Deutsches Eishockey-Team beschwört WM-"Wunder"
Im anscheinend aussichtslosen Kampf um das WM-Viertelfinale setzt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft auf das Prinzip Hoffnung. "Du musst trotzdem die Spiele gewinnen, es kann ja immer noch etwas passieren. Es kann immer noch ein Wunder geben", sagte NHL-Torhüter Philipp Grubauer nach dem 6:2-Erfolg über Österreich bei MagentaSport.
Zwar rückte die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis durch den zweiten Sieg in Zürich auf Rang vier vor, die Konkurrenz aus Lettland und den USA hat aber ein Spiel weniger absolviert und zum Abschluss in der Gruppe A nur noch vermeintlich leichte Gegner vor der Brust. Deutschland ist auf große Schützenhilfe angewiesen, gibt aber noch nicht auf.
"Wir werden schon die Spiele verfolgen. Was wir jetzt kontrollieren können, ist das nächste Spiel", sagte NHL-Stürmer Lukas Reichel, der gegen die Österreicher, die noch zwei Punkte vor den Deutschen liegen, drei Treffer erzielte: "Was andere Teams machen, können wir leider nicht kontrollieren."
Nächste Cavs-Pleite: Jetzt braucht Schröder ein Wunder
Basketball-Weltmeister Dennis Schröder steht mit den Cleveland Cavaliers in der NBA vor dem Aus. Im Conference Final gegen die New York Knicks kassierte das Team des deutschen Spielmachers im dritten Halbfinalspiel in der Nacht zum Sonntag bereits die dritte Niederlage - 108:121 - und liegt in der Best-of-Seven-Serie fast aussichtslos zurück. Keinem Team in der NBA-Geschichte ist es je gelungen, einen 0:3-Rückstand in den Playoffs aufzuholen.
Schröder kam in neun Minuten von der Bank auf drei Punkte und zwei Assists. Spiel vier steigt am Dienstag (2 Uhr) erneut Cleveland. In den ersten beiden Duellen hatten die Cavs 104:115 und 93:103 verloren. Die Knicks, bei denen der deutsche Center Ariel Hukporti nicht zum Einsatz kam, sind auf dem besten Weg in ihr erstes NBA-Finale seit 1999. Den Titel gewannen sie zuletzt 1973. Schröder spielt um seine erste Teilnahme an den NBA Finals. 2016/2017 mit den Atlanta Hawks und 2022/2023 mit den Los Angeles Lakers war für ihn jeweils im Halbfinale Schluss gewesen.
Fortuna Düsseldorf jagt offenbar Sportvorstand Mislintat vom Hof
Nach dem Sturz in die 3. Fußball-Liga hat Fortuna Düsseldorf offenbar Sportvorstand Sven Mislintat gefeuert. Das berichteten Sky und "Bild" am Samstagabend. Demnach habe sich der Aufsichtsrat gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem 53-Jährigen entschieden. Den Neuaufbau nach dem Abstieg soll der frühere Bielefelder Samir Arabi verantworten. Die Trennung von Mislintat solle am Sonntag verkündet, der Vertrag in beidseitigem Einvernehmen aufgelöst werden. Der frühere Dortmunder und Stuttgarter Funktionär hatte erst im Dezember in Düsseldorf als Nachfolger von Klaus Allofs angeheuert.
Nach dem bitteren letzten Spieltag, als die Fortuna durch ein 0:3 bei Greuther Fürth noch auf einen direkten Abstiegsplatz gerutscht war, hatte sich Mislintat noch kämpferisch gezeigt. "Ich bin nicht derjenige, der beim Abstieg abhaut - im Gegenteil, dann bin ich erst recht da", sagte Mislintat, verwies aber darauf, dass der Aufsichtsrat letztlich über ihn entscheiden müsse. Dieser entschied sich allerdings gegen ihn. Den Neuaufbau soll Arabi, der zwischen 2011 und 2023 Sport-Geschäftsführer bei Arminia Bielefeld war, leiten. Der 47-Jährige soll bereits nach der Trennung von Allofs ein Kandidat am Rhein gewesen sein.
Usyk wendet Jahrhundert-Blamage mit "lachhaftem" Sieg ab
Vor den Pyramiden von Gizeh hat der ukrainische Schwergewichts-König Oleksandr Usyk seinen WBC-Gürtel durch einen Zittersieg gegen das Kickbox-Idol Rico Verhoeven verteidigt. In dem ungewöhnlichen Crossover-Duell besiegte der ungeschlagene 39-Jährige und Dreifach-WM-Titelträger den Niederländer in Ägypten durch technischen Knockout nach elf von zwölf Runden.
In dem Duell vor den Augen des deutschen Schwergewichts-Profis Agit Kabayel machte Verhoeven Usyk das Leben überraschend schwer, der Ukrainer wirkte nur selten wie der erwartetet klare Favorit. "Ich fand, es war ein frühes Ende, aber am Ende ist das nicht meine Entscheidung", sagte Verhoeven.
Der Ringrichter stoppte den Kampf eine Sekunde vor Schluss der elften Runde und nahm dem Niederländer so die Chance auf die Sensation. Zwei Punktrichter sahen den Kampf bei Abbruch remis, einer Verhoeven gar vorne. Viele Beobachter hatten den Underdog vorne, im Netz wird die Entscheidung scharf kritisiert. Usyk agierte bei seiner freiwilligen Titelverteidigung überraschend schwach. Im Laufe des Duells bekam er, zunehmend Probleme mit dem starken Verhoeven, der den Kampf fortan bestimmte. Dennoch verpasste Usyk seinem Kontrahenten einen Uppercut-Treffer und der Niederländer hing in den Seilen. Daraufhin stoppte der Ringrichter überraschend den Kampf. "Das ist echt lachhaft", sagte Box-Experte Bernd Bönte bei DAZN.
Kabayel, der unbedingt seinen ersten WM-Kampf bestreiten möchte, betrat nach dem Kampf im Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft den Ring und forderte Usyk heraus. Der Pflichtherausforderer von Usyk sagte: "Deutschland ist bereit für den Kampf. All die deutschen Fans warten. Ich weiß, dass viele ukrainische Menschen auch in Deutschland leben. Lass es uns in einem deutschen Stadion austragen", sagte der Bochumer. "Lass es uns machen, kein Problem", entgegnete Usyk, der dennoch vage blieb. Auch ein weiterer Kampf zwischen Verhoeven und Usyk könnte kommen.