Fußball

Zündstoff beim SV Werder Bremen Allofs ringt um neuen Vertrag

Die verzögerte Vertragsverlängerung mit Klaus Allofs sorgt beim Fußball-Bundesligisten Werder Bremen zunehmend für Irritationen. Das Theater mit dem Streit zwischen dem Geschäftsführer und dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden Willi Lemke birgt weiter Zündstoff.

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Wie geht es weiter bei Werder? Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Zeitpunkt wäre perfekt gewesen, der Anlass auch. Bei der Mitgliederversammlung des SV Werder Bremen hätte Willi Lemke die ausstehende Verlängerung des Vertrags mit Klaus Allofs am Montagabend verkünden können - donnernder Applaus wäre ihm gewiss gewesen. Doch die Einigung steht aus. Das Sommertheater mit dem öffentlich ausgetragenen Streit zwischen Allofs und Lemke zieht sich bis in den Winter und sorgt für Verdruss.

Viele halten die Verlängerung mit Allofs, der Vorsitzender der Geschäftsführung bei der SV Werder Bremen GmbH & Co KG aA ist, für eine Selbstverständlichkeit, für eine Art Automatismus. Aber das ist sie nicht. Auch das Aus ist möglich, der große Knall nach zwölf Jahren Zusammenarbeit. "Wir haben die Vorgehensweise abgesprochen, dass wir über keine Tendenz reden", sagte Allofs. Lemke erklärte: "Wir geben keine Wasserstandsmeldungen". Zumindest darin sind sich die beiden einig.

Das Verhältnis zwischen Lemke und Allofs hatte unter der Uneinigkeit über die Ausgaben bei den Neuverpflichtungen gelitten. "Schlaue Transfers", hatte Lemke, der umtriebige Polit-Profi, im Sommer von Allofs gefordert. Das saß. Welche Auswirkungen der Zwist hat und zu welchen Spekulationen er noch immer führt, ließ sich ebenfalls beobachten. Ungewohnt heftig dementierte Klaus-Dieter Fischer, der wiedergewählte Präsident des Stammvereins, einen Zeitungsartikel. Lemke wolle mehr Macht und habe als Allofs-Nachfolger den ehemaligen HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer in der Hinterhand, hieß es dort - was Fischer als "Unwahrheiten" bezeichnete. "So etwas dürfen wir uns nicht gefallen lassen."

"Wir haben im Sommer Fehler gemacht"

Fischer machte sich zudem für den 55-jährigen Allofs stark, der seit zwölf Jahren in der Werder-Führung arbeitet. Und da dies nicht die einzige offene Personalie bei Werder ist, fügte er an: "Für Thomas Schaaf gilt im übrigen das Gleiche." Die Zeit drängt, denn nicht nur die Verträge mit dem Geschäftsführer und dem Trainer sind noch nicht verlängert. Bei mehr als einem Dutzend Profis enden die Kontrakte zum Saisonende. Ob sie in Bremen bleiben, ist unter anderem bei Leistungsträgern wie Torwart Tim Wiese, Kapitän Clemens Fritz und Top-Torjäger Claudio Pizarro offen.

Dass es Knatsch zwischen Allofs und Lemke gab, das dementierte Fischer nicht. Vielmehr bestätigte er es indirekt: "Wir haben im Sommer Fehler gemacht. Wir haben gewisse Äußerungen über die Presse getätigt. Das muss intern bleiben, diesen Fehler werden wir nicht mehr machen". Allofs konnte am Montagabend mit guten Zahlen aufwarten. Trotz des schlechten Abschneidens in der abgelaufenen Saison hat Werder den zweithöchsten Gewinn der Klubgeschichte erwirtschaftet. Bei einem Umsatz von 119,9 Millionen Euro wies die Bilanz einen Gewinn von 8,2 Millionen Euro aus. Aber diesen wirtschaftlichen Erfolg könnte auch Lemke für sich beanspruchen - schließlich ist er als Aufsichtsrats-Vorsitzender der oberste Kontrolleur von Allofs.

Quelle: ntv.de, Michael Rossmann, dpa