Samstag, 28. März 2020Der Sport-Tag

Heute mit Anja Rau
19:20 Uhr

Angst vor Corona: Fußballprofi flüchtet offenbar unerlaubt aus Spanien

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Pione Sisto hat sich genau genommen ja nur an die Bitte seiner Regierung gehalten ...

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Der dänische Fußballprofi Pione Sisto ist Medienberichten zufolge ohne Erlaubnis seines Klubs Celta Vigo vor der Corona-Krise aus Spanien in sein Heimatland geflohen. Er muss nun mit einer Strafe seines Vereins rechnen, wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf spanische Medien berichtete.

  • Nach Angaben der spanischen Sportzeitung "AS" machte sich der 25 Jahre alte Offensivspieler per Auto aus der Stadt Vigo ins fast 3000 Kilometer entfernte Kopenhagen auf, nachdem er in Spanien 14 Tage in Quarantäne gesessen hatte.
  • Den Erstligaklub soll er erst darüber in Kenntnis gesetzt haben, als er bereits auf dem Weg war.
  • Für Dänemark hat Sisto bereits mehrere Länderspiele bestritten, zum aktuellen Kader der dänischen Nationalmannschaft zählt er jedoch nicht.
  • Spanien ist neben Italien das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land Europas.
  • Dänemark hat seine Grenzen für Ausländer vor mehr als zwei Wochen geschlossen, um die Ausbreitung des Virus abzubremsen. Dänen wurden zugleich von der Regierung gebeten, in ihre Heimat zurückzukehren.
17:32 Uhr

Vettel hat Motorrad-Pläne für die F1-Auszeit

*Datenschutz

Ob er schon für die Zeit nach der aktiven Karriere übt? Rennfahrer Sebastian Vettel will sich in der Formel-1-Zwangspause die Zeit als Hobby-Mechaniker vertreiben. "Es ist wahrscheinlich gut, sich mit Schrauben und Muttern und ein bisschen Restaurierungsarbeiten zu beschäftigen, damit man nicht verrückt wird", sagte der Hesse in einem Video-Beitrag seines Ferrari-Teams, in dem er einige Fan-Fragen beantwortet.

  • Er hoffe, dass er bei der Arbeit an seinem alten Motorrad weiterkomme. "So wie es aussieht, haben wir ja noch etwas mehr Freizeit", sagte Vettel.
  • Die Formel 1 hat wegen der Coronavirus-Pandemie alle Rennen bis mindestens Anfang Juni abgesagt oder verschoben. Ferrari ist wie andere Teams derzeit in den vorgezogenen Werksferien.
  • Auf die Frage eines Fans, welchen Rat er den Menschen derzeit geben würde, sagte Vettel: "Nehmt es ernst, passt auf Euch und andere Leute auf, vor allem auf Ältere, haltet Abstand und wascht Eure Hände. Nehmt es nicht auf die leichte Schulter, seid verantwortungsbewusst."
16:04 Uhr

Ex-Bundesligaprofi geht für Senioren einkaufen

Es ist eine gute Zeit für Vorbilder: Der ehemalige Frankfurter Fußball-Bundesliga-Profi Martin Fenin engagiert sich in seiner tschechischen Heimat während der Coronavirus-Pandemie im sozialen Bereich. Der ehemalige Torjäger geht im Auftrag des Roten Kreuzes für Seniorinnen und Senioren einkaufen.

  • "Man registriert sich in einer App. Dort gibt man an, was man übernehmen kann. Ich gehe einkaufen und besorge Medikamente in der Apotheke", berichtete Fenin auf der Eintracht-Homepage. Er habe seine Adresse und seine Telefonnummer angegeben.
  • "Falls jemand etwas braucht, kann er mich so kontaktieren. Vom Roten Kreuz bekommt man vorher ein Startpaket mit Handschuhen, Desinfektionsmitteln und Instruktionen. Abstand halten und so weiter", so Fenin.
  • Das Engagement kam beim ehemaligen Spieler der Eintracht nicht von ungefähr. "Meine Mutter ist Ärztin, meine Oma ist Ärztin, beide sind im Dienst. Meine Freundin ist Polizistin, sie ist auch im Dienst. Wie soll ich das sagen? Ich habe mich geschämt, habe nichts gemacht und war zu Hause. Daher wollte ich auch helfen", betonte Fenin.
14:31 Uhr

Götze ist nur noch einer für "Vereine der Kategorie B"

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Beim BVB sitzt Götze meist auf der Bank.

(Foto: imago images/Revierfoto)

Ein harsches Urteil: Der ehemalige BVB-Profi Michael Rummenigge sieht für Fußball-Weltmeister Mario Götze in Zukunft nur noch zweitklassige Alternativen zu seinem aktuellen Klub Borussia Dortmund.

  • Der 27-Jährige habe nur noch Aussichten auf "Vereine der Kategorie B", sagte Rummenigge in seiner Kolumne beim Onlineportal "Sportbuzzer" . "Ich denke da an Klubs der Größenordnung Everton, West Ham oder italienische Mittelklasse-Vereine."
  • Und in Deutschland? "In der Bundesliga könnte er zu Borussia Mönchengladbach passen oder nach Leverkusen."
  • Götzes Vertrag beim BVB endet am Saisonende, Gespräche über eine Verlängerung der Zusammenarbeit blieben bisher ohne Ergebnis. Das schürt Spekulationen über einen Vereinswechsel. Bayer Leverkusens Sportchef Simon Rolfes hatte in der "Bild"-Zeitung bereits erklärt, dass "er bei uns kein Thema" sei.
  • Rummenigge, dreimal deutscher Meister mit den Bayern und Pokalsieger mit Dortmund (1989), empfiehlt Götze drei Dinge: Weil er an "Schnelligkeit verloren" habe, sollte er "mehr Regisseur sein", "nicht ans Geld denken", "diesen ganzen Mist in den sozialen Netzwerken lassen und sich allein auf den Sport konzentrieren".
  • Rummenigge kritisch: "Wenn ich ihn manchmal bei Instagram sehe, frage ich mich, ob das noch ein Fußballer ist oder eher ein Show-Talent."
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13:49 Uhr

Vogel lobt IOC: "Gut, dass sich die Leute Zeit genommen haben"

Mal eine Fürsprecherin der Olympia-Ausrichter: Bahnrad-Doppelolympiasiegerin Kristina Vogel kann die Kritik über die zögerliche Haltung des Internationalen Olympischen Komitees zur Verschiebung der Sommerspiele nicht nachvollziehen.

  • "Ich finde es gut, dass sich die Leute Zeit genommen haben. In manchen Sachfragen kann man nicht gleich ja oder nein sagen", sagte die 29-Jährige dem Sender Sky Sport News HD. Die Erfurterin, die nach einem Trainingssturz querschnittsgelähmt ist, wäre selbst als Trainerin und TV-Expertin in diesem Jahr in Tokio vor Ort gewesen.
  • Vogel betonte, dass allen klar war, dass die Spiele "so nicht gehalten werden konnten. Wir wollen Spiele, die magisch sind. Das hätte man dieses Jahr nicht haben können."
  • Vogel, die aufgrund ihrer Lähmung zur Risikogruppe gehört und derzeit in freiwilliger Quarantäne lebt, hofft nun auf schnelle Entscheidungen des IOC für die Spiele im kommenden Jahr, damit die Sportler ihr Training auf den Höhepunkt einstellen können. "Wir alle wollen gute Olympische Spiele. Die werden wir jetzt haben."
12:47 Uhr

Ecclestone fordert: Sagt die Formel 1 komplett ab

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Ecclestone hat eine klare Meinung.

(Foto: imago images / GEPA pictures)

Die Fußball-EM ist verlegt, die Olympischen Spiele sind verlegt - aber die Formel 1 hofft, im Juni endlich in die Saison starten zu können. Für den früheren Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist das keine Lösung.

  • "Was ich heute tun würde? Ich denke wir sollten nicht mehr davon reden, dass dieses Jahr überhaupt noch irgendwelche Rennen stattfinden", sagte er der Nachrichtenagentur "Reuters".

  • "Das ist die einzig sichere Option. So trifft keiner leichtsinnige Entscheidungen, die dann am Ende doch nicht umgesetzt werden können", so der 89-Jährige.

  • Dass in diesem Jahr noch 15 bis 18 Rennen stattfinden können - so plant es Ecclestones Nachfolger Chase Carey, hält er für unwahrscheinlich: "Ich wäre sehr, sehr, sehr überrascht, wenn ihnen das gelingt", sagte er. "Ich hoffe es aber, ich hoffe es wirklich."

12:04 Uhr

Rummenigge über Alaba-Gerücht: "Nichts mit der Realität zu tun"

Auch wir hatten über diesen vermeintlichen Transfercoup berichtet: Medienberichten zufolge wollte der FC Bayern David Alaba für Leroy Sané eintauschen. Das klappte angeblich nicht, weil der Österreicher nicht mitspielte. Ein Wechsel zu Manchester City kommt für ihn nicht infrage.

Womöglich ist aber auch alles ganz anders: "Wie ich gehört habe, kursieren gerade Gerüchte, dass wir David Alaba gerne im Tausch gegen Leroy Sané an Manchester City abgeben wollen würden. Dazu sage ich klar und deutlich: Das hat nichts mit der Realität zu tun", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge der Münchner "tz". Die Zeitung hatte zuerst über den angedachten Deal berichtet.

Was aber definitiv bleibt: Alaba hatte zuletzt klargemacht, dass er sich einen Wechsel vorstellen kann. "Ich fühle mich in München sehr wohl. Aber ich kann mir grundsätzlich auch vorstellen, einen anderen Weg einzuschlagen", sagte er dem Magazin "GQ Gentlemens Quarterly. Ihn zieht es offenbar in Richtung Spanien.

11:13 Uhr

Auch Klopp verdrückt in der Krise ein paar Tränchen

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp hat vor Egoismus in der Corona-Krise gewarnt und zur Solidarität aufgerufen. "Vor vier oder fünf Wochen schien es noch so, dass viele Länder dachten: Das ist unser Problem, das ist unser Problem, das ist unser Problem - wir haben ein Problem damit. Nun hat uns die Natur gezeigt, dass wir alle gleich sind, und wir haben alle dieselben Probleme im gleichen Moment. An der Lösung müssen wir gemeinsam arbeiten", forderte der deutsche Coach des souveränen Premier-League-Tabellenführers FC Liverpool in einem Video-Interview auf der Vereinswebsite.

  • "Es gibt so viele Menschen da draußen, die viel größere Probleme haben, deswegen würde ich es wirklich beschämend finden, wenn ich über 'meine Probleme' sprechen würde", sagte Klopp. Derzeit sei nichts gut an dieser Situation - "außer vielleicht, was wir daraus lernen können".
  • Eine Botschaft dieser Tage hat Klopp sogar zu Tränen gerührt. Ein Video zeigt, wie Krankenhausmitarbeiter einer Intensivstation gemeinsam die Hymne der Reds singen. "Als sie 'You'll Never Walk Alone' anstimmten, musste ich sofort weinen", gab der 52-Jährige zu. "Es ist unglaublich. Aber es zeigt alles."
  • Diese Menschen würden sich selbst in Gefahr bringen, um anderen zu helfen. "Ich könnte sie nicht mehr bewundern und schätzen."
10:53 Uhr

Beim FC Bayern ruhen die Transfers

Es geht allen Klubs gleich: Kein Fußball-Bundesligist weiß, wie es mit der Coronavirus-Krise weitergeht. Und so legen immer mehr Klubs ihre Transfers auf Eis. So auch der FC Bayern.

  • "Keiner weiß heute genau, wie sich die Corona-Krise in den kommenden Wochen und Monaten noch weiter auf den Fußball auswirken wird", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge der "Bild"-Zeitung. "Daher haben wir das Thema Neuzugänge erst einmal auf 'Hold' gestellt."

  • Wie sein früherer Präsident Uli Hoeneß glaubt auch er: Ablösesummen und Spielergehälter werden "von allen Vereinen in ganz Europa neu überprüft werden".

09:56 Uhr

Reus spendet zusätzlich zum Gehaltsverzicht

*Datenschutz

Kapitän Marco Reus hat den Gehaltsverzicht bei Fußball-Vizemeister Borussia Dortmund als Selbstverständlichkeit bezeichnet. "Für uns ist es normal, denn wir wollen dem Verein helfen. Wir haben 850 Mitarbeiter bei Borussia Dortmund. Die gilt es auch zu bezahlen, damit sie sich keine großen Sorgen machen müssen", sagte Reus in einem vom BVB verbreiteten Video.

  • Der Nationalspieler spendet zudem mit seiner Ehefrau Scarlett Gartmann 500.000 Euro an kleine sowie mittelständische Unternehmen in Dortmund und startet damit die Aktion "HelpYourHometown".
  • "Es sind so viele Schicksale, die uns jetzt schon erreicht haben und hier möchten wir helfen und etwas zurückgeben", sagte Reus in einer Videobotschaft auf Instagram.
  • Die Dortmunder Profis hatten zu Wochenbeginn erklärt, in der Coronakrise freiwillig auf einen Teil der Gehälter zu verzichten. Auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, weitere Verantwortliche wie Sportdirektor Michael Zorc oder Lizenzspielerchef Sebastian Kehl und auch Trainer Lucien Favre machen Abstriche. Insgesamt soll ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden.
09:15 Uhr

Formel 1 hilft bei Produktion von Atemgeräten

Das ist eine gute Sache: Die Formel 1 bietet im Kampf gegen die Coronavirus-Krise ihre technologische Hilfe an. Sieben in England ansässige Teams aus der Königsklasse des Motorsports oder deren Technologieabteilungen wollen bei der Herstellung und Lieferung von Atemgeräten Unterstützung leisten.

  • Wie die Formel 1 mitteilte, haben sich die Rennställe einer industrieübergreifenden Initiative in Großbritannien angeschlossen. Damit soll die britische Regierung unterstützt werden.
  • Weltmeister-Team Mercedes, Red Bull, Racing Point, Haas, McLaren, Renault und Williams werden demnach als "Projekt Boxengasse" bezeichnet. Die Rennställe stellen ihr technologisches Knowhow zur Verfügung.
08:31 Uhr

Pharmakologe will Fußballfans auf Corona testen

In der Debatte über verstärkte Coronavirus-Tests in der deutschen Bevölkerung fordert der Nürnberger Pharmakologe Fritz Sörgel eine gezielte Untersuchung auch von Fußballfans. Zur genaueren Feststellung der Virus-Ausbreitung in Deutschland plädierte der Wissenschaftler in der "Bild"-Zeitung für Tests bei Stadionbesuchern am bislang letzten Bundesliga-Spieltag vor drei Wochen.

  • "Die Lage ist sehr, sehr ernst, und uns läuft immer mehr die Zeit davon. Die Klubs haben massenhaft Daten ihrer Anhänger. Sie könnten die Fans per E-Mail anschreiben und zu einem Anti-Körper-Test aufrufen", erläuterte Sörgel seinen Plan.
  • Die Feststellung von gebildeten Immunitäten nach einer unwissentlichen Infizierung soll Rückschlüsse auf den Verbreitungsgrad des Virus ermöglichen. Der Vergleich von Stichproben bei 500 bis 1000 Fans pro Verein mit den Daten der Gesamtbevölkerung könnte demnach Erkenntnisse über die Dunkelziffer bei der Zahl der Infektionen liefern.
  • Laut Sörgel drängt die Zeit. "Man muss jetzt anfangen. Es ist unsere letzte Chance für solch einen Massentest von Besuchern von Großveranstaltungen", sagte der 69-Jährige.
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Beim Duell der beiden Borussias waren Fans noch zugelassen.

(Foto: imago images/Chai v.d. Laage)

07:20 Uhr

Ex-Biathletin Neuner über Bach: "Verhalten fand ich unmöglich"

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Magdalena Neuner verfolgt die Sportwelt weiter aufmerksam.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Das ist deutlich: Die zweimalige Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner hat IOC-Präsident Thomas Bach wegen seiner Haltung vor der Verlegung der Sommerspiele von Tokio scharf kritisiert. "Es hat schon ziemlich in mir gebrodelt, weil ich mich gefragt habe, wie er das so durchziehen kann. Die ganze Welt kämpft gegen dieses Virus, und der will Olympische Spiele machen", sagte die 33-Jährige der "Augsburger Allgemeinen".

  • "Das Verhalten von Herrn Bach fand ich unmöglich. Es hat sich genau das widergespiegelt, was ich selbst auch schon erlebt habe", sagte Neuner: "Es geht bei Olympia eben nicht nur um die Sportler. Es geht um sehr viele andere Dinge."
  • Neuner warf Bach vor, die Interessen der Athleten ignoriert zu haben. "Die Sportler hingen komplett in der Luft. Denn es war in keinster Weise gesichert, dass es faire Spiele werden", sagte die Garmisch-Partenkirchenerin: "Die einen konnten trainieren, die anderen nicht.
  • Dopingkontrollen gab und gibt es auch nicht mehr überall. Immerhin hat Bach dann ordentlich Gegenwind bekommen, und jetzt ist Gewissheit da. Jetzt kann man einen neuen Plan schmieden."