine in den USA in mehr als 62 Millionen Haushalten zu empfangen, wird von Freitag bis Montag live übertragen. Findet ja sonst nichts statt. Die Plätze der Akademie sind ohnehin mit Kameras ausgestattet, deren Bilder werden gestreamt - weltweit, was Hanfmann als "ziemlich cool" empfindet. "Ich bin gespannt, wie viele da zuschauen."

16:18 Uhr

Zum vierten Mal positiv: Juve-Profi steckt in Corona-Quarantäne fest

imago40571588h.jpg

Seit knapp sieben Wochen sitzt Dybala zu Hause fest.

(Foto: imago images / Buzzi)

Paulo Dybala muss sich in seiner Quarantäne weiter gedulden. Der Argentinier vom italienischen Fußball-Rekordmeister Juventus Turin ist zum vierten Mal positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das berichten italienische Medien übereinstimmend. Dybala darf seit 39 Tagen sein Haus nicht verlassen. Auch seine Freundin Oriana Sabatini wurde positiv getestet. Wann die Serie A fortgesetzt wird, ist weiterhin offen. Die Liga pausiert seit dem 9. März.

15:39 Uhr

Frauen dürfen nur springen, aber nicht fliegen

imago46524223h.jpg

Katharina Althaus würde gerne auf größeren Schanzen springen.

(Foto: imago images/Eibner Europa)

"Diskriminierung", "Ansichten aus der Steinzeit", "dumme Argumente": Der erneut geplatzte Traum vom Fliegen hat im Lager der Skispringerinnen für Empörung gesorgt, der Ruf nach Gleichberechtigung wird immer lauter. "Das ist enttäuschend. Da haben Leute entschieden, die keine Ahnung haben", sagte Norwegens Olympiasiegerin Maren Lundby stellvertretend für viele Kolleginnen der Zeitung "Dagbladet".

Lundby, aber auch die WM-Zweite Katharina Althaus aus Oberstdorf, hatten für den kommenden Winter auf den ersten Weltcup auf einem "Monster-Bakken" gehofft. Auf den riesigen Schanzen, von denen derzeit nur vier zugelassen sind, werden Weiten von bis zu 250 Meter erreicht. Entsprechend groß war die Enttäuschung, als nun der neue Kalender veröffentlicht wurde. Vor allem Norwegen hatte sich mit Vikersund für eine Premiere stark gemacht, wurde aber nicht erhört. Der neue FIS-Renndirektor Sandro Pertile, Nachfolger von Walter Hofer, hatte zuletzt vor einem zu schnellen Vorgehen gewarnt.

14:52 Uhr

FCB-Coach Hansi Flick telefoniert ausführlich mit Leroy Sané

b69fa7a3de256ae23946839dabf47393.jpg

Zwischen Sané und dem FC Bayern geht es seit Monaten hin und her.

(Foto: dpa)

Hansi Flick hat offenbar seine Zurückhaltung aufgegeben und ist bei Leroy Sané in die Offensive gegangen. Der Trainer von Bayern München hat sich laut "Sport Bild" in einem halbstündigen Telefonat mit dem seit Monaten umworbenen Profi von Manchester City ausgetauscht. Inhalte des bereits vor Wochen geführten Gesprächs wurden nicht bekannt, beide Seiten sollen sich nach dem Austausch aber eine Zusammenarbeit vorstellen können. Der direkte Kontakt zwischen Flick und Sané könnte den Durchbruch für die Verhandlungen bedeuten. Flick galt bezüglich eines Sané-Transfers nach München lange als skeptisch, soll inzwischen aber überzeugt worden sein - und sich bei besagtem Telefonat selbst davon überzeugt haben, dass Sané in sein Team sowie vor allem zu seiner Philosophie passt.

Demnach könnte Sané der "internationale Star" sein, den Salihamidzic neben "einem Toptalent aus Europa" für Sommer versprochen hatte. Für diesen Spieler soll laut Salihamidzic gelten, dass er "die Qualität unserer Mannschaft hebt und der Mannschaft hilft, unseren Zuschauern ergebnisstarken und attraktiven Fußball zu bieten".

14:10 Uhr

EM-Spielort bleiben oder nicht? Münchener Stadtrat hat abgestimmt

München bleibt Spielort der in den Sommer 2021 verschobenen Fußball-Europameisterschaft. Der Stadtrat der bayerischen Landeshauptstadt hat heute entschieden, dass die vier Spiele der wegen der Coronavirus-Pandemie verlegten Endrunde weiterhin in der Allianz Arena ausgetragen werden sollen. Die EM war von der Europäischen Fußball-Union auf den Zeitraum vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 verschoben worden. In München sollen drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft stattfinden. Als Gegner stehen Weltmeister Frankreich und Titelverteidiger Portugal fest. Dazu wird ein Viertelfinale in der Allianz Arena ausgetragen.

13:48 Uhr

Wer war Bayerns "Magier von Mailand"? -– Quiz-Spaß für die Quarantäne

Sie vermissen den Fußball? Wir auch! Aber wir haben eine Lösung. Zumindest eine kleine, aber humorvolle. Unser beliebter Kolumnist Ben Redelings hat nämlich ein launiges Quiz zum FC Bayern aus seinem Archiv geschnitzt! Lust und Zeit? Dann hier entlang. Lust und keine Zeit? Dann unbedingt einen Reminder auf dem Handy einrichten! Glück auf.

12:26 Uhr

FC Bayern verpflichtet DFB-Talent

120804839.jpg

Im Februar 2019 lief Bühl erstmals für die deutsche Nationalmannschaft auf.

(Foto: picture alliance/dpa)

Fußball-Nationalspielerin Klara Bühl wechselt vom SC Freiburg zum FC Bayern München. Die Stürmerin unterschrieb laut Vereinsmitteilung einen Vertrag bis 30. Juni 2022. Die 19-Jährige erzielte in bisher elf Länderspielen sieben Tore. Von 2015 an spielte sie beim SC Freiburg, debütierte 2016 mit 15 Jahren in der Bundesliga, in dieser Saison kommt sie in 16 Einsätzen auf acht Treffer.

"Da ich noch nie ein Champions-League-Spiel bestritten habe, hoffe ich, auch bald dort auflaufen zu dürfen. Das ist ein großer Traum von mir", sagte Bühl.

11:27 Uhr

"Schockierend": Indien verliert die Box-WM

8e90fb4d0d3de9fee467ad3e658c4090.jpg

In Nicarague wird dieser Tage noch geboxt, in Neu-Delhi bis auf Weiteres nicht. Zumindest nicht um die WM.

(Foto: dpa)

Der Box-Weltverband Aiba hat der indischen Hauptstadt Neu-Delhi die Ausrichtung der Amateur-Weltmeisterschaften 2021 entzogen und das Event an Belgrad/Serbien vergeben. Das gab die Aiba bekannt.

Als Grund führte der Verband an, dass die fällige Gebühr vom Ausrichter nicht eingegangen sei. Deshalb werde auch noch eine Strafzahlung von 500.000 Dollar (gut 460.000 Euro) fällig. Der indische Box-Verband BFI wehrte sich gegen diese Darstellung. Das Aiba-Konto in der Schweiz sei eingefroren und es deshalb nicht möglich gewesen, die Summe zu überweisen. "Die Entscheidung zur Verlegung wurde übereilt und ohne Absprache mit der BFI getroffen", teilte der Verband mit. Die Strafe sei "schockierend und überraschend".

10:34 Uhr

Hohes Lob für "beispiellos" solidarische Bundesliga

Eine Reihe von Fußbällen auf dem Rasen. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Symbolbild

Noch ruht der Ball in der Bundesliga.

(Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Symbolbild)

Der Vorsitzende des DFB-Frauenausschusses hat die Deutsche Fußball Liga für eine "beispiellose Solidaraktion" mit der 3. Liga und der Frauen-Bundesliga gelobt. Wie Siegfried Dietrich in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch-Ausgabe) schrieb, sei es klasse, dass die DFL-Clubs zugestimmt haben, insgesamt 7,5 Millionen Euro an 25 Vereine der 3. Liga und der Frauen-Bundesliga zu gleichen Teilen zur Verfügung zu stellen. "Eine tolle Aktion, die uns nicht nur auf dem Weg aus der Krise helfen kann, sondern einen wichtigen Schulterschluss innerhalb der Fußballfamilie darstellt", sagte er.

Dies könne "auch für die Ausrichtung des Männer- und Frauenfußballs unter dem Dach der Lizenzvereine eine Signalwirkung für zukünftige Geschäftsmodelle und Internationalisierungsprozesse des modernen Fußballs haben", meinte Dietrich.

Der Manager des Bundesligisten 1. FFC Frankfurt arbeitet zudem an einer Fusion mit Eintracht Frankfurt, "die nun in einer besonders schweren Zeit, aber mit großer Professionalität und intensiver Detailarbeit für die Zukunft vorbereitet" werde.

09:55 Uhr

München bleibt wohl EM-Standort

imago36380688h.jpg

Die DFB-Elf wird wohl ihre EM-Heimspiele in München bestreiten dürfen.

(Foto: imago/Moritz Müller)

Fußball-Fans dürfen sich wohl auch im nächsten Jahr auf Spiele der verschobenen Europameisterschaft in München freuen. Die bayerische Landeshauptstadt will nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur einer Verlegung der wegen der Corona-Pandemie abgesagten vier Partien in der Allianz Arena auf 2021 zustimmen. Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor, die das Sportreferat am Mittwoch dem Stadtrat vorlegt.

Das Turnier ist von 11. Juni bis 11. Juli 2021 vorgesehen. In München sind drei Gruppenspiele mit der deutschen Nationalmannschaft sowie ein Viertelfinale geplant. Es wird erwartet, dass der Stadtrat zustimmt, dass München auch nach der Verschiebung der EM-Endrunde mit 24 Nationen einer der Gastgeber des paneuropäischen Turniers ist.

09:01 Uhr

Virologin: Bundesliga machbar, aber nur konsequent

131893467.jpg

Ohne Zuschauer, mit Spielern: In der Bundesliga könnte der Ball bald wieder rollen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Corona-Infektionen bei möglichen Geisterspielen in der Fußball-Bundesliga würden nach Meinung der Virologie-Professorin Ulrike Protzer zwingend eine komplette Team-Quarantäne erfordern. "Wenn es nach einem Bundesligaspiel einen Fall gibt, dann müssen die beiden Mannschaften in die Quarantäne", sagte die zum Expertenrat von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gehörende Wissenschaftlerin in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Laut DFL-Konzept sollen bei möglichen Infektionen nur die jeweiligen Spieler in die häusliche Isolation geschickt werden.

Doch auch ohne Team-Quarantäne könne man spielen, meinte die Münchnerin. "Aber man muss bereit sein, entsprechend konsequent zu handeln, wenn etwas passiert. Bei Mannschaftssportarten besteht sicherlich ein größeres Risiko als bei Einzelsportarten", sagte Ulrike Protzer. "Es könnte Infektionen geben - damit müssen wir uns abfinden. Wir werden das Virus ja nicht komplett loswerden."

Eine Fortsetzung der Bundesliga mit Geisterspielen hält die Virologin "für durchaus machbar. Auch die Fußballvereine haben einen extremen Finanzdruck. Das Infektionsrisiko ist sehr gering. Es würde keine Personen treffen, die jetzt gefährdet wären, schwerer krank zu werden", sagte sie. Klar sein müsse aber auch: "Wenn eine Infektion auftreten würde, muss man bereit sein, die Konsequenzen zu ziehen", forderte Protzer.

08:08 Uhr

Bundesliga-Start rückt offenbar immer näher

Ein Fussball liegt auf dem Rasen. Foto: picture alliance / dpa /Symbolbild

Bald kann der Ball wohl wieder rollen.

(Foto: picture alliance / dpa /Symbolbild)

Nach dem grünen Licht des Arbeitsministeriums gibt es für die Fußball-Bundesliga auch positive Signale von der Sportministerkonferenz für den Wiederbeginn mit Geisterspielen ab Mitte/Ende Mai. Das geht aus einer Beschlussvorlage der Runde hervor, die der "Rheinischen Post" vorliegt. "Die SMK hält die Fortsetzung des Spielbetriebes und mithin die Begrenzung des ansonsten entstehenden wirtschaftlichen Schadens in der 1. und 2. Fußballbundesliga für die dort startberechtigten 36 Vereine auf deren Kosten ab Mitte/Ende Mai für vertretbar", heißt es darin.

Auch das Bundesarbeitsministerium hat nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) in Sachen Arbeitsschutz grünes Licht für Spiele der 1. und 2. Liga unter Ausschluss von Zuschauern gegeben.

07:32 Uhr

DFL-Boss will Spielergehälter deckeln

131040822.jpg

Christian Seifert will Dinge verändern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Schlechte Nachrichten könnten auf die Profifußballer warten: Dürfen sie bald jährlich nur noch bis zu sieben Fantastilliarden verdienen? DFL-Geschäftsführer Christian Seifert wünscht sich trotz rechtlicher Hürden eine Initiative zur Beschränkung von Spielergehältern und Beraterhonoraren. "Wenn es möglich ist, Managergehälter zu deckeln, dann muss es auch möglich sein, Gehälter von Beratern und Spielern zu deckeln", sagte der Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Für diese komplexen Fragen gebe es keine einfachen Lösungen. "Sicher ist auch, dass der Widerstand groß sein wird und auch Berater aus Deutschland sofort antreten würden, diesen Plan anzufechten", betonte Seifert. Er selbst sei als Mitglied des Fifa Professional Football Stakeholders Committee "schon angeschrieben und mit einer persönlichen Klage bedroht worden, falls ich in diesem Gremium für eine Begrenzung der Beraterhonorare stimmen würde. Unterzeichnet übrigens von sehr prominenten Spielerberatern."

Seifert will aber auch an der Außenwirkung arbeiten. "Einfache Lösungen fangen beim Zurschaustellen von großem Reichtum bei Zwanzigjährigen in den sozialen Medien an", sagte er. Sportartikelhersteller, die Millionensummen an diese Spieler zahlten, könnten "ihre Zahlungen auch an soziale Verhaltensregeln knüpfen, nicht nur an Doping-Regeln". Die DFL werde schauen, an welchen Stellen sie ihr soziales Engagement verstärken könne.

06:52 Uhr

"Tolle Aktionen": DFB-Chef hat volles Vertrauen in Ultras

imago47024799h.jpg

Fritz Keller macht sich keine Sorgen. Zumindest nicht über Menschenansammlungen.

(Foto: imago images/Sportfoto Rudel)

DFB-Präsident Fritz Keller vertraut im Falle einer Fortsetzung der Fußball-Bundesliga mit Geisterspielen auf ein verantwortungsvolles Verhalten der Fans. In der öffentlichen Debatte über Partien vor leeren Zuschauerrängen waren zuletzt von der Polizei und aus der Politik besorgte Stimmen zu hören, dass sich Anhänger außerhalb der Stadien versammeln könnten und Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie nicht einhalten.

"Viele Fan- bzw. Ultragruppen haben sich in der Zeit der Krise mit tollen Aktionen gesellschaftlich engagiert und sich in ihren Städten und Gemeinden solidarisch eingebracht. Insofern habe ich keine Zweifel, dass sie auch weiterhin verantwortlich handeln", erklärte der 63 Jahre alte Keller auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Die öffentliche Diskussion über Menschenansammlungen vor den Stadien ist leider geprägt von einem Misstrauen gegenüber Fans, das uns nicht weiterhilft", kritisierte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und schloss an: "Ganz im Gegenteil: Wir müssen vertrauen und zusammenhalten, um diese Krise zu überstehen - im Fußball wie in der gesamten Gesellschaft."

Verschiedene Fangruppierungen hatten die Befürchtungen zuletzt zurückgewiesen.

06:12 Uhr

Trump-Berater hat schlechte Nachrichten für Sportfans

imago0099464542h.jpg

Anthony Fauci sieht USA noch nicht bereit, zum Profisport zurückzukehren.

(Foto: imago images/MediaPunch)

Der Gesundheitsberater von US-Präsident Donald Trump sieht die USA in der Corona-Krise noch längst nicht bereit für eine Rückkehr zum Profisport. "Ich würde gerne alle Sportarten zurück haben können", sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, in einem am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Interview der "New York Times". "Aber als ein Gesundheitsbeamter, Arzt und Wissenschaftler muss ich jetzt sagen, wenn man sich das Land anschaut, sind wir dazu noch nicht bereit." In manchen Sportarten sei es machbar, das zu schaffen. "Aber im Moment sind wir es nicht."

Kein Land der Welt hat mehr Coronavirus-Fälle als die USA mit mehr als einer Million bestätigter infizierter Menschen. Die großen Sport-Ligen sind entweder seit Mitte März unterbrochen oder haben ihren Saisonstart verschoben. Einzige Ausnahme ist die NFL, die erst im September beginnt, aber zumindest die Saisonvorbereitung anders gestalten muss als üblich.